Gartenernte

Kirschessigfliegen - Das könnt ihr gegen den Schädling tun!

Wenn ihr in eurem Garten Obstbäume oder Beerensträucher habt, habt ihr möglicherweise auch mit Schädlingen zu tun. Einer dieser Schädlinge ist die Kirschessigfliege, die Kirschen und andere weiche Früchte befällt. Hier erfahrt ihr alles Wichtige zu dem Schädling und wie ihr eure Ernte schützen könnt.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Die Kirschessigfliege gehört zur Familie der Frucht- und Obstfliegen. Sie befällt Obstbäume und -sträucher mit weichschaligen Früchten wie Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren oder Kirschen. Hartschaliges Obst wie Äpfel und Nashi-Birnen befällt sie nur bei bereits beschädigter Schale.

Die Weibchen vermehren sich blitzschnell: Während ihrer Lebenszeit von ungefähr ein bis zwei Monaten legen sie rund 400 Eier.

Ursprünglich war die Kirschessigfliege nur in Südostasien verbreitet. In den letzten Jahren ist sie durch das milde Wetter bis nach Europa und Deutschland gekommen. Wenn ein Winter sehr kalt oder ein Sommer sehr heiß und trocken ist, reduziert sich die Population.

So sieht die Kirschessigfliege aus

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Die Kirschessigfliege ist etwa 2 - 3,5 Millimeter groß und hat eine Spannweite von ungefähr 5 - 6,5 Millimeter. Sie hat einen gelb bis braunen Körper, rote Augen und einen dunkleren Streifen auf dem Bauch. Am Ende der Flügel hat das Männchen jeweils einen dunkleren Fleck, das Weibchen aber nicht. Dafür hat es am Hinterleib einen langen, scharfen, gezähnten Eiablegeapparat, mit dem es die Früchte aufritzt und ihre Eier in das Innere der Früchte legt.

Die Larven schlüpfen und entwickeln sich an diesem Ort. Sie sind weiß, werden 3,5 Millimeter groß und ernähren sich von den frischen, reifen Früchten.

Warum sind die Essigfliegen so schädlich?

Die Larve der Kirschessigfliege benötigt von der Eiablage bis zum Schlupf ein bis zwei Wochen. Die Früchte an den Bäumen oder Sträuchern werden in dieser Zeit durch den Befall matschig. Zunächst ist die Einstichstelle des Weibchens nicht erkennbar. Ihr seht nur einen Tropfen Fruchtsaft. Erst nach zwei bis drei Tagen ist die Einstichstelle sichtbar.

Zusätzlich überträgt das Weibchen Essigbakterien. Die Früchte platzen auf und werden durch den Essiggeruch ungenießbar.

So könnt ihr dem Befall vorbeugen

Tipp 1: Kulturschutznetz

Legt ein Kulturschutznetz über euren Kirschbaum, kurz bevor die Früchte reifen. Das Netz sollte eine Maschweite von ungefähr 0,8 Millimeter nicht überschreiten. Die weiblichen Kirschessigfliegen kommen dank des Netzes nicht mehr an die Früchte und ihr habt eure Ruhe von den Schädlingen. Die Netze könnt ihr online kaufen, allerdings sind sie recht kostspielig.

Tipp 2: Frühe Ernte

Sobald eure Kirschen reif sind, solltet ihr sie direkt ernten. So werden die reifen Kirschen von der Kirschessigfliege gar nicht erst bemerkt. Ein kleiner Nachteil: Ihr solltet eure Früchte ständig im Blick behalten.

Das könnt ihr machen, wenn ihr die Kirschessigfliegen bemerkt

Tipp 1: Flüssigfalle

Ihr könnt durch die Flüssigfalle den Befall nur eindämmen. Ihr benötigt 100 Milliliter Wasser, Apfelessig und einen Spritzer Spülmittel. Das gebt ihr alles zusammen in einen offenen Behälter, den ihr an den Baum oder Strauch hängt, der von den Essigfliegen befallen ist. Ihr könnt auch mehrere Fallen aufhängen, je nach Vorkommen der Fliegen.

Ihr könnt die Flüssigfalle zum Vorbeugen eines Befalls ebenfalls benutzen.

Tipp 2: Befallene Früchte entfernen

Sind eure Früchte bereits nicht mehr genießbar, lasst sie nicht hängen, sondern entfernt sie sofort vom Baum oder Strauch. Werft sie aber nicht auf den Kompost, da sich die Kirschessigfliegen durch die Larven dort weiter fortpflanzen können. Packt die befallen Früchte stattdessen in ein luftdichtes Gefäß. Die Larven sterben dann durch Sauerstoffmangel ab. Dann könnt ihr die befallenen Früchte entsorgen.