Zinsen

Strafzinsen für Sparer und Besitzer von Giro- und Tagesgeld-Konten?

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Strafzinsen für Banken wohl erhöhen. Für Sparer und Besitzer von Giro- und Tagesgeld-Konten könnte das bedeuten, dass die Kosten auf sie umgelegt werden.


Zinsen.jpeg
 (Foto: Toni - stock.adobe.com)

Das Kern-Geschäft der Banken, die Vergabe von Krediten, läuft nicht. Parken Kreditinstitute das angehäufte Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), müssen sie dafür 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Diese Strafzinsen werden von der EZB jetzt wohl erhöht und von den Banken dann vermutlich direkt an den Verbraucher weitergereicht.

Verbraucher können ihr Girokonto problemlos kündigen und sich eine andere Bank suchen, um damit die Strafzinsen zu umgehen. In solchen Fällen ist ein Vergleich verschiedener Anbieter hilfreich. Entsprechende Rechner bieten unter anderem die Plattformen Check24, Verivox oder biallo.de an.

Die Verbraucherzentralen haben noch eine andere Idee: Verbraucher können ein Konto auch bei einer preisgünstigen Smartphone-Bank eröffnen. Neue Direktbanken treten derzeit in den Markt, bieten entgeltfreie Girokonten und innovative Banking-Apps an.

Sparer setzen auf traditionelle Geldanlagen

Und obwohl immer mehr Banken und Sparkassen - bisher von vermögenden Privatkunden - inzwischen auch Geld fürs Verwahren von Guthaben verlangen, setzen Verbraucher in Deutschland trotz mickriger Zinsen laut einer aktuellen Umfrage weiter überwiegend auf traditionelle Geldanlagen. Auch nachhaltige Geldanlagen, etwa in umweltfreundliche Aktien oder Fonds, spielen ungeachtet der Klimadebatte bisher eine eher untergeordnet Rolle, wie aus der Umfrage für den Bankenverband hervorgeht.

Danach dominieren bei Geldanlagen in Deutschland nach wie vor das Sparbuch, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag: 41 Prozent der befragten Anleger nutzen das Sparbuch, 33 Prozent setzen auf die Lebensversicherung sowie 30 Prozent auf den Bausparvertrag. Es folgen Immobilien (25 Prozent) und Tagesgeld-Anlagen (23 Prozent).

Niedrige Zinsen können auch zu kuriosen Entwicklungen führen: So bekamen zuletzt Kunden bei kurzfristigen Aktionen sogar Geld geschenkt, wenn sie Kredite aufnahmen. Wer einen Kredit in Höhe von 1.000 Euro aufnahm, der musste nur 993,70 Euro zurückzahlen. Dieses Angebot einer Kreditplattform entsprach einem Negativzins für den Kredit von 0,4 Prozent. Diesmal zugunsten der Verbraucher.

(mit Material der dpa)