Checkliste

Energetische Gebäudesanierung

Für ältere Gebäude kann es durchaus Sinn machen, eine energiesparende Sanierung durchzuführen. Durch die Sanierung bessert sich die Wohnqualität und jede Menge Energie wird eingespart.


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(Fotalia.com, © Ingo Bartussek (#21246241))

Checkliste für die energetische Gebäudesanierung

Zugige Fenster, unnötige Kältebrücken und hohe Heizkosten sind nur einige der Gründe, die für eine energiesparende Sanierung sprechen. Die meisten Kosten amortisieren sich bereits nach zehn bis 15 Jahren. Dabei werden viele energiesparende Modernisierungen durch die KfW gefördert. Ein Großteil an energiesparenden Verbesserungen bei einer anstehenden Sanierung ist zudem durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) des Bundes vorgeschrieben. Für ein optimales Ergebnis durch die energetische Gebäudesanierung, sollte nach folgender Checkliste vorgegangen werden.

Worauf man achten sollte:

  1. Bestandsaufnahme
  2. Planung
  3. Kosteneinschätzung
  4. Finanzierung und Förderung klären
  5. Umsetzung

1. Bestandsaufnahme

Zu Beginn sollte der „Ist-Zustand“ des Gebäudes bewertet werden. Wichtig ist zu wissen, wann das Gebäude erbaut und zum letzten Mal saniert wurde. Der Fokus bei der Bestandsaufnahme liegt dabei auf der bereits vorhandenen Wärmeeffizienz. Fragen, die dazu beantwortet werden sollten sind:

  • Besteht eine Wärmedämmung der Außenwände?
  • Wie alt sind die Fenster?
  • Besteht eine Dämmung des Daches?
  • Besteht eine Dämmung der Kellerdecke?
  • Wie ist das Alter des Heizkessels?

Je nach Antwort ist der Handlungsbedarf in dem entsprechenden Bereich größer oder kleiner. Sind die Außenwände, Dach oder Kellerdecke ungedämmt, besteht in diesen Bereichen hoher Handlungsbedarf. Bei geringer Dämmung, beispielsweise bei einer Dämmung von 5-10 cm fürs Dach, besteht immer noch ein mittlerer Handlungsbedarf. Sind die Fenster älter als 10 Jahre besteht in diesem Bereich ebenfalls ein mittlerer Handlungsbedarf, bei einem Alter über 25 Jahre sogar ein hoher. Auch bei Heizkesseln über 25 Jahre besteht bereits ein hoher Handlungsbedarf, da Kessel spätestens mit über 30 Jahren ausgetauscht werden müssen. Bei der Bestandsaufnahme ist außerdem zu überprüfen, welche Bereiche bereits den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen, bzw. umgerüstet werden müssen, denn die Vorgaben der EnEV sind zwingend einzuhalten.

Es ist auch ratsam von Anfang an einen Energieberater mit einzubeziehen. Dieser hat das entsprechende Equipment, um Wärmebildaufnahmen durchzuführen und die Luftdichtheit zu überprüfen. So werden die Schwachstellen des Hauses schnell sichtbar und können objektiv eingeschätzt werden. Außerdem hilft ein Energieberater später auch bei der Beantragung von Förderzuschüssen.

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(Fotalia.com, © Ingo Bartussek (#29569750))

2. Planung

Nachdem eine erfolgreiche Bestandsaufnahme durchgeführt wurde und die Schwachstellen des Hauses bekannt sind, geht es in die Planung. Besser als möglichst viele Einzelkonzepte ist es, ein Gesamtkonzept zu erstellen. So sind die Veränderungen im Rahmen der energiesparenden Sanierung optimal aufeinander abstimmbar und es werden unnötige Kosten vermieden.

