Interview

Terrorangst: Wie spreche ich mit meinen Kindern?

Immer wieder werden Kinder mit schlimmen Nachrichten konfrontiert. Ein Anschlag mit vielen Toten in Berlin - und das kurz vor dem Weihnachtsfest. Wie sollten Eltern mit ihren Kindern darüber sprechen? Antworten von Psychologe Christian Lüdke.


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 (Foto: pavel_shishkin - Fotolia)

Wenn wir Erwachsenen von schrecklichen Nachrichten erfahren, kennen wir unsere eigene Verunsicherung. Schon wieder ein Anschlag? So viele unschuldige Opfer? Sind wir noch sicher? Während wir dann doch Informationen und Bilder einordnen und verarbeiten können, ist das für Kinder schwer. Eltern sollten ihnen in solchen Situationen beistehen. Nach dem Anschlag mit eine LKW auf der Berliner Weihnachtsmarkt haben wir Kinder- und Jugendtherapeut Dr. Christian Lüdke nach seinen Empfehlungen gefragt.

  • Wir man mit seinem Kind über die Ereignisse sprechen sollte, hängt vom Alter des Kindes ab.
  • Mit Kindern bis zum vierten Lebensjahr sollte man gar nicht über die schlimmen Nachrichten sprechen.
  • Bei Kindern im Alter zwischen vier und zehn Jahren sollte man nur dann die Ereignisse thematisieren, wenn das Kind selbst aktiv nachfragt.
  • Eltern sollten sachlich und ruhig über das Geschehene berichten und auf besonders bildliche Ausschmückungen verzichten - das sorgt nur für plastische Bilder bei den Kindern und damit für Unsicherheit und Angst.
  • Kinder sollten auch von ihren Eltern beruhigt werden. "Hab keine Angst. Das wird uns hier bestimmt nicht auch passieren." Eltern sollten von ihren Kindern als stabile Personen wahrgenommen werden, die Hoffnung und Zuversicht vermitteln.
  • Mit Kindern ab 11 Jahren kann man bereits wie mit Erwachsenen über die Ereignisse sprechen.

Antenne Niedersachsen Reporter Daniel Flüß hat mit Dr. Christian Lüdke telefoniert: