Steuern

Abgabefrist 31. Mai 2018: Wer bei der Steuererklärung helfen kann

Jedes Jahr im Mai blicken viele Steuerzahler besorgt auf den Kalender, denn am 31. Mai endet die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung.


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Foto: pixabay / stevepb

Nur in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Sachsen haben die Steuerpflichtigen ab diesem Jahr zwei Monate mehr Zeit. Allerding nur, wenn sie ihre Steuererklärung elektronisch abgeben. Lediglich Rheinland-Pfalz ist kulanter und gewährt die längere Frist bis 31.07. allen Steuerpflichtigen.

Steuerpflichtige, die die Frist unentschuldigt versäumen, bekommen Post vom Finanzamt. Darin wird ein Zwangsgeld angedroht und eine Nachfrist gesetzt. Verstreicht auch die Nachfrist erfolglos, drohen Versäumniszuschläge oder gar eine Steuerschätzung. Eine Steuerschätzung ist in der Regel mit einer deutlich höheren Steuerzahlung verbunden, denn bei der Schätzung rundet das Finanzamt großzügig auf.

Wer bis jetzt noch nicht an die Steuererklärung gedacht hat, sollte sich schnell an die Arbeit machen oder Unterstützung holen. Die Abgabe der Steuererklärung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen.

1. Abgabe durch den Steuerberater

Die bequemste Variante ist ein Steuerberater, der anhand der zur Verfügung gestellten Unterlagen die Erklärung erstellt und beim Finanzamt einreicht. Dafür hat er dann bis zum Jahresende Zeit. Der Steuerberater prüft auch den Steuerbescheid und übernimmt, falls notwendig, die weitere Kommunikation mit dem Finanzamt. Allerdings kann der Steuerberater auch nur das in der Erklärung angeben, was ihm die Mandanten einreichen. Viele Steuerberater fragen leider nicht extra nach, ob auch wirklich alle Belege über Ausgaben etc. komplett sind. Nicht selten wird deshalb etwas vergessen, was noch den einen oder anderen Euro an Steuerersparnissen gebracht hätte. Auch die Kosten sind nicht zu vergessen, denn die Bequemlichkeit der Steuerzahler lässt sich der Steuerberater mit mehreren hundert Euro gut honorieren.

2. Lohnsteuerhilfeverein: die günstigere Alternative zum Steuerberater

Eine günstigere Alternative zum Steuerberater ist ein Lohnsteuerhilfeverein. Lohnsteuerhilfevereine erstellen für ihre Mitglieder die Steuererklärung. Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei einem Steuerberater. Allerdings dürfen die Lohnsteuerhilfevereine nur in begrenztem Umfang tätig sein, denn die Hilfeleistung für freiberuflich oder gewerblich tätige Selbständige ist nicht möglich.

Auch wer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünften oder sonstige Einkünfte hat, muss aufpassen. Falls diese Einkünfte insgesamt über 13.000 Euro liegen, darf auch hier der Lohnsteuerhilfeverein nicht tätig werden. Die Mitgliedschaft beim Lohnsteuerhilfeverein kostet im Durchschnitt etwa 150 Euro pro Jahr, zusätzlich fällt eine einmalige Aufnahmegebühr an.

3. Fest installierte Steuerprogramm für den PC

In den Softwareregalen der Kaufhäuser finden sich zahlreiche Steuerprogramme, die bei der Abgabe helfen sollen. Die Qualität dieser Programme ist unterschiedlich, deshalb sollten sich Steuerzahler vor dem Kauf im Internet informieren und Testberichte lesen. Man sollte aber unbedingt darauf achten, dass eine aktuelle Programmversion vorliegt, denn mit einer älteren Version können keine aktuellen Erklärungen erstellt werden. Auch Systemvoraussetzungen müssen beachtet werden. Viele Programme setzten eine bestimmte Version des Windows oder des Mac-Betriebssystems voraus.

