Schlafstörungen

Immer mehr haben Schlafprobleme

Fast jeder Dritte Deutsche hat mit Schlafproblemen zu kämpfen. Wir fragen nach den Ursachen und geben Antworten auf die Frage, was man gegen Einschlaf und Durchschlafprobleme tun kann.


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(Foto: Fotolia)

Zu Besuch im Schlaflabor in Braunschweig. Hier arbeiten Leute, die sich beruflich mit dem Schlafen beschäftigen. Beziehungsweise eher mit dem Wachsein. Denn das ist das Hauptproblem der Patienten, die im Schlaflabor ihren Schlaf analysieren lassen. Sie schlafen schlecht, können nicht ein- oder durchschlafen, oder sie schlafen einfach zu wenig. Von einem "erholsamen Schlaf" kann da keine Rede sein. Die Folgen sind besorgniserregend: Man fühlt sich tagsüber matt und wie gerädert, schleppt sich durch den Tag, um am Ende doch wieder nur schlecht zu schlafen.

Der Trend geht nach oben - der Altersschnitt nach unten

Es werden immer mehr Menschen, die unter Schlafstörungen im wahrsten Sinne des Worten "leiden". Erschreckend finden Experten zudem folgenden Fakt: "Es kommen immer mehr junge Menschen zu uns", sagt Astrid Stute vom Braunschweiger Schlaflabor. "Früher kamen Menschen ab Mitte 40, heute haben wir auch schon sehr viele 20-Jährige bei uns." Das gibt Anlass zur Sorge, denn offenbar nehmen die stress- und seelisch bedingten Fälle von Schlafstörungen drastisch zu. Woran liegt das?

Die Gründe für Schlafstörungen

Neben körperlichen Gründen wie z.B. einer Störung im Gehirn, sind es vor allem die gesellschaftlichen Einflüsse, die unseren Schlaf negativ beeinflussen können. Stress und Belastung nehmen sowohl im Beruf und auch in der Freizeit zu. Dazu kommen Bewegungsmangel und daraus resultierendes Übergewicht.

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Wer 7-8 Stunden täglich schläft, lebt länger

Tatsächlich kann man das so sagen: Studien haben ergeben, dass eine tägliche Schlafdauer zwischen 7 und 8 Stunden zu der längsten Lebensdauer führt. Soweit die Statistik. Tatsächlich hängt das Schlafbedürfnis und auch die empfohlene Schlafdauer auch mit dem Lebensalter zusammen, sagt Astrid Stute.

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Welcher Schlaftyp seid ihr?

Lerche oder Nachteule?

Astrid Stute vom Schlaflabor unterscheidet zwischen zwei "Chronotypen": Es gibt Frühaufsteher, die schon morgens um 5 Uhr fit wie ein Turnschuh sind, und voller Elan in den Tag starten können. Diese sogenannten "Lerchen" gehen dafür abends auch relativ früh ins Bett. Das andere Extrem sind die "Nachteulen", die morgens nur langsam in den Tritt kommen und dafür ihren Leistungshöhepunkt erst am Nachmittag erreichen. Sie legen sich dann aber auch erst spät in der Nacht zu Bett.

Beide Typen sind okay. Die meisten Menschen können sich allerdings anpassen, sagt Stute. Wer beruflich früh auf der Matte stehen muss, kann sich seine "Nachteulen-Gene" auch abtrainieren. Auf der anderen Seite werden Arbeitszeiten in vielen Branchen immer flexibler. Und dann können Nachteulen auch Nachteulen bleiben.

Lang- oder Kurzschläfer?

Ja, es gibt Menschen, die kommen mit 4 bis 5 Stunden Schlaf täglich aus. Sie schaffen es, sich in dieser Zeit alles das zu holen, was man für eine gute Erholung braucht. Sie erreichen die Tiefschlaf- und Traumschlaf-Phase (REM-Schlaf). Bei Langschläfern, die problemlos 9 Stunden täglich schlummern, bei denen sich die Schlafphasen entzerren. Das heißt aber nicht, dass dieser Schlaf effektiver bzw. erholsamer ist.

Der Mittagsschlaf heißt jetzt "Powernapping"

In südlichen Ländern gehört er zur Kultur: Der Mittagsschlaf - dort "Siesta" genannt. Und das aus gutem Grund. Ein kurzer Schlaf von 20 bis maximal 30 Minuten Länge führt dazu, dass die Ausschüttung von Stresshormonen gebremst wird. Die kurze Phase der Regeneration führt dazu, dass man sich anschließend wieder besser auf seine Aufgaben konzentrieren kann. Deswegen gibt's von Schlafexpertin Astrid Stute ein "Daumen hoch" für das "Powernapping". Aber wichtig: Nicht zu lange schlafen, man darf die Tiefschlafphase nicht erreichen, sonst kommt man anschließend nicht mehr richtig in den Tritt.

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Schlafprobleme sind inzwischen Volkskrankheit

Mediziner schlagen Alarm. Nach Schätzungen leiden rund 6 Prozent der Bevölkerung an behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörungen. Die Folgen sind gravierend: Neben Konzentrations- und Leistungsschwächen entsteht ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen wie Depressionen und eine Schwächung des Immunsystems. Antenne Niedersachsen Reporter Niels Kristoph hat ein Schlaflabor besucht.

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(Foto: Antenne Niedersachsen)

Bei den Patienten dort werden aufwändige Schlafanalysen vorgenommen. Dioden und Atemmasken erfassen, wie gut der Patient schläft und ob es Störungen gibt. Die Ergebnisse der Tests werden dort ausgewertet. Gemeinsam mit dem behandelnden Hausarzt können dann mögliche Therapien erarbeitet werden. Grundsätzlich ist der Weg zum Hausarzt der richtige. Macht dort auf eure Schlafprobleme aufmerksam. Seid offen und ehrlich und unterschätzt nicht den Einfluss, den euer Schlaf auf eure Gesundheit hat.