Fragen & Antworten

Die sechs wichtigsten FAQs zur Krankenzusatzversicherung

Experten empfehlen eine Krankenzusatzversicherung. Wer als Verbraucher diesen undifferenzierten Tipp liest, kann damit in der Regel nur vergleichsweise wenig anfangen, denn: Was ist denn eigentlich eine Krankenzusatzversicherung? Und welcher „Zusatz“ wird damit abgedeckt? Durchblick im Dschungel der Angebote soll die Beantwortung dieser FAQs schaffen.


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(Foto: pixabay.com © DarkoStojanovic (CC0 Public Domain))

1.) Warum ist eine Krankenzusatzversicherung neben der gesetzlichen Krankenversicherung nötig?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt einen Teil der Kosten, die für die Behandlung bei Krankheit anfallen. Immer häufiger jedoch werden Kunden heute beim Arzt oder Facharzt darauf hingewiesen, dass eine spezielle Behandlungsform oder Präventivmaßnahme (die Krebsvorsorge beim Frauenarzt oder die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt) nur in geringem Umfang von der Krankenkasse bezahlt wird. Den Rest müssen gesetzlich Versicherte aus eigener Tasche zahlen. Genau an diesem Punkt setzen Krankenzusatzversicherungen an, die die gesetzlichen Leistungen aufstocken und so die Summe der Eigenleistung minimieren. Auch ermöglichen Krankenzusatzversicherungen gesetzlich Versicherten Leistungen in Anspruch zu nehmen, die sonst nur für Privatversicherte „reserviert“ waren wie etwa die Chefarztbehandlung oder das Einzelzimmer.

2.) Wer darf eine Krankenzusatzversicherung anbieten?

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(Foto: pixabay.com © skeeze (CC0 Public Domain))

„Die Gesundheitsreform erlaubt gesetzlichen Krankenkassen, private Zusatzversicherungen zu vermitteln. Seitdem werden Versicherte von ihrer Kasse verstärkt mit zusätzlichen Leistungen im Krankenhaus und vielen weiteren Extras umworben“, heißt es dazu auf verbraucherzentrale.de. Dabei offerieren die gesetzlichen Krankenversicherer zusätzliche Versicherungsangebote. Bei Vertragsabschluss wird der Kunde allerdings dann „weitergereicht“ an die Zusatzversicherung, die fortan in der Kommunikation mit dem Kunden ist. Wer sich selbst auf die Suche nach einer geeigneten Zusatzversicherung machen möchte, kann auf krankenzusatzversicherung.de auswählen, welche Form der Krankenversicherung die Passende ist.

Beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung muss darauf geachtet werden, welche Behandlungen wohl in der Zukunft zu erwarten sind.

3.) Welche Formen der Krankenzusatzversicherung gibt es?

Die große Bandbreite an Krankenzusatzversicherungen kommt dem Verbraucher durchaus zugute, denn dadurch kann eine Krankenzusatzversicherung ausgewählt werden, die auch wirklich zur Person passt. Ein Beispiel aus der Praxis: Wer in jungen Jahren eine Zahnzusatzversicherung abschließt, sollte hier die Komponente der kieferorthopädischen Leistungen einschließen. Im Alter indes sind die Leistungen, die für Zahnersatz gewährleistet werden, bei weitem entscheidender.
So werden spezielle Versicherungen angeboten wie etwa die Zahnersatz- oder Zahnzusatzversicherung. Auch die Brillenversicherung oder die Versicherung mit Blick auf medizinische Hilfsmittel sind ganz spezielle Formen der Krankenzusatzversicherung. Darüber hinaus gibt es Versicherungsoptionen, die sich rund ums Thema Krankenhaus ragen. Die Krankenhaustagegeldversicherung ist hierbei die bekannteste Form. Auch klassische Krankenzusatzversicherungen werden angeboten. Hierbei wird das Krankengeld, das nach einer sechswöchigen Krankheit an Arbeitnehmer bezahlt wird, aufgestockt, um die Lücke zum eigentlichen Arbeitslohn zu verringern.
Häufig werden Krankenzusatzversicherungen auch als modulares Konzept angeboten, das dem Verbraucher den Vorteil bietet, einen Versicherungsanbieter und damit auch einen Ansprechpartner zu haben, dabei aber gleichzeitig mehrere Leistungen absichern zu können. Auch preislich sind die Kombivarianten manchmal eine interessante Option.

