Von EMS bis Kettlebell

Mit diesen Fitness-Geräten wollen jetzt alle trainieren

Hanteln sind beim Sport noch immer angesagt. Aber inzwischen gibt es jede Menge Geräte, die das Training noch abwechslungsreicher, effektiver oder unterhaltsamer machen sollen. Wir stellen euch einige der beliebtesten Trends vor.


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 (Foto: FS-Stock - Fotolia)

Wir haben euch zu den jeweiligen Fitness-Geräten auch immer noch ein Video rausgesucht, damit ihr es in Action sehen könnt.

Kettlebell

Bei der Kettlebell handelt es sich eigentlich um eine Hantel. Eine Kugelhantel mit Griff, um genau zu sein. Ein bisschen wie beim Gewichtheben kann man mit dieser Kugel auch Stoßen und Reißen, was neue Trainingsmethoden eröffnet. Beliebte Übungen sind zum Beispiel die "Swings", bei der die Kettlebell geschwungen wird oder die Presses, in denen die Kugel auf unterschiedliche Weise nach vorn, über den Kopf oder anderweitig gestemmt wird.

Mit den Kettlebells wird vor allem die Rumpfmuskulatur trainiert. Durch das Hinzunehmen von Bewegungen mit den Beinen (wie Schritte oder Kniebeugen) kann aber auch der gesamte Körper mit eingebracht werden. Beim richtigen Gewicht für Anfänger scheiden sich die Geister - soll die Hantel nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer sein. Als Richtwert zur Orientierung: Frauen sollten mit 8-10 Kilo beginnen und Männer mit 12-14. Nicht alle Übungen sind für Beginner geeignet. Hier findet ihr Übungen für Einsteiger.

Vibrationsplatten / Power Plate

Der Vorteil an Vibrationsplatten ist, dass sie auch Muskeln beanspruchen, die die meisten Menschen nicht gezielt steuern können. Das bietet also ein intensiveres Training. Jedoch reicht es nicht, einfach auf der Platte zu stehen. Ihr müsst auf ihr Übungen machen, die durch die Vibrationen intensiviert werden. Denn der Körper muss durchgängig die Vibrationen ausgleichen, damit ihr die Position halten könnt. Ein höherer Kalorienverbrauch und eine bessere Definition der Muskeln ist die Folge.

Ein Profi-Gerät dürfte für den Hausgebrauch etwas teuer sein - kostet eine Platte solche Platte mehrere tausend Euro. Aber immer mehr Fitness-Studios haben Vibrationsplatten im Angebot. Für zu Hause solltet ihr eher auf kleinere Varianten zurückgreifen, diese bestehen meist nur aus einem kleinen Trittbrett ohne Griff. Dadurch seid ihr bei den Übungen eingeschränkt und könnt nur Bodenübungen durchführen.

EMS-Geräte

Ihr habt sicher auch schon diese Shops gesehen, die wie Pilze aus dem Boden schießen und mit Training in gerade Mal 20 Minuten werden. Dahinter verbirgt sich das sogenannte EMS-Training. Das heißt so viel wie Elektrische Muskel-Stimulation. Stromimpulse aktivieren die Muskeln und erhöhen so den Trainingseffekt. Trainingsziele können so schneller erreicht und die Trainingsdauer verkürzt werden. Wer jetzt aber denkt, es sei Training für Faule, der irrt sich. Durch die Stromimpulse wird das Training intensiver und somit anstrengender. Ihr macht in einem speziell gefertigten Anzug Übungen und dieser sorgt dafür, dass alle Muskeln gleichzeitig arbeiten.

Man darf allerdings nicht vergessen, dass hier kleine Stromschläge durch den Körper wandern. Wer eine niedrige Schmerzgrenze hat, sollte also lieber sehr niedrig einsteigen oder auf eine andere Trainingsmethode ausweichen. Wirklich gefährlich is das allerdings nicht. Reizstrom wird schon seit Jahren in Rehas oder der Sportmedizin eingesetzt.

