Schulstart Spezial

Was für ein Lern-Typ ist mein Kind?

Wie lernen Kinder am besten? Es kommt drauf an, und zwar auf den Lerntyp des Kindes. Hier stellen wir euch die vier verschiedenen Typen vor, sagen euch woran ihr sie erkennt und wie ihr sie am besten unterstützt.


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(Foto: Jürgen Möller, Lehrer und Lerncoach LVB Lernen e.V.)

Warum es sich lohnt, den Lerntypen zu kennen

Kindergartenkinder lernen meist noch direkt über das was sie sehen, darum haben wir beim Memory-Spiel auch oft auch keine Chance. Wir arbeiten mit Mustern ( „Der Hund ist oben links“), das Kleinkind sehr dagegen mehr das Gesamtbild. In der Schule wird das Lernen dann strukturierter, und es bilden sich vier Lerntypen heraus. Jedes Kind hat Anteile von jedem Typen, aber einer ist i.d.R. vorherrschend. Wenn ihr wisst welcher, könnt ihr euer Kind besser verstehen und unterstützen.

1. Der logisch-abstrakte Typ

Daran erkennt ihr ihn:

  • Ordentlich
  • Ehrgeizig
  • Gut strukturiert
  • Lernt schnell und am liebsten allein
  • Mag Frontalunterricht
  • Hasst Rollenspiele
  • Ungeduldig
  • Redet nicht gern über Gefühle

Lieblingsfächer:

  • Mathe
  • Naturwissenschaften
  • Grammatik in den Sprachen

So unterstützt ihr ihn:

Der logisch-abstrakte Typ kann und will lernen, aber er braucht Herausforderungen, sonst schaltet er schnell ab. Er muss außerdem lernen in Gruppen klar zu kommen, anderen zuzuhören und sich in andere Menschen hinein zu versetzen. Alles Dinge, die man nicht alleine zuhause am Schreibtisch lernt.

2. Der sicherheitsliebende Typ

Daran erkennt ihr ihn:

  • Liebt Regeln und gewohnte Abläufe
  • Ist fleißig und gut angepasst
  • Kann gut auswendig lernen
  • Braucht Zeit, um sich auf Veränderungen einzustellen
  • Perfektionist
  • Hält sich oft mit Kleinigkeiten auf
  • Meldet sich im Unterricht nur, wenn die Antwort auch 100%ig sicher richtig ist

Lieblingsfach:

  • Allgemein Fächer, in denen viel auswendig gelernt wird

So unterstützt ihr ihn:

Der sicherheitsliebende Typ brauch Sicherheit um Leistung bringen zu können. Er muss vor allem wissen: Ich darf auch Fehler machen, er sollte darum auf keinen Fall für schlechte Leistungen bestraft werden. Außerdem braucht er Zeit, um mit neuen Situationen klar zu kommen. Dieser Typ lernt viel über das Hören, darum ist es gut, wenn er den Lernstoff laut vor sich her sagt. Damit er nicht nur stumpf auswendig lernt, soll er euch das Gelernte mal in eigenen Worten erzählen.

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(Foto: Jürgen Möller, Lehrer und Lerncoach LVB Lernen e.V.)

3. Der emotionale Typ

Daran erkennt ihr ihn:

  • Sensibel, spontan und impulsiv
  • Er tut sich schwer mit logisch-abstrakten Dingen und wird darum oft als schlechter Schüler gesehen
  • Lernt gerne in Gruppen
  • Ist harmoniebedürftig
  • Kann nicht gut still sitzen
  • Braucht viel Zeit zum Lernen
  • Nimmt sich Misserfolge sehr zu Herzen

Lieblingsfächer:

  • Musik
  • Kunst
  • Sport

So unterstützt ihr ihn:

Der emotionale Typ braucht am meisten Unterstützung, sonst droht eine Negativspirale aus Misserfolgen und Versagensängsten, bis Schule und Lernen generell etwas durch und durch Negatives ist. Dieser Typ lernt für Lob und Anerkennung, darum gilt auch hier: Schlechte Leistungen auf keinen Fall bestrafen. Wichtig: Belohnt das Bemühen, und nicht die Noten! Weil er viel Zeit zum Lernen braucht, braucht ihr viel Geduld. Wer die nicht hat, sollte professionelle Lernhilfe in Anspruch nehmen. Was sonst noch hilft: Bewegung beim Lernen, Gruppenarbeit und Hintergrundmusik, die nicht ablenkt.

4. Der kreativ-chaotische Type

Daran erkennt ihr ihn:

  • Lernt, um Spaß zu haben
  • Wenn nicht gelacht wird, ist Unterreicht für ihn sinnlos
  • Redet gern
  • Meldet sich oft
  • Hat viel Phantasie Mag Gruppenarbeit
  • Ist gut in Rechtschreibung
  • Tut oft nur das Nötigste
  • Macht Flüchtigkeitsfehler
  • Unordentlich und vergesslich

Lieblingsfächer:

  • Sprachen (keine Grammatik)
  • Allgemein Fächer, in denen viel diskutiert wird

So unterstützt ihr ihn:

Bei dem kreativ-chaotischen Typ macht oft nicht der Lernstoff Schwierigkeiten, sondern die Organisation. ToDo-Listen und Aufgabenhefte helfen ihm, den Überblick zu behalten. Dieser Typ lernt viel über das Sehen, darum motiviert ihn, sich den Lernstoff in Bildern vorzustellen. Unangenehme Aufgaben können auch mal spielerisch gelöst werden etwa indem für jede gelöste Matheaufgabe eine Spielfigur ein Feld fortgesetzt werden darf. Aber er muss auch lernen, das im Leben nicht alles Spaß machen kann.

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(Foto: Jürgen Möller, Lehrer und Lerncoach LVB Lernen e.V.)

Was ihr noch wissen solltet

Was ihr noch wissen solltet
Der Lerntyp hat nichts mit Intelligenz zu tun. Der logisch-abstrakte Typ hat es sicherlich leichter als die anderen, aber nur, weil seine Art des Lernens besser mit den Anforderungen der Schule zusammen passt. Außerdem wichtig: Der Lerntyp kann sich auch mal ändern. Es lohnt sich, immer mal wieder genau hinzuschauen…

Tipps für alle Typen:

  • Die drei besten Tipps fürs erfolgreiche Lernen lauten: Wiederholen, wiederholen und wiederholen
  • Strafen machen es im Zusammenhang mit Schule und Lernen eigentlich immer schlimmer
  • Nicht das Ergebnis belohnen (Zensuren) sondern das Bemühen (das Lernen)
  • Die größte Belohnung für Kinder ist Zuwendung und Zeit
  • Direkt nach dem Lernen sollten Computer und Fernsehen für mind. 30 Minuten aus bleiben, ansonsten überlagern die neuen Eindrücke das Gelernte