Wird beispielsweise der Heizkessel erneuert, benötigt er bei einer gleichzeitigen ordentlichen Fassaden- und Dachdämmung eine geringere Wirkleistung. Sollte kein neuer Heizkessel geplant sein, ist dennoch über eine moderne Pumpe nachzudenken. Alleine schon durch eine zeitgemäße Pumpe können bei einer Heizung bis zu 80 Prozent der Stromkosten eingespart werden. Einen guten Überblick über die Einsparmöglichkeiten bei Heizung, Gebäudedämmung und Einsparungen im Fensterbereich, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten, sind auf folgender Ratgeberseite zusammengefasst. Dort wird der Fokus hauptsächlich auf den Primärenergieverbrauch gelegt, also die Heizenergie eines Gebäudes, die auch bei der energiesparenden Sanierung im Vordergrund steht.

Es ist auch zu überlegen, ob bei der Sanierung direkt weitere Investitionen in regenerative Energien getätigt werden sollen. Hierzu bieten sich Sonnenkollektoren für eine Warmwasseraufbereitung oder Solarmodule zur Stromgewinnung an. Im besten Fall sollte das Dach dafür gegen Süden ausgerichtete sein und über eine Neigung von 50-70 Grad verfügen.

Zu berücksichtigen ist auch, dass es oftmals verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten gibt. Es sollte sich daher ausreichend über die vorhandenen Optionen informiert werden. Beispielsweise gibt es für die Dämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) nicht nur Styroporplatten, sondern auch andere Dämmmaterialien, wie Mineralwolle oder Kork. Wer Wert auf eine hohe individuelle Gestaltungsmöglichkeit legt, kann sich auch für eine vorgehängte hinterlüftende Fassade (VHF) entscheiden. Da hier eine Trennung zwischen Dämmschicht und Witterungsschutz besteht, können deutlich mehr Materialien als Fassaden eingesetzt werden.

3. Kosteneinschätzung

In der Planungsphase lassen sich bereits erste grobe Kostenschätzungen vornehmen. Beispielsweise liegen die Kosten für eine Fassadendämmung im Schnitt bei:

  • 60-100 EUR/m² bei Innendämmung der Fassade
  • 90-150 EUR/m² bei Außendämmung der Fassade mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
  • 170-250 EUR/m² bei Außendämmung mit vorgehängter Fassade (VHF)

Auch wenn eine vorgehängte Fassade in den Kosten etwas teurer ist, sollte beachtet werden, dass diese sehr langlebig ist. Zudem sind die Kosten abhängig von dem anzubringenden Fassadenmaterial. Liegt ein zweischaliges Mauerwerk vor, kann auch eine Kerndämmung durchgeführt werden. Dies wäre mit Kosten zwischen 15 und 30 EUR/m² die günstigste Alternative.

Die Kosten für neue Fenster inklusive Einbau liegen, bei Dreifachverglasung, je nach Material bei circa:

  • 500 EUR für Fenster mit Kunststoffrahmen
  • 560 EUR für Fenster mit Holzrahmen
  • 790 EUR für Fenster mit Aluminiumrahmen

Neuere Fenster haben stärkere Rahmen und bessere Dichtungen, dadurch wird nicht nur der Wärmeverlust minimiert, sondern auch der Schallschutz verbessert. Beim Vergleich der Fenster sollte ebenfalls der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) beachtet werden. Die Vorgabe durch die EnEV liegt für neue Fenster bei maximal 1,3 W/m²K. Eine zusätzliche Dämmung ist durch Einbau entsprechender Rollos möglich.

Die Kosten für die Dämmung des Daches liegen in Abhängigkeit von Material und Dämmdicke grob bei:

  • 30-70 EUR/m² für Untersparrendämmung
  • 50-80 EUR/m² für Zwischensparrendämmung
  • 100 – 150 EUR/m² für Aufsparrendämmung

Da die Aufsparrendämmung von außen auf die Sparren aufgebracht wird, muss zunächst da komplette Dach ab- und danach wieder gedeckt werden. Daher ist hier aufgrund des höheren Arbeitsaufwands der Preis auch höher. Diese Dämmung bietet sich an, wenn das Dach sowieso neu eingedeckt werden muss, oder der Dachstuhl platzsparend ausgebaut werden soll.

