Tipps

Was tun bei Angst vorm Schulanfang?

Der allererste Schultag ist für viele ABC-Schützen ein sehr spannendes Ereignis - aber manchmal auch ein bisschen unheimlich. Was ihr tun könnt, um eurem Kind die Angst vorm ersten Schultag zu nehmen, erfahrt ihr hier.


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 (Foto: picture alliance / Peter Steffen)

Wir haben für euch mit dem Psychologen Dr. Christian Lüdke gesprochen und ihm einige Fragen dazu gestellt, wie euer Kind am besten angstfrei durch den ersten Schultag kommt. Hier findet ihr seine Tipps.

Tipp 1: Angst ist absolut normal

Angst ist vollkommen normal. Kinder und auch Erwachsene haben immer Angst, wenn es Veränderungen oder etwas Neues gibt. Das sollten die Eltern auch bestätigen und keine "Angst vor der Angst" haben.


Tipp 2: Das Kind informieren

Es hilft gut, wenn die Eltern den Kindern möglichst viele Informationen geben. Wenn ein Kind genau weiß, wie der Ablauf am ersten Schultag aussieht, also was in den einzelnen Stunden passiert, dann gibt ihm das Sicherheit. Im Vorfeld kann man außerdem schon einmal den Schulweg abgehen, die Schule und das Klassenzimmer anschauen. All das fördert das Kind und verhindert, dass die Ängste übergroß werden.


Tipp 3: Eltern sollten ihre eigene Angst nicht auf das Kind übertragen

Es ist tatsächlich so, dass viele Kinder im Grunde genommen nur die Ängste ihrer Eltern spüren. Wenn Eltern Angst haben - was ja oft normal ist, zum Beispiel bei der Angst, dass auf dem Schulweg etwas passieren könnte -, sollten sie das auf gar keinen Fall vor ihren Kindern zeigen und schon gar nicht aussprechen. Sie sollten also nicht mit den Kindern über ihre Ängste reden, sondern das Thema als Eltern untereinander oder mit Freunden besprechen. Kinder brauchen stabile Personen - im besten Fall ihre Eltern. Sie stellen einen Großteil der Welt eines Kindes dar und wenn es merkt, dass seine Eltern unsicher sind, dann ist das Kind natürlich auch verängstigt.


Tipp 4: Lernen, das Kind loszulassen

Es ist für Eltern immer schwierig, die Kinder loszulassen, egal ob sie in die Krippe gehen, zur Schule oder auch später. Dabei ist genau das ganz wichtig, damit die Kinder lernen, Selbstvertrauen zu haben. In der Psychologie nennt man das "Selbstwirksamkeit": "Ich schaffe das. Ich kann das alleine". Eltern sollten hier also wirklich nicht übervorsichtig sein. Sie sollten die Kinder auch nicht bis auf dem Schulhof fahren oder bis ins Klassenzimmer bringen. Das macht die Ablösung des Kindes enorm schwierig. Hier müssen die Eltern im Grunde genommen mehr lernen als die Kinder.