Freizeit genießen

Leb dein Leben - aber bitte entspannt

Die soziale Kälte wird schärfer, der Konkurrenzkampf größer. Und mittendrin machen es sich viele noch zusätzlich schwer, indem sie sich freiwillig aufopfern. Ein Plädoyer für mehr Entspanntheit


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(Foto: fotolia.com © Dasha Petrenko)

Hektik im Beruf

Wir leben in hektischen Zeiten, das wird sicherlich niemand bestreiten. Im Beruf wird die Arbeitsbelastung gefühlt jedes Jahr höher. Auch zuhause wird es nicht wirklich entspannter, denn man will ja auch an dem teilnehmen, was unter dem Überbegriff „Sozialleben“ zusammengefasst und oft mit Daueraction übersetzt wird. Die Kombination ist tückisch, sie produziert nachweisbar alljährlich mehr Opfer, die in dieser Spirale aus Stress und zu wenig Entspannung keinen Ausweg finden. Der folgende Text will dagegen angehen und zeigen, dass Entschleunigung nicht nur möglich ist, sondern zwingend notwendig.

Der Druck

Die globalisierte Welt produziert in Sachen Arbeitsbedingungen ungeheuren Druck auf allen Ebenen. Deutschland ist Exportweltmeister. Aber eben auch, weil bei uns länger gearbeitet wird, als in so manchen anderen EU-Ländern.

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Die Konkurrenz

Früher musste eine Spedition aus Niedersachsen nur mit Konkurrenz aus anderen Bundesländern zurechtkommen - da aber innerhalb Deutschlands das Lohngefälle niedrig ist, war das kein Problem. Heute jedoch müssen Firmen nicht nur gegen Dumpingangebote aus anderen EU-Staaten bestehen, sondern oft auch gegen weltweite Unternehmen antreten und sei es nur, weil dort Plagiate gefertigt werden. Die Globalisierung vergrößerte selbst für kleine Firmen die Konkurrenz – auch, weil öffentliche Ausschreibungen EU-weit erfolgen müssen: Ein Elektrobetrieb in Deutschland muss so schaffen, ein besseres Angebot als einer aus Polen oder Frankreich zu unterbreiten.

Die Arbeitsplatzsorge

Gleichzeitig ist die Arbeitsmarktlage längst nicht mehr so sicher. Vor allem ist die größte Sorge der Bevölkerung das, was nach dem Arbeitslosengeld kommt. Nämlich Hartz-IV und das damit unweigerlich verbundene Abrutschen im sozialen Status.

Die Belastung

Zusätzlich überaltert Deutschland massiv. Das führt dazu, dass immer weniger Kollegen zur Verfügung stehen. Und damit steigt die Arbeitslast des Einzelnen: Wo früher in einer Abteilung 15 Leute arbeiteten, liegt die Belegschaft heute vielleicht noch bei neun – selbst wenn das Arbeitsaufkommen gleich bliebe (was es nicht tut) müssten weniger Leute es aufteilen.

Das Pendeln

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor ist auch das Pendeln: In Städten sind die Mieten exorbitant. Das treibt Otto Normalverbraucher in die Außengebiete – und verlängert somit direkt die Zeit, die er benötigt, um zur Arbeit zu gelangen. Und weil diese Stunden vom Freizeitkonto abgehen, kippt das Verhältnis Arbeit/Freizeit.

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Stress zuhause - Termine, Termine, Termine

Daneben hört der Druck auch zuhause nicht auf. Schuld sind auch die gestiegenen Ansprüche des Durchschnittsbürgers an Unterhaltung: Früher gingen Malocher nach der Arbeit in die Kneipe, das war ihre Freizeit. Heute sterben nicht nur die Kneipen aus, sondern muss es auch mehr sein: Montags Fußball, dienstags Bandprobe, mittwochs in den Club sich einfach unter der Woche abends nur auf die Couch legen, tun die wenigsten.

Freizeit – Fehlanzeige

Und damit sinkt die Anzahl „echter“ Freizeit-Stunden, in denen wirklich nichts getan, das Ich nicht mit Action bombardiert wird. Viele Menschen pflastern Beruf und Freizeit so zu, dass echte Ruhe nur noch während des Schlafs erfolgt. Und das ist schlicht zu wenig.

