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Pflanzen, Sonnen, Grillen - Wie Mieter den Balkon nutzen dürfen

Balkon-Idylle. Dort können Mieter wieder Blumen pflanzen, sich sonnen oder grillen. Mancher Nachbar oder auch der Vermieter ärgert sich aber über solche Tätigkeiten. Zu Recht?


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(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Sonnenschirme werden aufgestellt, Balkonstühle geschrubbt und Blumenkästen wieder bepflanzt. Allerdings sind Vermieter nicht immer einverstanden mit den Verschönerungsmaßnahmen der Mieter. Und auch mancher Nachbar fühlt sich gestört. "Die Freiheit des einen endet bei den Grenzen der anderen", sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund. Wer sich nicht an Regeln hält, kann sogar eine Kündigung riskieren. Häufige Streitpunkte im Überblick:

Sichtschutz

Kein Mieter muss zwingend auf einem frei einsehbaren Balkon sitzen. Aber bei der Balkonverkleidung hat er nicht unbedingt die freie Wahl. Grundsätzlich muss der Sichtschutz zum Stil des Hauses passen. Das gilt aber nur, wenn das Gesamtbild der Wohnanlage wirklich einheitlich ist, erklärt Volker Rastätter vom Münchner Mieterverein. "Wenn bereits jeder Nachbar einen anderen Sichtschutz hat, dürfen Mieter für ihren Balkon Farbe und Material frei wählen."

Markise

Wann immer ein Mieter bauliche Veränderungen plant, gilt: "Er muss vorher den Vermieter um Erlaubnis fragen", sagt Happ. Denn beschädigt er die Fassade, macht er sich schadenersatzpflichtig. Das gilt auch für die Montage von Markisen. Sollte auf dem Balkon die Sonneneinstrahlung aber stark sein, kann der Mieter einen Anspruch auf eine Markise haben.

Blumenkästen

Mieter dürfen sie grundsätzlich am Balkon montieren. Der Vermieter kann aber verlangen, dass man Tontöpfe und Blumenkübel auf der Innenseite befestigt. "Mieter sollten sie sturmsicher befestigen, damit sie bei einem Unwetter keinem auf den Kopf fallen können", empfiehlt Rastätter.

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Satellitenschüssel

Auch dafür brauchen Mieter die Zustimmung vom Vermieter. "Erfahrungsgemäß bekommt man sie oft nicht", sagt Rastätter. Sogar vor Gericht zieht kaum noch das Argument, dass man etwa seinen ausländischen Heimatsender sehen will. "Denn in den meisten Fällen ist dies auch über das Internet möglich." Ob man dieses Angebot nur kostenpflichtig nutzen kann, spielt dabei keine Rolle. Alternativ können Mieter die Satellitenschüssel mit einem Fuß auf den Boden stellen.

Pflanzen

Blumen für den Balkon können Mieter sich frei aussuchen. Allerdings gibt es Pflanzen, bei denen der Vermieter sein Veto einlegen kann. Rankender Wein oder Efeu zum Beispiel sind nicht ohne weiteres zulässig. Die Pflanzen können die Fassade oder die Wand beschädigen.

Grillen

Wenn im Mietvertrag Grillen ausdrücklich verboten ist, müssen sich Mieter daran halten - sonst riskieren sie eine Abmahnung oder Kündigung. Doch auch ohne ausdrückliches Verbot im Vertrag, müssen Mieter unter Umständen darauf verzichten - etwa wenn der Qualm in die Nachbarwohnung zieht. Ausnahme: Man lebt ganz oben und hat eine Dachterrasse. Denn wenn der Dunst nach oben abzieht, wird keiner beeinträchtigt - somit kann sich auch keiner beschweren.

Sonnen baden

Je höher die Temperaturen steigen, umso weniger haben manche auf ihrem Balkon an. Doch Vorsicht: Jeder hat ein anderes Schamgefühl. "Ist der Balkon gut einsehbar, sollten Sonnenanbeter nicht zu freizügig sein", gibt Happ zu Bedenken. Denn fühlt sich jemand berechtigt gestört, droht unter Umständen ein Ordnungsgeld.

Feiern

Partys auf dem Balkon oder der Terrasse sind im Sommer beliebt. Mieter sollten aber die Ruhezeiten einhalten - also ab 22 Uhr entweder in die Wohnung gehen oder Gespräche nur noch auf Zimmerlautstärke führen, rät Rastätter. Wie so oft gilt auch hier: Wo kein Kläger ist, gibt es auch keinen Richter. "Oft hilft auch ein offenes Gespräch mit den Nachbarn", sagt Rastätter. So kann man viel Ärger vermeiden.