Die Kellerdeckendämmung sorgt ebenfalls für geringere Energiekosten und zudem für wärmere Füße im Erdgeschoß. Die Dämmung ist im Vergleich zu Fassaden- und Dachdämmung recht günstig. Für Material und Einbau kann grob mit 40-50 EUR/m² gerechnet werden.

Für neue Heizungsanlagen kommen meist größere Kosten auf einen zu. Als grobe Richtwerte dienen:

  • 7.000 EUR für Gasheizung
  • 4.000 EUR für eine Etagenheizung (mit Gas)
  • 4.000 EUR Nachtspeicherheizung
  • 18.000 EUR für eine Pellet- oder Holzheizung
  • 20.000 EUR für eine Wärmepumpe

Als Alternative, beispielsweise wenn der Kessel erst zwischen zehn und 20 Jahren alt ist, können Energieeinsparungen auch durch den Austausch der Umwälzpumpe vorgenommen werden. Die Kosten betragen hier etwa 400 EUR inklusive Einbau. Meistens sind die eingesparten Kosten wieder nach einigen Jahren drin.

4. Finanzierung und Förderung klären

Um die Finanzen genau beurteilen zu können, müssen sich bei den Unternehmen genaue Kostenvoranschläge eingeholt werden. Zusätzlich ist die Finanzierungs- und Fördermöglichkeit durch die KfW zu klären.

Für die meisten der genannten Einsparmöglichkeiten werden Förderungen und Finanzierungen von der Kfw angeboten. Insgesamt können pro Wohneinheit bis zu 30.000 EUR Zuschuss gewährt werden.

Darunter fallen Förderungen für die Einzelmaßnahmen:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dach und Keller
  • Erneuerung von Fenstern und Außentüren
  • Erneuerung und Optimierung der Heizungsanlage

Bei Einhaltung bestimmter Mindestanforderungen sind auch Baunebenkosten oder Beratungs- und Planungsleistungen förderungswürdig. Wer und was alles gefördert wird bzw. welche Zuschüsse für energieeffiziente Sanierung bestehen, findet sich auf den Seiten der KfW.

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(Fotalia.com, © zlikovec (#107145847))

Den genauen Weg zum Erhalt des Zuschusses wird dort ebenfalls beschrieben. Dazu empfiehlt die KfW eine Energieberatung vor Ort, die vom BAFA bezuschusst wird. Zusätzlich ist die Einbindung eines Sachverständigen, der bei der Erstellung des Sanierungskonzepts mithilft und die Baubegleitung durchführt, Voraussetzung für eine Förderung. Am besten lassen Sie sich von einem fachkundigen Energieberater beraten, der Ihnen auch bei der Beantragung der Zuschüsse behilflich ist.

5. Umsetzung

In der Umsetzungsphase geht es zunächst darum, den geeigneten Handwerkerbetrieb zu finden. Das für einen Beste Angebot ist zunächst ein guter Hinweis. Doch nicht immer ist das günstigste Angebot auch das Beste. Es sollte sich daher im Vorfeld ein Bild über die Arbeitsweise des Handwerksbetriebes gemacht werden. Viele Betriebe bieten dazu auch Referenzen auf ihrer Webseite an. Ist die Entscheidung gefallen, wird ein Bauvertrag abgeschlossen. Im Bauvertrag werden die genau durchzuführenden Maßnahmen, konkreter Zeitplan, Zahlungsfristen und Mängelansprüche festgelegt.

Nach Durchführung der Sanierungsmaßnahme folgt die Abnahme vor Ort. Es sollte eine zusätzliche Fachperson, beispielsweise ein unabhängiger Sachverständiger, an der Abnahme teilnehmen. Diese kann etwaige Mängel besser erkennen. Bei Vorliegen von Mängeln ist eine Nachbesserung zu verlangen. Im besten Fall ist alles perfekt und der Eigentümer hat nun ein energiesparenderes Haus mit höherer Wohnqualität.