Geldsorgen

Gleichsam plagen uns Geldsorgen: Es beginnt bei den Pendlern, die mit immer steigenden Spritpreisen bestraft werden und endet damit, dass die Preisanstiege für Dinge des täglichen Bedarfs längst nicht mehr mit den Lohnerhöhungen Hand in Hand gehen. Unterm Strich haben wir alle also immer weniger Geld in der Tasche.

Kein Abschalten in der Stadt

Eine Großstadt schläft nicht – sagt der Volksmund. Und ignoriert dabei, dass auch ihre Bewohner wenig Ruhe finden. Wer kann in Städten angesichts des Dauerlärms von Verkehr, Nachbarn und Nachtleben heute noch richtig abschalten, selbst wenn er dazu Zeit hat?

Langeweile auf dem Land

Umgekehrt hat es aber auch die Landbevölkerung nicht besser: Hier herrscht zwar Ruhe, dafür muss aber für jeden Einkauf, jeden Besuch viel mehr Zeit eingeplant werden, weil die Distanzen ungleich größer und die Verkehrsabdeckungen schlechter sind.

Die Folgen

Soziale Deprivation

Bei vielen führt dieser Cocktail aus zu viel Arbeit und zu wenig Freizeit auch zu Abkapselung. Sozialkontakte beschränken sich auf den Kollegenkreis. Und damit einher geht Vereinsamung. Ein weiterer Faktor: Vor allem in Städten aber auch ländlichen Schlafdörfern“ ist heute die Anonymität größer denn je. Das alles führt zu sozialer Deprivation, dem Mangel an Sozialkontakten.

Die Arbeits?Maschine

Und dann haben viele Arbeitnehmer den Eindruck, nur noch für den Beruf zu leben. Bei einem Teil ist das Quell des Stolzes: „Ich opfere mich auf“. Bei anderen bloßer Zwang aus Job-Angst. Beides ist jedoch immer Grund dafür, dass die Belastung zu groß wird, um in der verbliebenen Freizeit noch abgebaut zu werden.

Burnout

Für nicht wenige endet das alles im Burnout. Von vielen als Wohlstands-Wehwehchen belächelt, sprechen die Gründe für Stress eine eindeutige Sprache.

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Lösungen im Beruf

Einig sein kann man sich nur über eines: Es ist weder möglich, „einfach so“ weniger zu arbeiten, noch beim Chef eine ausreichende Gehaltserhöhung herauszuholen. Deshalb muss Entspannung dort stattfinden, wo Arbeitnehmer noch eigenverantwortlich agieren können.

Ordnung - Der aufgeräumte Arbeitsplatz

Und das beginnt bei einem geordneten Arbeitsplatz – sowohl physisch als auch digital. Wer immer weiß, was wo zu finden ist, spart nicht nur Suchzeit, sondern Hektik, wenn der Chef in der Tür steht, und diese und jene Zahlen sehen will. Aber: Ordnung allein ist nicht alles. Auch das Ambiente spielt eine Rolle: Wer so viele Tagesstunden in einem Büro zubringt, arbeitet einfach besser, wenn der Raum auch den geschmacklichen Bedürfnissen angepasst ist.

Das strukturierte Arbeiten

Gleichsam muss nach festen Strukturen gearbeitet werden: Das, woran man gerade sitzt, wird erst zu Ende gebracht, bevor neue Baustellen angegangen werden. Das sorgt für mehr Ruhe und ist vor allem den Einzelergebnissen zuträglich.

Wichtig und unwichtig

Obendrein bedeutet Entspannung aber auch, zu erkennen, was wichtig und weniger wichtig ist. Dazu gehört es, Arbeiten nach der Terminierung zu sortieren, aber auch nach ihrer Priorität – beides ist nicht zwangsläufig deckungsgleich. Und dann heißt es: In Ruhe abarbeiten und zwar von „extrem wichtig“ nach „weniger wichtig“. Natürlich bedeutet das auch Selbstreflexion und Augenmaß an den Tag legen zu können, aber das lässt sich erlernen.

Fokussierung - Selbstmanagement

Wie schon kurz angeschnitten, ist es für die genannten Punkte unabdingbar, auch an sich selbst zu feilen: Niemand sollte darauf vertrauen, dass ihm von oben die Arbeit passend zugeschoben wird. Das endet meist in Hektik. Selbstmanagement lautet die Devise. Und das setzt sich zusammen aus:

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(Foto: fotolia.com © Rawpixel.com)
  • Motivation
  • Organisation
  • Planung
  • Zielsetzung

Einer der vielleicht wichtigsten Tricks dafür: Eine regelmäßig (vielleicht zu Wochenbeginn) aktualisierte Liste mit den Zielen der kommenden Tage. Aber das bedingt auch, diese penibel einzuhalten.

