Thema ADHS

Das hilft bei ADHS

Muss es direkt das Medikament "Ritalin" sein, um einen Zappelphilipp zu bremsen? Nicht unbedingt, es gibt auch andere Möglichkeiten. Hier sehen Sie, was bei ADHS hilft.


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(Foto: picture alliance / dpa)

Das können Sie als Eltern tun

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind an ADHS leidet, dann brauchen Sie professionelle Hilfe. Am besten fragen Sie zuerst ihren Hausarzt. Der wird Ihnen dann Überweisungen zum Spezialisten geben und kann Ihnen im Zweifel auch schon solche Spezialisten nennen. Dort erfahren Sie, ob ihr Kind wirklich ein ADHS-Problem hat, oder auch nicht. Auf der Website des zentralen ADHS-Netzes finden Sie außerdem weitere Ansprechpartner zum Thema, die in Ihrer Region sitzen. Grundsätzlich gilt: Ohne professionelle Beratung kommen Sie bei ADHS nicht weiter.

Diese ADHS-Behandlungsmethoden gibt es

Beratung und Psychoedukation:

Gemeint ist damit die Grundlage für jede weitere Behandlungsmaßnahme: die Beratung von Eltern und Kind. Die Kinder müssen auf jeden Fall dabei sein. Je älter sie sind, desto stärker werden sie in die Behandlung eingebunden. Dabei hilft es sehr, die Erzieher oder Lehrer des Kindes mit in die Beratung einzubeziehen. Ratgeber für Eltern, Jugendliche und Pädagogen können als hilfreiche Unterstützung dienen.

Verhaltenstherapie:

Dabei werden die Kinder von besonders ausgebildeten Spezialisten behandelt.

  • Kinder- und Jugendärzte, Kinder- und Jugendpsychiater
    Sie können in der Regel ein umfassendes Therapieangebot machen.
  • Psychotherapeuten
    Sie können eine Ausbildung in Verhaltenstherapie oder in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie haben.
  • Beratungsstellen
    Dazu gehören z. B. schulpsychologische Dienste, Erziehungsberatungsstellen und Frühförderzentren.
  • Kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken
    Sie bieten sowohl eine umfassende ambulante Therapie als auch stationäre und teilstationäre Therapien an, die in Einzelfällen notwendig sein kann.
  • Sozialpädiatrische Zentren
    Sie bieten meist die grundlegende Beratung und Psychoedukation der Eltern, des Patienten und weiterer Bezugspersonen sowie die medikamentösen Behandlungsversuche an. Sie können notwendige zusätzliche Therapien, wie Sprachtherapie oder Ergotherapie verordnen und in ihrem Teams selbst durchführen.
  • Sprach- und Ergotherapeuten
    Sie können auf ärztliches Rezept entsprechende Zusatztherapien anbieten. Mototherapie ist keine Kassenleistung, doch wird von verschiedenen Gruppen beispielsweise als "Psychomotorik" oder "bewegungsorientiertes soziales Gruppentraining" mit unterschiedlichen Finanzierungsmodellen angeboten.
  • Lerntherapeuten
    Sie können Förderprogramme bei umschriebenen Schulleistungsstörungen, z.B. im Lesen, Schreiben oder Rechnen anbieten. Diese Therapien werden in der Regel nicht von der Krankenkasse finanziert.

Medikamentöse Therapie:


Die allgemeine Meinung geht davon aus, dass diese Medikamente die Kinder quasi betäuben. Das tun sie aber nicht, sie erhöhen stattdessen die Konzentrationsfähigkeit.

  • Methylphenidat-Präparate sind in Deutschland schon seit längerer Zeit zugelassen. Bei den Methylphenidat-Medikamenten unterscheidet man zwischen Medikamenten mit kurzer Tageswirkdauer - z.B. Ritalin - und Medikamenten mit längerer Tageswirkdauer, z.B. Ritalin LA.
  • Atomoxetin ist eine weitere zur Behandlung von ADHS in Deutschland zugelassene Substanz, das Medikament heißt Strattera. Atomoxetin wirkt meist über den ganzen Tag.
  • Amphetamin-Präparate konnten bisher von Ärzten nur in Form von Saft oder Kapseln verschrieben werden, die der Apotheker herstellen musste, weil es in Deutschland hierfür kein Fertigpräparat gab. Inzwischen wurde in Deutschland Fertigpräparat zur Behandlung der ADHS unter dem Namen Attentin zugelassen. Es darf laut Fachinformation aber nur verwendet werden, wenn andere Behandlungsmethoden nicht funktionieren.

Vorsicht vor Abzockern

Gerade im Internet können Sie beim Thema ADHS schnell auf Webseiten landen, wo der Betreiber Geld von Ihnen haben will. Das kann beispielsweise ein ADHS-Testbogen sein, bei dem Sie das Ergebnis erst bekommen sollen, wenn Sie Geld überweisen oder eine Abbuchung erlauben. Hier gilt: Finger weg! Solche Angebote sind in der Regel unseriös. Grundsätzlich sollten Sie bei ADHS-Verdacht immer Ihren Arzt einschalten. Alles, was Sie zu dem Thema im Internet finden, kann helfen. Aber es ersetzt den Arztbesuch auf keinen Fall.