Der Preis für eine Steuersoftware ist überschaubar, günstige Programme sind bereits ab ca. zehn Euro erhältlich. Umfangreichere Software kostet um die 40 Euro. Gute, fest installierte Steuerprogramme bieten neben dem Formularmodus auch einen Interviewmodus, bei dem der Nutzer Fragen beantwortet. Je nach Antwort werden dann die passenden Anlagen zur Steuererklärung hinzugefügt und die Felder ausgefüllt. Hilfen und Steuertipps erleichtern das Ausfüllen der Steuererklärung.

Der Nachteil einer festinstallierten Steuersoftware liegt darin, dass die Programme extra auf einem Rechner installiert und gewartet werden müssen. Zudem können sie in der Regel immer nur für ein bestimmtes Steuerjahr verwendet werden. Es muss also jährlich eine neue Version der Software gekauft und installiert werden. Insofern gehört die Zukunft den Online-Diensten, die einen orts-, zeit- und geräteunabhängigen Zugriff ermöglichen.

4. ELSTER-Online: das Portal der Finanzverwaltung

Seit einigen Jahren bietet das Finanzministerium mit Elster-Online ein eigenes Onlineportal für die digitale Steuererklärung an. Mit der diebischen Elster hat das Programm übrigens nichts zu tun, Elster ist die Abkürzung für ELektronische LohnSteuerERklärung. Zu den Vorteilen von Elster gehört sicher, dass es alle nur denkbaren Steuerformulare bereithält. Auch die Datenübernahme aus den Vorjahren ist möglich, ebenso könnend sich Steuerpflichtige den Steuerbescheid über das Elsterportal abholen.

Allerdings bildet Elster lediglich die Papierformulare ab und gibt keinerlei Hinweise auf konkrete Steuersparmöglichkeiten. Lediglich eine Plausibilitätsprüfung und die Berechnung der Einkommensteuer und des Solidaritätszuschlages sind integriert. Falls Elster nicht plausible oder fehlende Angaben entdeckt, stiften die Erläuterungstexte mehr Verwirrung als Nutzen, sind sie doch in bestem Beamtendeutsch formuliert. Elster-Online ist damit nur Experten oder Puristen zu empfehlen.

5. Online-Steuererklärung

Die Zukunft der Steuererklärung gehört sicher Online-Portalen. Diese Portale können ortsunabhängig benutzt werden. Auch um das Betriebssystem brauchen sich die Nutzer keine Gedanken machen, benötigt wird lediglich ein Webbrowser und eine Internetverbindung. Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Statt komplizierte Steuerformulare auszufüllen, führen Online-Portale den Nutzer in Form von einfachen Interviews durch die Steuererklärung. Ergänzend stehen Online-Hilfen und Videos zur Verfügung, die auch Steuertipps enthalten. Die im Interview gemachten Angaben werden automatisch in die offiziellen Steuerformulare übertragen, die dann je nach Vorliebe ausgedruckt oder online an das Finanzamt übermittelt werden können.

Der einzige Nachteil war lange Zeit, dass es keine Online-Steuererklärungen für spezielle Berufsgruppen oder Menschen in Ausbildung gab. Diese Lücke schließt seit zwei Jahren etwa ein Berliner Softwareanbieter. Im Angebot sind maßgeschneiderte Lösungen für Studenten, Lehrer, Pädagogen, Polizisten, Soldaten oder allgemein Arbeitnehmer. Besonders interessant ist ein englischsprachiges Angebot für Expats, die mit dem deutschen Steuerrecht noch keine Erfahrungen gemacht haben. Der Vorteil von spezialisierten Lösungen ist, das die Benutzer sich auf die notwendigen Angaben beschränken können, was den Zeitbedarf für die Erstellung der Steuererklärung enorm senken kann. Auch berufsspezifische Besonderheiten wie ein häusliches Arbeitszimmer bei Lehrern, Schichtzulagen bei Polizisten oder die Studienkosten werden gut abfragt. Zudem berücksichtigen die Programm Pauschalen, die in vielen Steuererklärungen häufig übersehen werden.