Die Prioritäten

Prioritäten bedeuten im Arbeitsleben mehr, als zwischen Aufgaben unterscheiden zu können. Sie bedingen viel eher, dass Arbeitnehmer selbstständig ihren Tag einteilen – und zu Prioritäten gehört eben auch, die eigene Arbeitszeit einzuschätzen.

Arbeiter – nicht „Dauerfreiwilliger“

Und das wiederum schlägt sich beispielsweise bei Überstunden nieder. Laut Gesetz dürfen diese nur in echten Notfällen angeordnet werden – die Realität sieht freilich anders aus. Aber: Viele arbeiten freiwillig aus vorauseilendem Gehorsam länger. Zudem gilt: Wer sich immer freiwillig meldet, vergrößert sein Stresslevel ins Unermessliche. Von oben gewürdigt wird diese Leistung selten und gleichzeitig schafft sie bei Kollegen ein Bild des sich anbiedernden „Cheflieblings“. Vorgesetzte sind nicht der Feind, aber man muss sich auch nicht für alles freiwillig melden.

Bitte nicht verzetteln

Fokussierung bedeutet aber auch, sich nicht im „Klein-Klein“ eines Auftrags zu verlieren: Selbst wer seine Prioritäten konsequent abarbeitet, kann trotzdem in den einzelnen Punkten noch Fehler machen, indem er Zeit mit Ausschmückungen und Schnörkeleien verschwendet. Machen Sie Ihren Auftrag gewissenhaft fertig, alles andere ist überflüssig.

Konsequenz

Arbeitsrechte einfordern

Wer bis hierhin gelangt ist, muss allerdings auch weiterhin hart zu sich selbst sein: Arbeitsrechte wurden nicht von ungefähr eingeräumt, sondern aus bestimmten Gründen. Aber: Diese Rechte müssen eingefordert werden. Ein Chef, der Dauer-Überstunden anordnet oder duldet, muss daran erinnert werden, dass diese Praxis illegal ist. In Betrieben ab einer fünfköpfigen Belegschaft ist dafür der Betriebsrat zuständig. In Kleinstunternehmen müssen Arbeitnehmer das selbst in die Hand nehmen.

Das Chefgespräch

„Mit Speck fängt man Mäuse“. Und so sollte auch ein Gespräch mit dem Chef funktionieren: Wer wutrot in dessen Büro stürmt und ihm mit dem Gesetz droht, erntet nichts. Wer hingegen schmeichelnd die Vorzüge von weniger Belastung erklärt, kann viel mehr herausholen. Einige Tipps:

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Eigendisziplin

Jedoch gilt: Ohne Selbstdisziplin geht in den genannten Punkten nichts. Am besten lässt sich diese erzielen, indem sich ein Ziel gesetzt und auch eingehalten wird. Halten Sie sich immer vor Augen, was sie mit Dingen zwischen ordentlichem Arbeitsplatz und weniger Überstunden erreichen wollen: Mehr Entspannung, weniger Stress.

Absprachen und Einhaltungen

Einen großen Raum in dieser Disziplin nehmen Absprachen ein – im positiven wie negativen: Wer seinem Chef Unrealistisches verspricht („Das bekomm ich bis Freitag fertig“) muss sich daran halten, denn sonst winken Nachteile. Das zeigt erneut, wie wichtig Selbstmanagement ist. Umgekehrt gehört dazu aber auch, dass auf die Einhaltung von oben versprochener Dinge gepocht wird, ansonsten ist es eine einseitige Loyalität.

Lösungen im Privaten

Der größte Ansatzpunkt für den Entspannungs-Hebel liegt aber im Privatbereich, weil hier jeder selbst entscheidet, wie viel Stress er sich macht.

Abschalten und Freizeitstress vermeiden

Los geht es mit dem Freizeitstress, der nicht nur Stern-Journalisten befällt. Um ihn zu reduzieren ist Konsequenz vonnöten: Schalten Sie schlicht alles ab, was Sie in Ihrer Freizeit fest bindet:

  • Sportstudio
  • Regelmäßige Verabredungen
  • Vereinsmitgliedschaften
  • Politische Aktivitäten (etwa Gemeinderat usw.)
  • Hobby-Treffen (Bandprobe, Tanzclub, Gassi-geh-Runde)

Kurzum: Sagen Sie Ja zur Feierabend-Planlosigkeit und machen Sie nur das, wozu Sie Lust haben. Richtig ausgeführt, wartet nach Feierabend dann nichts mehr, was einen zu irgendwas zwingen würde.