Flexi-Bar / Schwingstab

Der Flexi-Bar sieht prinzipiell aus wie ein Besenstiel. Nur eben flexibel und somit biegsam. Er wird auch öfter Schwingstab genannt. Das Training funktioniert so, dass ihr den Stab mittig haltet und quasi durch Rütteln in Bewegung versetzt und ihn in Bewegung haltet. An den beiden Enden des Stabs sind kleine Gewichte befestigt. Da die meiste Arbeit im Oberkörper stattfindet ist er hauptsächlich zum Trainieren von Armen, Schulten, Rücken und mehr geeignet. Besonders bei Haltungsschäden wird er gern eingesetzt, steigert aber dazu die Ausdauer und vor allem die Koordination, da man die Bewegung im richtigen Moment durchführen muss, damit der Stab in Bewegung bleibt.

Allerdings haltet ihr den Flexi-Bar nicht einfach vor der Brust und rüttelt. Durch einen Einsatz seitlich des Körpers, gebeugt oder hinter dem Rücken werden unterschiedliche Muskelgruppen beansprucht. Wenn ihr euch einen Schwingstab kaufen wollt, nehmt nicht unbedingt die für 10 Euro. Diese sind oft anders verarbeitet als die teureren Varianten und können die Schwingung nicht ideal aufnehmen, so dass euer Training beeinflusst wird. Oft fehlen auch Dämpfer, die normaler Weise unkontrollierte Schwingungen abfedern sollen. Die Folge können Rücken- oder Schulterschmerzen sein.

Trampolin-Workout

Wer schon mal mit seinen Kiddies auf dem Trampolin rumgehopst ist, weiß, wie anstrengend das ist. Und jetzt wird das Gehopse mit einem echten Workout verbunden. Die kleinen Trampoline haben etwa einen Meter Durchmesser und teils eine Haltestange vorne, damit ihr beim Training nicht so leicht das Gleichgewicht verliert. Ähnlich wie bei klassischen Aerobic-Kursen werden unterschiedliche Übungen während des Springens ausgeführt. Anfänger starten nicht direkt mit Sprungübungen, sondern machen Gleichgewichtsübungen ähnlich wie bei Yoga oder Pilates auf dem Trampolin. Durch das Ausbalancieren des eigenen Körpers werden nicht nur die Beine, sondern alle Muskeln im Körper angesprochen.

Durch das Abfedern des Trampolins sind die Übungen wider Erwarten relativ gelenkschonend. Und dass es Spaß macht, darf man natürlich auch nicht vergessen!

Faszien-Ball / Faszien-Rolle

Spätestens seit der Fußball-EM spricht jeder über Faszien. Denn im Fernsehen war oft das Team der deutschen Nationalmannschaft bei Übungen mit Faszien-Rollen zu sehen. Hierbei handelt es sich weniger um ein echtes Workout als um Entspannungsübungen für die Muskulatur. Wenn wir von Entspannung reden, heißt es aber nicht unbedingt, dass das angenehm ist. Denn Faszien-Rollen oder -Bälle gehen dahin, wo es weh tut. Durch eine Tiefenmassage löst es Verspannungen oder Verhärtungen nach dem Training. Allerdings könnt ihr es auch bei Rücken- oder Nackenschmerzen vom Job anwenden.

Je nachdem, welchen Bereich ihr bearbeiten wollt, rollt ihr mit eurem Körper über den Ball oder die Rolle. Denn wenn kein Druck ausgeübt wird, ist auch kein Effekt zu bemerken. Hinter dem Begriff Faszien versteckt sich übrigens der komplette Apparat des Bindegewebes, der Kapseln, Bänder und Sehnen beinhaltet.

Slashpipe

Die Slashpipe ist eigentlich schnell erklärt. Es handelt sich um eine mit Wasser gefüllte Röhre. Allerdings nur halbvoll, so dass sich das Wasser ständig bewegt und das Gewicht auf die eine oder andere Seite verlagert. Dem müsst ihr bei den Übungen entgegenwirken. Durch die ständige Inanspruchnahme werden deutlich mehr Muskelgruppen angesprochen als beim Hanteltraining. Da ihr mehrere Gruppen gleichzeitig trainiert, ist ein Training effizienter. Von Wortspielen wie "volles Roh" nehmen wir an dieser Stelle mal Abstand.