4.) Warum wird von einer Zuzahlung seitens der Krankenzusatzversicherung gesprochen?

Krankenzusatzversicherungen sind in aller Regel so konzipiert, dass sie Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aufstocken. Die Aufstockung passiert mit einem festgelegten Prozentsatz. Das bedeutet in der Praxis, dass der Zahnersatz durch einen Teil von der gesetzlichen Krankenversicherung beglichen wird. Das wertigere oder schönere Implantat-Material wird dann zu 80 Prozent von der Zahnzusatzversicherung übernommen. So ergibt sich ein Endbetrag, die Eigenleistung, die für den Privatverbraucher leistbar sein sollte.
Der Prozentsatz ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wird in Abstimmung mit der Krankenzusatzversicherung festgelegt. Dabei gilt: Je mehr Zuzahlung gewährt wird, desto höher kann auch der Versicherungsbeitrag ausfallen. Zudem bieten nicht alle Versicherungen alle Prozentsätze an. Das Maximum der Erstattung liegt meist bei 90 Prozent.

5.) Gibt es auch temporäre Varianten der Krankenzusatzversicherung?

Die gibt es. Die Auslandsreisekrankenversicherung kann beispielsweise als temporäre Variante zur Reise gebucht werden (ebenso wie die klassische Reisekrankenversicherung). Wer viel reist, für den lohnt sich eine Jahresversicherung. Andernfalls kann die Reisekrankenversicherung ebenso temporär begrenzt abgeschlossen werden wie etwa eine Reiserücktrittsversicherung, die lediglich den Zeitraum vor Reiseantritt absichert.

6.) Was ist bei der Gesundheitsprüfung zu erwarten?

Die Gesundheitsprüfung gilt als die unsichtbare Hürde auf dem Weg zur Krankenzusatzversicherung. Warum eine Gesundheitsprüfung nötig ist, ist schnell erklärt: Die Versicherung möchte möglichst realistisch das Risiko einschätzen können, mit dem der Versicherungswillige behaftet ist, der eine Krankenzusatzversicherung abschließt. Das heißt auch, dass die Fragen der Gesundheitsprüfung wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen. Wer hier schwindelt, riskiert die Kündigung der Versicherung, wird mit einem teuren Risikoaufschlag „bestraft“ oder muss sogar mit Rückforderungen seitens der Versicherung rechnen, wenn der Betrug auffliegt. Der Fragenkatalog der Krankenzusatzversicherung ist nicht standardisiert und damit nicht bei jedem Versicherungsanbieter gleich, wohl aber werden meist die untenstehenden Themen abgefragt.

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(Foto: pixabay.com © skeeze (CC0 Public Domain))

Bei der Gesundheitsprüfung muss angegeben werden, wie es um die eigene Sehfähigkeit bestellt ist.

  • Fragen zu anderen Krankenversicherungen (bzw. abgelehnten Anträgen)
  • Gesundheitszustand: Größe, Gewicht, Gebisszustand, Hör- und Sehvermögen
  • Arbeitsfähigkeit
  • Medikamente, Beratungen, Untersuchungen, Behandlungen, Operationen (in der Vergangenheit) sowie medizinische Empfehlungen für die Zukunft
  • Kuraufenthalte, Drogenkonsum, Suchtbehandlungen
  • Krankheiten und Infektionen, Gesundheitsstörungen, Folgen eines Unfalls, Behinderungen

Wer hier wahrheitsgemäß auf Erkrankungen hinweist, muss weiter ins Detail gehen und die Krankheit, die Beschwerden sowie die Behandlung detailliert und inklusive Hinweisen auf Dauer und Verlauf beschreiben. Auch Ärzte, Therapeuten und dergleichen müssen benannt werden.