Termine verschieben

Dazu ist es jedoch auch unabdingbar, Termine, die eher ins Berufliche gehören, zu verschieben: Wer hat sich noch nicht für ein Abendessen mit einem Geschäftspartner getroffen und damit der Freizeit Stunden abgezwackt? Solche Treffen können während der Arbeitszeit mittags ablaufen – also sollten sie das auch.

Nicht immer nur helfen – helfen lassen!

Viele haben eine ausgesprochen hilfsbereite Ader – in ihrer schlimmsten Ausprägung ist das sogar eine Krankheit, das Helfer-Syndrom. Der eine ist bei jedem Umzug tatkräftig dabei, der andere verdrahtet in der Nachbarschaft sämtliche Lampen und Steckdosen. Bloß: So viel Hilfsbereitschaft erzeugt Stress. Natürlich sollte man helfen – aber wer entspannen will, ist nicht jedes Mal zur Stelle – und nimmt auch Hilfe an, anstatt sie nur zu verteilen.

Füße hoch

Eine der wichtigsten Devisen erholsamer Freizeit ist, tatsächlich „nichts“ zu tun. Oder fast nichts: Die durch Vermeidung aller Freizeit-Termine gewonnene Zeit sollte nicht genutzt werden, um die Wohnung auf Spiegelglanz zu bringen und auch nicht, um in Eigenleistung Gartenteiche anzulegen. „Füße hoch“, sollte das Credo lauten. Greifen Sie sich ein Buch und raus auf den Balkon. Oder kaufen Sie sich ein Fernglas und werden Hobby-Ornithologe. Egal was getan wird, Hauptsache es entspannt.

Schalt doch mal die Elektronik aus

Und dazu gehört auch, Handy und Tablet und sämtliche anderen digitalen Gadgets wegzulegen. Vor allem dann, wenn der Berufsalltag damit zu tun hat: Die digitale Dauerberieselung führt nämlich zu mehreren Dingen:

  • Wer dauernd beruflich und privat auf Bildschirme starrt, macht irgendwann keinen Unterschied mehr
  • Beim Websurfen vergeht Zeit wie im Fluge: Feierabend oder Wochenende sind dann plötzlich vorbei, ohne dass es bemerkt wurde.
  • Gleichzeitig halten Bildschirme wach, weil sie Licht mit hohem Blauanteil aussenden. Unser Hirn denkt dann abends, es wäre noch Tag und weigert sich, in den Schlafmodus zu schalten.

Langfristig entspannen - Der Haushaltsplan

Da aber kein Privatleben ohne Verpflichtungen wie Einkauf oder Hausputz auskommt, sollten diese Punkte minutiös in einem Haushaltsplan geregelt werden. Dann nämlich kann man sich darauf einstellen und die restliche Freizeit umso entspannter planen.

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Strukturierung des Lebens

Das wiederum führt zu einer besseren Strukturierung des Privatlebens, indem es klare Vorgaben für (wenige) feste Termine einerseits macht, aber andererseits sehr viel mehr Freiraum für Entspannung lässt.

Von der Seele reden

Auch wer in seiner Freizeit maximal entspannt, wird trotzdem nach wie vor genügend Arbeitsstress haben. Unsere Seele saugt diesen auf wie ein Schwamm und sorgt so dafür, dass wir auch in der Freizeit daran denken. Reduzieren lässt sich das Ganze indes leicht: Indem einfach über diese Probleme gesprochen wird. Ob mit Partner, Familie oder Freunden, ist dabei zweitrangig.

Unverzichtbare Freunde

Vor allem letztere sind das Salz der entspannten Freizeit. Warum? Freunde hat man im Gegensatz zu Partner und Kollegen nicht dauernd um sich herum. Ihr Abstand zu den Problemen des Alltags kann eine große Hilfe dabei sein, Stress von der Seele zu reden und auch, andere Lösungsansätze zu finden.

Hobby – aber ohne Stress

Wie schon erwähnt können Hobbies für Stress sorgen – wenn sie den Ausübenden unter (Termin-) Druck setzen. Was aber nicht heißen soll, dass man sich deshalb von Fußball usw. verabschieden muss. Der Trick ist, das Ganze nicht zum Stressfaktor werden zu lassen:

  • Lockeres Kicken mit den Kumpels statt im Verein.
  • Alleine joggen, wenn man Lust hat, statt im Studio auf dem Laufband.
  • Musik mit dem besten Freund, statt zweimal pro Woche plus Wochenende mit der Band.