Die Slahpipes gibt es in unterschiedlichen Größen und Gewichtsklassen, damit das Training den individuellen Bedürfnissen angepasst werden kann. Inzwischen gibt es auch Mini-Pipes, die für einhändiges Training geeignet sind.

TRX Suspension Training / Sling Training

Suspension bedeutet im Englischen so viel wie Aufhängung. Und genau so ist das Suspension Training auch. Denn ihr trainiert an Bändern, die ein wenig an das Turnen an Ringen erinnert. Und so ein bisschen wie die Turnübungen damals in der Schule ist auch das Suspension Training. Allerdings deutlich anspruchsvoller. Ihr trainiert mit eurem eigenen Körpergewicht und braucht Kraft, um die Übungen zu absolvieren. Den Schwierigkeitsgrad kann man allerdings auch anpassen. Anfänger starten zum Beispiel mit einer Art Stand-Liegestütze bei der sie schräg in den Seilen hängen und durchs Anwinkeln der Arme sich nach oben ziehen. Echte Profis steigen teils sogar mit den Füßen in die Schlingen ein und ziehen aus einer Liegestütz-Haltung die Knie in Hockstellung unter den Körper.

Wie bei vielen anderen hier vorgestellten Übungen, fördert das Suspension Training die Koordination und ist intensiver. TRX ist in diesem Fall übrigens nicht eine coole Abkürzung für die Trainingsmethode. Das ist einfach der Name der Marke.


Diese Fitness-Arten sind voll im Trend

Aber nicht nur neue Fitness-Geräte sind in aller Munde. Auch unterschiedliche Arten des Trainings erfreuen sich immer mehr Beliebtheit. Ein paar der wichtigsten haben wir euch hier zusammengestellt.

HIIT

...steht für "High Intensity Interval Training". Es geht also um Intervalltraining bei dem man zwischen intensiven Belastungsphasen und Ruhephasen wechselt. Kann eigentlich auf alle Sportarten übertragen werden. Besonders anschaulich ist es beim Laufen: ihr wechselt zwischen Sprints und leichtem Trab. Es gab ja schon früher auf den alten Crosstrainern oder Ergometern Intervalltraining bei denen man mit unterschiedlichen Wiederständen arbeitet.

Die Länge der Intervalle beim HIIT kann variieren. Allerdings sollte die Pause etwa halb so lang sein wie die Belastungsphase. Bei dieser Art von Training verbrennt der Körper mehr Fett, da er an seine Belastungsgrenzen gebracht wird und der Stoffwechsel stärker beansprucht wird.

Bodyweight-Training

...bedeutet eigentlich nicht viel mehr, als dass man mit seinem eigenen Körpergewicht trainiert. Man braucht also keine zusätzlichen Fitnessgeräte und kann immer und überall seine Übungen machen. Da kommen auch wieder so klassische Übungen wie Liegestütze oder Kniebeuge zum Einsatz. Inzwischen gibt es aber auch ein paar modernere Varianten.

Group Fitness Events

...sind nicht auf eine Sportart beschränkt. Es geht um das gemeinsame Treffen zum gemeinsamen Workout. Nicht etwa, mit Freunden ins Fitness-Studio gehen. Ähnlich wie zu einem Konzert strömen teils tausende Fitness-Begeisterte mit Sportschuhen und Trainingsmatte in eine Halle, um an so einem Event teilzunehmen.

Cloud-Fitness

...bezeichnet quasi eine Fitness-Datenbank im Netz. Einige von euch nutzen sicher Apps oder Fitness-Tracker, um ihre sportlichen Aktivitäten aufzuzeichnen. Das versteht sich unter Cloud-Fitness. Auch erste Fitness-Studios stellen jetzt schon auf die Internet-Services um. Der Vorteil für Sportler sind zum Beispiel die Aufzeichnungen und Auswertungen von Aktivitäten und Fortschritten.