Sicherheit im Netz

Digitales Testament – Was passiert nach meinem Tod mit meinen Daten im Internet?

Inzwischen haben Facebook, Google, E-Mail-Dienste und diverse Onlineshops unsere privaten Daten, doch wer kümmert sich nach dem Tod um die Deaktivierung dieser Benutzerkonten?


Digitales Testament.jpg
 (Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Ein digitales Testament anlegen

Ein digitales Testament ist vom Prinzip her wie ein ganz normales Testament – man bevollmächtigt eine Person, die nach unserem Tod die Kontrolle über unseren Nachlass hat. Im Falle eines digitalen Testaments geht’s dabei bloß um unsere Daten im Internet und was damit nach unserem Tod passiert. Was im ersten Moment etwas absurd erscheint, ergibt bei genauerem Betrachten recht viel Sinn – nach dem Tod werden die persönlichen Daten nicht automatisch gelöscht und auch laufende Abonnements werden nicht automatisch gekündigt.

In drei einfachen Schritten erklären wir euch, wie man so ein digitales Testament anlegen kann:

Schritt 1: Sämtliche Benutzerdaten, Passwörter, etc. verschriftlichen

Man sollte eine Liste erstellen, in der alle Benutzerkonten, Abonnements, etc. und die dazugehörigen Passwörter zu finden sind – dabei hat die Aktualität oberste Priorität! Entweder macht man das ganz klassisch auf einem Zettel oder man speichert die Daten auf einem USB-Stick.

Schritt 2: Dokument sicher verwahren lassen - dafür eignen sich Anwaltskanzleien oder Bankschließfächer

Das Dokument sollte nicht einfach irgendwo herumliegen – am besten man investiert in ein Bankschließfach oder sucht einen anderen sicheren Ort, den ihr euren Bevollmächtigten natürlich mitteilen müsst.

Schritt 3: Bevollmächtigten auswählen

Ob es nun Mama, die Geschwister oder der beste Freund ist - sucht euch jemanden aus, dem ihr eure privaten Daten ganz sicher anvertrauen könnt. Falls einem die Entscheidung zu schwer fällt, kann man auch mehr als eine Person auswählen – wichtig ist dabei jedoch, dass die Person etwas Verständnis im Bereich Internet mitbringt!

Wer sich nochmal ausführlicher über das Thema digitales Testament informieren will, findet Informationen und Tipps auf der Seite der Verbraucherzentrale!

Hier geht’s zur Webseite der Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de


Interessante Links zum Thema digitaler Nachlass:

Aktion #machts-gut.de : www.machts-gut.de

So gehen die Internetportale mit Todesfällen um: www.machts-gut.de

Checkliste- So regelst du deinen digitalen Nachlass: www.machts-gut.de

Tipps für Hinterbliebene: www.machts-gut.de


Das passiert, wenn kein digitales Testament angelegt wurde

Wenn man dem Bevollmächtigten seine persönlichen Zugangsdaten vor dem Tod nicht mitteilt, kann es sein, dass den Angehörigen der Zugriff auf die Benutzerkonten verweigert wird – Grund dafür sind das Persönlichkeitsrecht oder Datenschutzrichtlinien.

Wie wichtig so ein Testament ist, beweist ein aktueller Fall am Bundesgerichtshof – eine Familie aus Karlsruhe wollte auf die Facebook Daten ihrer verstorbenen Tochter zugreifen, aus Datenschutzgründen wurde ihnen jedoch der Zugriff verweigert. Nach einem langen Prozess am Bundesgerichtshof wurden die elektronischen Daten der Tochter inzwischen an ihre Eltern "vererbt".


Genaueres über das Urteil findet ihr hier: www.antenne.com


Inzwischen gibt es Webseiten, auf denen man zu Lebzeiten gegen einen geringen Jahresbeitrag Bevollmächtigte festlegen kann. Ein Beispiel dafür wäre die Seite lastHello, bei der man abgesehen von dem Zugriff auf ausgewählte Konten und Profile den Hinterbliebenen eine letzte Nachricht hinterlassen kann. Die persönlichen Daten werden verschlüsselt verwahrt und erst nach dem Tod an Angehörige weitergeleitet.

Hier geht's zur Webseite von lastHello: www.lasthello.de