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Magen-Darm-Infekt: Diese 5 Fakten solltet ihr kennen!

Der Herbst ist da. Die Hochsaison für Bakterien und Viren. Und in fast jeder Familie gibt es oder gab es schon einen Magen-Darm-Infekt. Wir beantworten die wichtigsten 5 Fragen zum Thema.


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(Foto: Fotolia)

1. Was ist eine Magen-Darm-Infektion überhaupt?

Die Magen-Darm-Infektion besteht aus einer Reihe von Erkrankungen wie Durchfall und Erbrechen. Je nach Erreger unterscheidet sich die Dauer und Schwere der Erkrankung. Sie verläuft normalerweise harmlos und verschwindet in einem Zeitraum von einigen Tagen von selbst.

2. Was mache ich, wenn es mich erwischt hat?

  • Wichtig: Viel trinken! Der Flüssigkeitsmangel, den der Körper erleidet, muss unbedingt ausgeglichen werden. Auch die verlorenen Salze müssen ersetzt werden. Dafür empfehlen Ärzte zum Beispiel orale Rehydrationslösungen (ORL), die in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind. Sie enthalten Zucker und Salze in der richtigen Zusammenstellung. Cola und Salzstangen sind (leider) nicht so gut...
  • Bei gefährdeten Personen (z.B. alte oder geschwächte Menschen) kann unter Umständen eine schwere Austrocknung vorliegen. Hier wird dringend zum Krankenhausbesuch geraten.
  • Durchfallmedikamente können über kurze Zeit Abhilfe schaffen. Die Techniker Krankenkasse betont, dass es ist wichtig ist, den Beipackzettel zu beachten und die Medikamente zurückhaltend einzusetzen. Übermäßiger Konsum der Medikamente verlangsamt die Ausscheidung der Gifte, der Infekt kann dann unter Umständen noch länger andauern.

Hilfreiche Links zum Thema Magen-Darm-Infektion:

Extra: Die größten Irrtümer über Magen-Darm-Infektionen

  • "Cola und Salzstangen bei Durchfall helfen" - Diese Aussage ist nicht ganz richtig. Bei Durchfall und Erbrechen verliert der Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte wie Natrium und Kalium. Bekommt er diese Stoffe nicht ausreichend zurück kann es zu Kreislaufproblemen kommen. Salzstangen liefern dem Körper zwar Natrium, jedoch nicht das wichtige Kalium. Der Zucker in der Cola fördert die Wasserabgabe und verschlimmert den Wasserverlust dadurch noch mehr. Gerade bei Kindern kann das gefährlich werden, denn sie reagieren empfindlicher auf Wasserverlust als Erwachsene.

  • "Durchfall ist eine Reinigung für den Körper" - Falsch! Durchfall wird vor allem durch Viren und Bakterien ausgelöst. Diese Krankmacher verursachen einen Flüssigkeitsverlust, der auch Probleme bereiten kann wenn er das Immunsystem schwächt. Der Durchfall reinigt den Körper nicht, sondern ist eine Krankheit. Je schneller der Darm seine normale Funktion wieder aufnehmen kann, desto schneller kommt die Genesung. Daher können für kurze Zeit auch Motilitätshemmer (Durchfallmittel) helfen.

  • "Durchfallmittel lösen Verstopfungen aus" - Durchfallmittel, sogenannte "Motilitätshemmer" lösen, wenn wie auf dem Beipackzettel beschrieben eingenommen, keine Verstopfungen aus. Der Stuhlgang ist trotzdem möglich. Wichtig ist, dass die Einnahmedauer nicht überschritten wird.

  • "Durchfallmittel sind für Kinder nicht geeignet" - Es ist richtig, dass Durchfallmittel für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet sind. Bei 2-bis 12-Jährigen kann der Arzt jedoch "Loperamid" verordnen. Ab 12 Jahren können die Medikamente auch selbst unter Beachtung der Packungsbeilage verabreicht werden.

  • "Magen-Darm-Infektionen sind nicht ansteckend" - Mit Durchfall kann man sich durch "Schmierinfektionen" anstecken. Diese können entstehen, wenn Stuhl auf Oberflächen der Sanitäranlagen gerät oder die Hände nicht gewaschen werden. Bei einem Handschlag oder dem Berühren von Überflächen gelangt der Erreger schnell an eine andere Person.

  • "Durchfall hat man bereits nach einem Mal dünnflüssigem Stuhl" - Dünnflüssiger Stuhl, der nur einmalig auftritt ist unbedenklich. Erst bei mehr als drei Mal täglich (bei Säuglingen mehr als 5 Mal pro Tag) spricht man von "Durchfall". Bei Durchfällen, die mehr als drei Tage dauern sollte ein Arzt aufgesucht werden um die Ursache zu untersuchen.

3. Wie kommt es zu einer Infektion?

Jeder Mensch kann von einer Infektion betroffen sein. Besonders anfällig sind jedoch Kinder sowie ältere, kranke und abwehrgeschwächte Menschen. Gerade bei wechselhaften Wetterverhältnissen macht das Immunsystem oft schlapp. Hinter einer Magen-Darm-Infektion stecken meist Viren und Bakterien, seltener Pilze oder Parasiten. Auch Bakteriengifte (bei verdorbenem Essen) können ein Auslöser sein. Diese Keime gelangen meist durch Nahrung, unreines Trinkwasser oder Kontakt mit kranken Menschen in den Körper.

4. Wie erkenne ich eine gefährliche Infektion?

In den meisten Fällen sind Magen-Darm-Infektionen ungefährlich. Sollten allerdings eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden:

  • Durchfall, der länger als 2 Wochen andauert
  • Blut auf dem Stuhl oder dunkel gefärbter Stuhl
  • Hohes Fieber
  • Krampfartige Schmerzen
  • Schwindel, Benommenheit, Schwäche
  • Reichliches Trinken nicht möglich
  • Zeichen der Austrocknung (Hautfalten gehen nach Kneifen nicht zurück, wenig oder dunkler Urin, trockener Mund)

5. Wie kann ich mich schützen?

Grundsätzlich gilt: Händewaschen - besonders vor dem Essen - ist das A und O! Bei Nahrungsmitteln mit Eiern ist es wichtig, sie sofort zu verzehren, denn sonst können Salmonellen entstehen. Werden Speisen mit Eiern längere Zeit nicht gekühlt, vermehrt sich der Erreger im Handumdrehen. Auch Hühnerfleisch sollte immer gut durchgebraten werden und nur frisch zubereitet werden. Gegen den Rotavirus, einen der möglichen Auslöser, gibt es in Deutschland sogar einen vorbeugenden Impfstoff.