Wird jedes Hobby mit einer solchen Lockerheit angegangen, ist praktisch alles möglich, aber eben stressfrei.

Vorsorge für später

Wichtig ist es dabei, sich diese Maßnahmen nicht nur als Jetzt-Zustand zu visualisieren, sondern Altersvorsorge: Stress ist Stress, egal woraus er entsteht. Und Stress ist immer Stress ist immer Gift für den Körper. Je früher der Grundstein für ein entspanntes Leben gelegt wird, umso länger kann es genossen werden.

Sei wie ein Fluss

In diesem Sinne sei ein kleiner Abstecher in fernöstliche Philosophien gestattet: Stellen Sie sich alle Stressfaktoren wie Steine in einem Bachbett vor. In großer Masse stauen diese Steine auch den reißendsten Strom auf – bis dieser Damm irgendwann bricht. Nur wenn wenige Stressfaktoren den Fluss stören, kann das Wasser problemlos um sie herumfließen.

Der Partner – Fundament der Entspannung

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(Foto: fotolia.com © Aarrttuurr)

Liebe als Entspannung

„Liebe ist Krieg“ denken viele und haben dabei den täglichen Wahnsinn zwischen Berufsleben und zu wenig Zweisamkeit im Kopf. Dabei ist Liebe aber Entspannung pur. Ein guter Partner ist im Idealfall bester Freund und Psychiater in einem – und liefert zudem auch dem härtesten Workaholic einen guten Grund, es eben nicht mit den Überstunden zu übertreiben.

Sex beruhigt

In diesem Sinn gehört auch Sex dazu: Nicht nur als Festiger der gegenseitigen Bindung. Sondern auch als Stressabbau und sogar sportliche Übung – immerhin werden dabei so viele Kalorien verbrannt wie beim Spazieren. Zudem: Nach gutem, leidenschaftlichem Sex sind alle Beteiligten nicht nur befriedigt, sondern meist auch tiefenentspannt.

Keine Angst vor Routine

Für viele Liebende scheint Routine einer der schlimmsten Schrecken zu sein. Dabei ist sie das mitnichten: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und braucht Routine dringend. Wer sich die die weltlängste Ehe ansieht, sollte sich fragen: Haben diese Zwei jeden Tag Action gehabt, oder sich auch in der Routine entspannt? Letztere gibt einer Beziehung Stabilität: Ein Haus, das andauernd wackelt, bricht irgendwann zusammen. Deshalb: Keine Angst davor.

Gemeinsame Erlebnisse

Zur Routine gehört aber auch, diese zu würzen. Und das geht nur mit gemeinsamen Erlebnissen. Und umgelegt auf die Entspannung bedeutet das: Gemeinsam chillen, gemeinsam die Ruhe genießen und sich an der Entspannung erfreuen. Kommen dann ab und zu hektische, aber denkwürdige Phasen hinzu (Hausbau, Urlaubsreisen etc.), sind diese nicht nur „eine unter vielen“, sondern bleiben viel eher im gemeinsamen „Beziehungsgedächtnis“ haften und tragen ihren Teil zur Stabilität und Ruhe bei.

Reparieren – nicht wegwerfen

Die letzten Worte zum Unterpunkt Beziehung und Partnerschaft sollten jedoch folgendem gelten: In unserer Welt herrscht vielfach die Denkweise „Kaputt=Neu“ – auch in Beziehungen. Kriselt es, wird oft voreilig die Notbremse gezogen, anstatt an den Problemen zu arbeiten. Eine gute Partnerschaft übersteht jede Krise – wenn nur beide gewillt sind, sie zu meistern. Wer jedoch eine Beziehung vorschnell beendet, leidet oft noch jahrelang – und macht sich weiteren Stress.

Zusammenfassung und Fazit

Ein gutes, entspanntes Leben ist nur möglich, wenn man lernt, nicht alles zu verbissen anzugehen und es sich gerade im Angesicht einer immer kälteren Berufswelt nicht auch noch zuhause unnötig schwer zu machen. Ohne Selbstdisziplin geht es dabei nicht. Aber wer Freunde und Partner an seiner Seite hat, kann sie integrieren und so für alle ein besseres Leben schaffen.