Mentale Gesundheit

Hochstapler-Syndrom: Darunter leidet Sängerin Ellie Goulding

Die britische Sängerin Ellie Goulding hat in einem Instagram gepostet, dass sie unter dem Hochstapler-Syndrom leide. Was steckt dahinter? Wir erklären es euch! Außerdem könnt ihr testen, ob ihr auch unter dem Hochstapler-Syndrom leidet.


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 (Foto: picture alliance / dpa)

Beim Hochstapler-Syndrom (auch als Impostor-Syndrom bezeichnet) leiden Betroffene unter starken Selbstzweifeln bezüglich ihrer eigenen Fähigkeiten, Leistungen und Erfolge. Diese Selbstzweifel können soweit reichen, dass die Betroffenen nicht dazu fähig sind, ihre Erfolge und Leistungen zu verinnerlichen.

Stattdessen beschreiben die Betroffenen ihren eigenen Erfolg als Glück oder Zufall oder erklären ihn damit, dass Außenstehende die Fähigkeiten der Betroffenen überschätzen würden. Auch wenn offensichtliche Beweise für ihre Fähigkeiten vorliegen, können vom Hochstapler-Syndrom betroffene Personen davon überzeugt sein, sich ihren Erfolg erschlichen und somit nicht verdient zu haben. Die Selbstzweifel können sogar so ausgeprägt sein, dass sich Betroffene selbst als Hochstapler wahrnehmen. Sie leben in ständiger Angst, Außenstehende könnten sie als Betrüger enttarnen.

Macht den Test: Leidet ihr am Hochstapler-Syndrom?

Einen Test, ob ihr vom Hochstapler-Syndrom betroffen seid, könnt ihr hier machen. Bitte beachtet, dass der Test zur Selbsteinschätzung dient und in keinem Fall eine fachliche Beratung ersetzen kann!

Erfolge führen zu mehr Hochstapler-Gefühlen

Statt dass erreichte Erfolge das eigene Selbstwertgefühl stärken, verstärken sie die Gefühle des Hochstapler-Syndroms. Obwohl das Umfeld von den Fähigkeiten der Betroffenen immer wieder überzeugt wird, entwickeln diese kein Selbstbewusstsein, sondern verfallen dem Gedanken, beim nächsten Projekt, der nächsten Präsentation noch besser und noch erfolgreicher sein zu müssen als vorher.

Diese Gefühle können soweit gehen, dass sie Depressionen oder ein Burn-Out hervorrufen können.

Ellie Goulding: Ich denke, ich verdiene mein Glück nicht

In einem Post auf Instagram teilte die britische Sängerin Ellie Goulding ihre Gefühlswelt mit der Öffentlichkeit. Ellie Goulding veröffentlichte ihren Post am 14. Oktober, nur einige Tage nach dem World Mental Health-Day, dem Tag für seelische Gesundheit.

Die Sängerin schreibt: "Tut mir leid, ich bin ein bisschen spät dran, aber ich wollte noch etwas über mentale Gesundheit sagen. Wir alle haben ein Recht zu fühlen, was wir fühlenm egal was das ist und egal wer wir sind. Überschwängliche Freude, Wahnsinn, absolute Leere, Verwirrung, andauernde Traurigkeit... ich habe all diese Gefühle manchmal innerhalb von wenigen Tagen. [...] Ich weiß, ich habe mir diesen Job selbst ausgesucht, aber niemand hat mich auf die Höhen und Tiefen vorbereitet, die er mit sich bringt. Ich weiß, dass ein Großteil meiner Angst vom "Imposter-Syndrom"kommt, weil ich nicht genug an mich selbst glaube und denke, ich verdiene mein Glück nicht, was dazu führt, dass ich meinen eigenen Erfolg sabotiere."

Selbstzweifel? Das könnt ihr tun!

Um Selbstzweifel aus dem Weg zu räumen, hilft es sich an Erfolge zu erinnern. "Wenn ich Selbstzweifel habe, sollte ich mich daran zurückerinnern, wo ich z.B. vor einem halben Jahr gestanden habe und was ich wie seitdem erreicht habe? Es hilft, sich an Erfolge zu erinnern", rät Lüdke.

Auch ein Erfolgs-Tagebuch kann helfen. Wenn wir jeden Tag drei für uns erfolgreiche Erlebnisse eintragen, haben wir zum Wochenende eine lange Liste von Erfolgserlebnissen, die unser Selbstbewusstsein stärken können.

Mögliche Ursachen

Ursachen für das Hochstapler-Syndrom lassen sich laut Psychologe Dr. Christian Lüdke auf die Persönlichkeit und die Ursprungsfamilie zurückführen: "Oft sind es Personen, denen als Kindern nicht genug zugetraut wurde oder die auch die eigenen Fähigkeiten und Grenzen nicht austesten konnten. Das kann dazu führen, dass sich diese Personen selbst nicht genug im Alltag zutrauen, obwohl sie sehr erfolgreich sind."

Unter Selbstzweifeln leiden wir alle hin und wieder. "Problematisch wird es allerdings, wenn Betroffene jeden Tag aufs Neue von Selbstzweifeln geplagt werden, egal was sie tun", erklärt Lüdke.