Schulstress

Schulstress vor Weihnachten - Tipps für Schüler und Eltern

Das Schuljahr in Niedersachsen ist besonders kurz - der Schulstress besonders groß. Gerade jetzt im Dezember werden wöchentlich mehrere Arbeiten und Tests geschrieben. Eine enorme Belastung für Schüler und Eltern - übrigens auch für Lehrer. Hier gibt's Tipps, wie ihr den Schulstress meistern könnt.


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Von besinnlicher Vorweihnachtszeit ist an den Schulen in Niedersachsen jedenfalls nichts zu spüren. Bis zu drei Arbeiten pro Woche, die geschrieben werden müssen. Dazu Vokabeltests und vielleicht auch noch Proben für das Schulkonzert. Die Hobbies fallen dann meist hinten rüber. Fußballtraining oder Klavierspielen - gecancelt. Das ist ziemlich deprimierend. Im wahrsten Sinne des Worte: Lernstress und Leistungsdruck sorgen bei fast jedem dritten Schüler für depressive Stimmungen.

Schulstress in Grenzen halten - 10 Tipps von der Expertin

Nina Koschnicke aus Hannover war selbst jahrelang Lehrerin, bis sie ihren Beruf an den Nagel gehängt hat. Inzwischen ist sie Lerncoach und betreut Schüler und deren Eltern. Sie weiß, was Schulstress bedeutet und mit welchen Methoden man ihn in den Griff bekommen kann.

TIPP 1: Sucht euch einen Lernpartner

Nina Koschnicke empfiehlt, nicht alleine zu lernen. Lernen mit einem guten Freund oder einen guten Freundin motiviert ganz einfach mehr. Man kann sich austauschen, gegenseitig helfen - und mit ein bisschen Glück macht das Lernen sogar Spaß. Perfekt.

TIPP 2: Ein persönlicher Lernplan hilft

Klingt ein bisschen anstrengend - ist aber eine große Hilfe. Gerade in stressigen Phasen wie kurz vor Weihnachten sollte man für sich selbst einen Lern(stunden)plan erstellen, also die Zeit nach der Schule einteilen. Dabei wird klar: Wann habe ich überhaupt Zeit zu lernen? Wann lerne ich für was? Wann plane ich bewusst „Freizeit ohne schlechtes Gewissen“ für mich ein? Das ist Zeitmanagement im besten Sinne, und es fühlt sich gut an, wenn man seinen eigenen Lernplan einhält. Übrigens: so ein Lernplan ist grundsätzlich eine gute Hilfe - auch in nicht so stressigen Zeiten.

TIPP 3: Smartphone und Glotze aus und ausreichend schlafen

Interessanter Fakt aus der Hirnforschung: Nur wenn wir ausreichend schlafen - am besten zwischen 7 und 9 Stunden - kann unser Gehirn Gelerntes bestmöglich speichern. Dazu ist es auch wichtig, dass man sich vor dem Schlafengehen nicht mit Daddeln am Smartphone betäubt. Eine Stunde zur Ruhe kommen, ein Buch lesen und dann lange Schlafen - das ist das Rezept. Ist vielleicht in diesen Zeiten etwas schwer vermittelbar, aber tatsächlich das Beste für ein erfolgreiches Lernen. Und noch ein Fakt: Wenn man sich nach dem Lernen direkt einen spannenden Film reinzieht oder eine Action-Spiel an der Konsole spielt, überdecken die Emotionen das gerade Gelernte. Also lieber etwas spießig sein und Musik hören, etwas lesen oder spazieren gehen - dann bleibt mehr von dem Gelernten auch im Langzeitgedächtnis.

TIPP 4: Fenster auf und tanzen

Ist ernst gemeint: Vor dem Lernen viel Frischluft und Bewegung. Zum Beispiel am offenen Fenster tanzen. Das bringt den Ausgleich, den man für das anschließende Lernen braucht. Und übrigens: Viel Wasser trinken hilft auch. Kein süßes Zeug, das macht zu schnell müde...

TIPP 5: Unwichtiges weglassen

Nina Koschnicke findet es durchaus okay, sich auf Wichtiges zu konzentrieren und Unwichtiges auch mal wegzulassen. Beispiel: Wenn ich für Mathe, Bio und Kunst pauken muss und nicht genug Zeit habe, dann kann ich Kunst auch mal abschenken…

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TIPP 6: Hobbies nicht canceln

Mehr Zeit zum Lernen – und deswegen die Hobbies links liegen lassen. Klingt logisch, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Sport wie zum Beispiel das Fußballtraining am Nachmittag oder kreative Hobbies wie Musik oder Malen sorgen erst für den richtigen Ausgleich. Für den Körper ist das eine Zeit der Entspannung und Erholung vom Lernstress. Hobbies streichen ist demnach das letzte Mittel auf der Liste, um am Ende mehr lernen zu können. Meistens bringt es aber nichts. Also tobt euch aus, egal ob beim Sport oder kreativ.

TIPP 7: Gute Stimmung vor dem Lernen

Tipp für die Eltern: So schwer es auch fällt… ganz wichtig ist es, selbst Ruhe und Entspannung auszustrahlen. Wenn das Kind aus der Schule kommt und dann noch für Arbeiten lernen muss, sollte man versuchen, vor der Lernphase gute Stimmung zu verbreiten. Das Kind sollte nicht den Eindruck gewinnen, auch noch von den Eltern unter Druck gesetzt zu werden. Man sollte sein Kind stattdessen bestätigen in dem, was es schon gut kann und macht und entsprechend Zuspruch geben.

TIPP 8: Gemeinsam Lernplan erarbeiten

Nimmt Bezug auf den zweiten Tipp. Wenn Eltern und Kind gemeinsam einen Lernplan erstellen, sind beide auf dem gleichen Stand. Auch die Eltern erfahren dann, wann überhaupt Zeit für Lernen vorhanden ist. Und gemeinsam legt man fest, wann es Freizeit gibt. So stehen Kind und Eltern in der gleichen Verantwortung, sich auch an diese Vereinbarung zu halten.

TIPP 9: Liebe Lehrer, helft euren Schülern

Lehrer wissen ja selbst, wie stressig die Zeiten für ihre Schüler sind. Dabei ist es durchaus legitim als Lehrer seinen Schülern schon mal den ein oder anderen Wink mit dem Zaunpfahl zu geben. Worauf sollten sich die Schüler beim Lernen für die Klassenarbeit konzentrieren und was ist weniger wichtig. Ein bisschen Hilfe ist absolut angebracht, sagt Lerncoach Nina Koschnicke. Das gibt es Schülern ein gutes Team-Gefühl. Schließlich wollen Schüler und Lehrer ja gemeinsam erfolgreich sein.

TIPP 10: Gute Atmosphäre in der Schule

Gerade dann, wenn es für alle stressig ist, sollten Schulleitung und Lehrer versuchen, eine einigermaßen entspannte Atmosphäre zu schaffen. Dazu gehört, am Anfang einer Schulstunde auch mal zu fragen, wie es den Schülern geht, wie das Lernen läuft. Und warum sollte die Schule nicht morgens beim Eintreffen der Schüler in der Schule ein bisschen Weihnachtsmusik über die Lautsprecheranlage schicken? Das wär doch mal was. Wir könnten dazu das Antenne Niedersachsen Weihnachtsradio empfehlen.