Do it yourself

So gründet ihr eure eigene Kita

Zu wenig Kita-Plätze? Dann kommt für euch vielleicht eine eigene Kita infrage, wie es die Elterninitiative vom Kinderhaus Limberger Straße e.V. in Osnabrück gemacht hat. Hier haben Eltern einfach kurzerhand selbst ihre Kita gegründet. Wie ihr das auch machen könnt, erfahrt ihr hier.


Kita_Titelbild.jpg
Kinderhaus Limbergerstr. e.V. - Leiter Torsten Schettulat_1500_photoshop.jpg
Torsten Schettulat leitet das Kidnerhaus in der Limberger Straße. (Foto: Antenne Niedersachsen)

Das Kinderhaus Limberger Straße e.V. ist der älteste von Eltern gegründete Kindergarten Osnabrücks. Hier sind die Eltern die Chefs. Gemeinsam mit dem Leiter des "Kinderladens" Torsten Schettulat organisieren sie sich selbst, damit der Laden läuft. Das bringt aber nicht nur viel Büro-Arbeit mit sich, sondern hat auch viele Vorteile.

Zuallererst ist den Kindern der Vereinsmitglieder der Kita-Platz natürlich sicher. Die Atmosphäre ist familiär, der Austausch zwischen Eltern und Erziehern enger. Elterninitiativen haben ganz andere Mitgestaltungsmöglichkeiten. Das heißt aber auch, dass sie mal einspringen müssen, wenn ein Erzieher Urlaub hat oder krank ist. "Das ist hier fast wie in einer großen Familie", sagt Leiter Torsten.

Was ihr bei der Gründung einer selbstorganisierten Kita beachten müsst, haben wir noch mal für euch zusammengefasst.

So gründet ihr eure eigene Kita

1. Konkretisiert eure Ideen

Bevor ihr den Gang zu Behörden oder Förderern antretet, solltet ihr eine klare Vorstellung vom Aufbau eurer Kita haben. Schließlich benötigen verschiedene Kita-Ideen unterschiedliche Umsetzungen. So wird eine Wald-Kita anderer Schwerpunkte haben als eine Kita im Innenstadtbereich.

2. Organisiert euch Mitstreiter

Kita_2_1500.jpeg
 (Foto: Oksana Kuzmina - stock.adobe.com)

Gemeinsam klappt es besser. Wenn ihr Mitstreiter habt, die eure Idee ebenfalls vertreten, könnt ihr die Arbeit untereinander verteilen. Wer übernimmt welche Aufgaben? Wer spricht mit den Behörden? Je mehr die Eltern mithelfen können, desto günstiger können bspw. auch die zukünftigen Beitragskosten für eure Kita ausfallen. Eine kleine Gruppe von fünf bis sechs Elternteilen reicht für den Anfang aus.

3. Kita gründen

Welche Rechtsform ihr für eure Kita wählen möchtet, bleibt euch überlassen. Ihr könnt zum Beispiel einen Verein gründen oder eine GmbH.

4. Behörden

In Niedersachsen sind die einzelnen Jugendämter für die Bedarfsplanung der Kitas zuständig. Klärt mit dem für eure Gemeinde zuständigen Jugendamt ab, ob ihr den Antrag direkt bei dem Jugendamt vor Ort abgeben könnt oder ob ihr euch an das Landesjugendamt wenden müsst.

5. Finanzierung

Wenn eure Kita in den Bedarfsplan eures zuständigen Jugendamtes aufgenommen wurde und ihr die Betriebserlaubnis erteilt wird, habt ihr Anspruch auf Finanzierung durch die zuständige Kommune. Aufgepasst: Die Förderung läuft erst mit dem Start des Kita-Betriebs an. Die Gründungsphase müsstet ihr selbst finanzieren, z.B. über ein spezielles Förderprogramm oder einen Kredit. Nur wenn eure Kita kostendeckend arbeitet, könnt ihr auf Dauer eine Kinderbetreuung sicherstellen. Ein entsprechendes Finanzierungskonzept ist hier hilfreich und sinnvoll.

6. Kita-Vorschriften einhalten

Kita_Gebäeude_1500.jpeg
 (Foto: Anna Ritter - stock.adobe.com)

Für Kitas gibt es bestimmte Voraussetzungen, die eingehalten werden müssen. So dürfen Kinder nur durch qualifiziertes pädagogisches Personal betreut werden und auch bei den Räumlichkeiten müssen in jedem Bundesland bestimmte Vorschriften eingehalten werden, wie die Größe, Helligkeit oder Wärme der Räume.

7. Personal

Welche und wie viele Personen bzw. Fachkräfte ihr für eure Kita einstellen müsst, steht in den jeweiligen Landesgesetzen. So darf in Niedersachsen bspw. nur ein/e Sozialpädagoge/-pädagogin oder ein/e Erzieher/in mit staatlicher Anerkennung bzw. ein/e Erzieher/in mit staatlicher Anerkennung (sozialpädagogische Fachkräfte) die Leitung einer Kita übernehmen.

8. Eröffnen

Wenn ihr alle Punkte erfolgreich geschafft habt, steht eurer Eröffnung nichts mehr im Wege. Und das darf ordentlich gefeiert werden! Natürlich mit einem Fest für alle Helfer.