Fastenzeit

Fastenzeit 2019 - das könnt ihr alles fasten!

An Aschermittwoch beginnt traditionell die Fastenzeit, die bis Ostern geht. Während dieser Zeit verzichten viele auf bestimmte Speisen oder Getränke. Aber es gibt noch mehr Arten des Fastens. Wir stellen sie euch vor!


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 (Foto: oatawa - stock.adobe.com)

Zwischen Aschermittwoch und Ostern liegt die Fastenzeit. Und die ist bei uns ziemlich beliebt, denn 57% der Deutschen halten das Fasten aus gesundheitlicher Sicht für sinnvoll. Dabei würden die meisten von uns auf Süßigkeiten (62%) verzichten, dicht gefolgt von Alkohol (61%). Außerdem würden viele von uns auf Fleisch (35%), Rauchen (32%) oder Fernsehen (28%) verzichten. Das hat eine Umfrage der DAK ergeben.

Ihr könnt während der Fastenzeit neben Lebensmitteln aber auch auf andere Dinge verzichten. Wir stellen euch einige Fastenideen vor!

1. Digital Detox

"Digital Detox" bedeutet "digitale Entgiftung". Bei vielen von uns sind die Smartphones ständig präsent. Sie liegen auf dem Schreib- oder Esstisch, sind in der Jacken- oder Hosentasche oder direkt in unserer Hand. Digital Detox soll unserem Smartphone-Konsum entgegenwirken. Mittlerweile gibt es Urlaubsangebote, spezielle Camps oder Kurse, die Digital Detox anbieten. Die Idee dahinter: Unsere Umwelt wieder bewusster wahrnehmen und weniger in der digitalen Welt versinken.

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 (Foto: doris oberfrank-list - stock.adobe.com)

Digital Detox könnt ihr aber auch ganz einfach Zuhause betreiben. Dabei geht es nicht um kompletten Verzicht, sondern vielmehr darum, bewusst das Smartphone liegen zu lassen, z. B. wenn ihr Spazieren geht. Oder lasst das Handy in der Jackentasche stecken, wenn ihr euch mit euren Freunden oder eurem Partner trefft. Dadurch konzentriert ihr euch ganz bewusste auf eure Umwelt und euer Gegenüber. Möglicherweise fallen euch sogar Dinge auf, die euch vorher entgangen sind wie die neue Dekoration in eurem Lieblings-Café oder die Frühlingsblumen am Wegesrand auf eurem Weg zur Arbeit.

2. Plastikfasten

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 (Foto: Image'in - stock.adobe.com)

Schnell die losen Kartoffeln in die Gemüse-Plastiktüte gepackt und dazu noch die kleinen Gummibärchenpackungen für den Kindergeburtstag, ein paar PET-Wasserflaschen, Duschgel und eine Packung Servietten und plötzlich besteht unser halber Einkaufswagen aus: Plastik. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Deutschland mit 12,6 Millionen Tonnen den höchsten Plastikverbrauch in Europa. Und deshalb ruft der BUND auch dieses Jahr zum Plastifkasten auf, also dass wir bewusst auf Plastik verzichten.

So könnt ihr Plastik vermeiden:

  • Nehmt zum Einkaufen einen Stoffbeutel oder Korb mit. So müsst ihr euch keine zusätzlichen Plastiktüten im Supermarkt kaufen.
  • Ihr dürft die Plastikverpackungen für Obst, Gemüse und andere Produkte im Laden lassen.
  • Verzichtet auf Einwegverpackungen und greift stattdessen zu Mehrwegbehältern; am besten aus Glas.
  • Kauft Kosmetik ohne Mikroplastik, also ohne winzige Plastikteilchen. Mikroplastik ist bpsw. in Duschgels, Hautcremes oder Peelings enthalten. Für einen mikroplastikfreien Einkauf gibt es vom BUND einen Einkaufsratgeber mit Mikroplastik-Produkten.
  • Kauft in Unverpackt-Läden ein. Diese Läden beiten ihre Produkte ganz ohne Verpackung an. Ihr könnt Zucker, Mehl, Nüsse, etc. in eigenen Behältern abfüllen. Das ist eine zusätzliche Möglichkeit Plastik und Verpackungsmüll zu vermeiden.

Plastikmüll im Emsland

Seit mehreren Wochen werden die gelben Säcke im Emsland nicht mehr abgeholt. Der Plastikmüll stapelt sich mittlerweile vor den Häusern oder in Bushaltestellen. Betroffene Bewohner haben sich an Antenne Niedersachsen gewandt. Wir haben nachgehakt! >>


3. Klimafasten

Klimafasten bedeutet, das Leben klimafreundlicher zu gestalten und dadurch uns Menschen, Tiere und Pflanzen zu schützen. Wenn wir bereits kleine Dinge in unserem Alltag verändern, können wir unser Klima schützen. Zum Beispiel könnt ihr Abends ein Brettspiel spielen statt vor dem Fernseher oder Laptop zu sitzen. Wenn ihr beim Einkaufen häufiger auf regionale Produkte zurückgreift, verringert ihr euren ökologischen Fußabdruck. Fahrt mit dem Rad oder der Bahn zur Arbeit und lasst euer Auto stehen. Mit diesen und weiteren Fastenimpulsen rufen viele Kirchen und Bistümer in Niedersachsen zum Klimafasten auf. Das Ganze unter der Motto "So viel du brauchst...".

4. Lügenfasten

"Das Essen war echt lecker" oder "Wow, das Kleid steht dir wirklich gut!" - jetzt mal Hand auf's Herz: Wie oft rutscht euch am Tag eine (Not)lüge raus? Zu einem ganz bewussten Umgang mit der Wahrheit gibt es das Lügenfasten. Ziel ist es, sich selbst nicht mehr so oft zu belügen und auch zu anderen ehrlicher zu sein. Klar, das ist nicht immer einfach. Aber das Lügenfasten kann und soll uns dabei helfen, uns und andere besser kennenzulernen.

"7 Wochen ohne Lügen" ist das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche in diesem Jahr. Und deshalb wollte auch unsere Antenne Niedersachsen-Kirchenredaktion von euch wissen: Wie steht ihr zum Thema "Notlügen"?

Wie steht ihr zum Thema "Notlügen?"

5. Verschwendungsfasten

Bewusst kochen und keine Lebensmittel verschwenden - das zählt zum Verschwendungsfasten. Klingt einfacher als es ist. Denn jedes Jahr wandern in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Um darauf aufmerksam zu machen, lädt die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit foodsharing e.V. zum Verschwendungsfasten ein. Ihr bekommt Informationen, wie ihr keine bzw. weniger Lebensmittel verschwendet und spezielle Aufgaben, die den politischen Druck bezüglich Lebensmittelverschwendung auf die Regierung erhöhen sollen.

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 (Foto: Nitr - stock.adobe.com)

6. Die Klassiker

Dazu zählen Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch. Mit dem Verzicht auf diese Produkten wird oft dem Winterspeck der Kampf angesagt. Das ist gut für eure Gesundheit und das ein oder andere Pfund purzelt dann auch bestimmt. Denn wie oft greifen wir ganz nebenbei zu ein paar Gummibären oder einem Stückchen Schokolade? Schuld daran ist unser Heißhunger auf etwas Süßes. Wir haben fünf Tipps, wie ihr der Lust auf Süßes widerstehen könnt. Zusätzlich gibt es auch das Heilfasten auch Buchinger. Der Ansatz ist, den Körper von Giftstoffen zu reinigen und die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Tipps zum Heilfasten nach Buchinger findet ihr hier.

Stichwort Achtsamkeit

Im Grunde genommen geht es beim Fasten, egal ob Digital Detox, Klimfasten oder, oder, oder, um eins: Sich in Achtsamkeit zu üben und Dinge bewusster wahrzunehmen. Je achtsamer wir leben, desto (selbst)bewusster können wir auf Situationen reagieren. Mittlerweile setzen auch große Unternehmen wie Google auf Achtsamkeitstrainer und Meditation für die Mitarbeiter.