Hausbau

Das Eigenheim mit dem gewissen Etwas

Von der Natur inspiriert, technisch durchgestylt oder architektonisch außergewöhnlich – Eigenheime sind heutzutage alles andere als 0/8/15.


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Selten war ein Eigenheim erschwinglicher als heute, kaum verwunderlich also, dass immer mehr Bauherren sich ihren Wunsch vom Traumhaus verwirklichen und dabei viel Wert auf Individualität legen. Zwar ist das klassische Einfamilienhaus nach wie vor ein beliebtes Bauprojekt, jedoch kommt es immer häufiger mit Besonderheiten oder dem gewissen Etwas daher. Technische Finesse, ein hoher Wohnkomfort und ein bewusstes, nachhaltiges Wohnen sind dabei besonders gefragt.

Ausgefallene Immobilien für mehr Individualität

Aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und das Sparen von Energie stehen hoch im Kurs und lassen sich dank moderner Technik immer einfacher in das Eigenheim integrieren. Zudem setzt das Haus der Zukunft auf viel Komfort und greift dabei auf eine smarte Vernetzung zurück. Innovationen wie das Smart Home ermöglichen so ein besonders angenehmes Wohnen, bei dem auch Barrierefreiheit und Sicherheit nicht zu kurz kommen. Die Möglichkeiten des Hausbaus sind derzeit vielfältig.

Wohntrends für das Eigenheim mit dem besonderen Etwas

Bei der Planung des Eigenheims lässt sich heutzutage sehr individuell vorgehen, je nach Budget und Vorstellungen ist bei der Umsetzung so gut wie alles möglich.

Ökologisch, mediterran oder futuristisch?

Der eine mag es südlich mediterran, der andere eher modern und puristisch oder ganz einfach klassisch und traditionell. Bezüglich des Wohnstils besteht heutzutage eine große Vielfalt, die sich beispielsweise am liebsten Urlaubsland orientiert, edle Materialien und Luxusausstattungen enthält oder besonders offen und einladend geschnitten ist. Zudem wird der Bauprozess dadurch erleichtert, dass zwischen Varianten wie dem Fertighaus, Architektenhaus, Bungalow, der Villa, der Doppelhaushälfte, dem Fachwerkhaus und vielen weiteren entschieden werden kann. Nahezu jeder Geschmack wird dabei bedient und ermöglicht Bauherren eine Planung, die sich mit dem vorhandenen Budget und den eigenen Vorstellungen verträgt.

Das nachhaltige Eigenheim – Hausbau mit Verantwortung

Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz sind heutzutage ein unverzichtbare Themen, wenn es um den Hausbau geht. Dementsprechend haben sich gerade in den letzten Jahren zahlreiche Variationen entwickelt, wenn es um ökologisches Bauen geht. Dieses spart langfristig Energie und ermöglicht gleichzeitig ein umweltfreundliches Wohnen. Begriffe wie Aktiv- und Passivhaus, Niedrigenergiehaus, Biohaus und viele weitere Varianten haben sich seitdem etabliert und zeigen, dass Nachhaltigkeit fest im Bewusstsein von Bauherren verankert ist.

Kriterien für ökologisches Bauen

Ökologisch Bauen – was heißt das eigentlich? Vor allem geht es um die Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen, dafür müssen alle Lebenszyklusphasen eines Gebäudes berücksichtig werden. Es fließen also auch die Rohstoffgewinnung, die Errichtung oder der Rückbau in diesen Prozess mit ein.

Zu berücksichtigen sind vor allem folgende Faktoren:

  • Senkung des Energieverbrauchs
  • Senkung des Betriebsmittelverbrauchs
  • möglichst geringe Transportkosten/-wege der Bauteile
  • gefahrlose Rückführung aller verwendeter Materialien
  • Möglichkeit der Nachnutzung
  • Schonung von Naturräumen (durch flächensparendes Bauen)

Wer umweltgerecht bauen möchte, muss daher im Vorfeld zunächst umfassend planen und vieles hinterfragen. Welche Baustoffe sind geeignet, wie nachhaltig wird der Strom produziert, wie lässt sich das eigene Verhalten im Haushalt entsprechend nachhaltig anpassen? Wie kann das Wasser am besten genutzt werden und wie lässt sich das Haus optimal beheizen, ohne zu viel Wärme zu verschwenden? Diese und weitere Fragen müssen beim nachhaltigen Hausbau beachtet werden.

Ökohaus, Biohaus oder Passivhaus? Feine Unterschiede

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich zahlreiche Strategien und Technologien entwickelt, die das nachhaltige Bauen unterstützen. Ganz gleich, ob Ökohaus, Biohaus, Passivhaus oder Niedrigenergiehaus – sie alle haben einen ähnlichen Ansatz, unterscheiden sich meist jedoch in einigen kleinen Punkten. So steht beim Öko- oder Biohaus beispielsweise die Bauweise im Vordergrund, denn hier wird auf den Naturstoff Holz gesetzt. Dieser bringt es mit sich, dass Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen problemlos ausgeglichen werden können und ein gesundes Wohnen möglich gemacht wird. Weitere Alternativen beim Hausbau sind:

  • Niedrigenergiehaus: Es handelt sich um ein Niedrigenergiehaus, wenn es nachweislich maximal 7 Liter oder 70 Kilowatt pro Quadratmeter im laufenden Jahr verbraucht. Bei zahlreichen Fertighäusern und sonstigen Anbietern ist dieser Haustyp mittlerweile bereits Standard.
  • 3-Liter-Haus: Das 3-Liter-Haus ist sogar noch sparsamer. Es darf im laufenden Jahr nicht über 3 Liter Heizöl oder 34 KWH pro Quadratmeter liegen.
  • Energiesparhaus: der Begriff „Energiesparhaus“ wird häufig synonym für andere nachhaltige Wohnformen genutzt, hat jedoch ebenfalls eine genaue Definition. Je nach Standardisierung darf ein Energiesparhaus nicht mehr als 60 kWh oder 40 kWh pro Quadratmeter verbrauchen.
  • Passivhaus: beim Passivhaus steht nicht der primäre Energiebedarf im Fokus, sondern die benötigte Heizmenge. Diese darf 15 kWh pro Quadratmeter nicht überschreiten. Das bedeutet, dass ein Passivhaus im Jahr mit gerade einmal 1,5 Litern Heizöl auskommen kann. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass die Anschaffungskosten entsprechend hoch sind

Umsetzung gestaltet sich oft umfangreich und komplex

Umsetzung gestaltet sich oft umfangreich und komplex

Da es sich beim ökologischen Bauen um ein ganzheitliches Konzept handelt, ist der Aufwand ungleich größer als bei einem „normalen“ Bauprojekt. Nicht nur der Bau selbst, sondern auch die Herstellung, Nutzung und Entsorgung einzelner Produkte werden berücksichtigt, zudem werden Materialien sorgsamer ausgewählt, um eine möglichst schadstofffreie Alternative zu schaffen.

Investitionskosten sind hoch

Entscheidend für den Kostenfaktor des Hauses sind die Größe, die verwendeten Materialien und die integrierte Anlagentechnik. Generell sind Energiesparhäuser heutzutage allerdings längst Standard und dementsprechend kein Luxusobjekt mehr, wie umweltbewusst Bauen! schreibt. Nichtsdestotrotz kommt es aufgrund der modernen und effizienten Ausstattung zwangsläufig zu Mehrkosten, die dem Bauherren im Vorfeld bekannt sein sollten.

Vorteile sind vor allem langfristig zu betrachten

Während die Investitionskosten durchaus hoch sein können (je nach gewünschter Ausstattung), so lohnen sich sparsame Häuser jedoch vor allem im Nachhinein. Gerade in Anbetracht dessen, das die Energiekosten stetig steigen und ein großer Betrag im Monat wegfällt, sorgen sie später für finanzielle Entlastung. Darüber hinaus stellen sie eine attraktive Wertanlage dar, die auch zukünftig interessant bleibt.

Energie- und Kostenersparnis

Für eine gesicherte energetische Zukunft gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die beim Hausbau greifen können. Wie so oft ist das vorhandene Kapital dabei entscheidend, aber auch mittels Kredit, Förderung und einem guten Plan lassen sich verschiedenste Maßnahmen realisieren. Energiebewusstes Bauen wird beispielsweise umgesetzt durch:

  • eine ordentliche Dämmung, Vermeidung von Wärmebrücken
  • die Integration von Maßnahmen wie Photovoltaik
  • Luftdichtes bauen, geeignete Lüftungsanlage nutzen mit oder ohne Wärmerückgewinnung
  • die Installation eines nachhaltigen Heizsystems wie einer Pelletheizung
  • Regenwasser-Aufbereitung
  • Nutzung alternativer Energiequellen
  • Energieberatung durch den Fachmann
  • Grundstückslage bedenken (gerade bei Sonnenenergie sehr wichtig)

Darüber hinaus wird das nachhaltige Bauen mehr und mehr gefördert. Entsprechende Förderprogramme werden unter anderem durch die KfW bereitgestellt und entlasten die Bauherren bei den anfangs meist sehr hohen Investitionskosten.

Umweltfreundlich und nachhaltig

Neben der grundsätzlichen Ersparnis spielt auch das umweltfreundliche Bauen eine immer größere Rolle. Wichtige Aspekte sind eine wirtschaftliche und witterungsunabhängige Herstellung hochwertiger Baustoffe, allen voran Massivholz. Ebenso bieten sich Naturdämmstoffe an, die heutzutage unter anderem aus Pflanzenfasern, Holzfaser oder Zelluloseflocken bestehen. Interessant ist ebenfalls die Dachbegrünung, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch ein wertvolles Biotop mit sauberer Luft darstellt und Niederschlag zurückhält. Auch die Gestaltung der Fassade spielt eine tragende Rolle, denn etablierte Fassadenbaustoffe wie Holz, Holzwerkstoff, Klinker, Vormauerstein, Glas oder Metall weisen jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile auf. Einen Überblick darüber können sich künftige Bauherren in diesem Beitrag verschaffen.

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Das moderne Haus der Zukunft – smarte Vernetzung und Technik

Das Heim von morgen ist smart, komfortabel, individuell und barrierefrei – und das alles dank cleverer Technik, die alle Funktionen überwacht und das Leben auf angenehme Weise automatisiert. Ob Rollos, Rasensprenger, Überwachungskamera oder Heizung – fast alles lässt sich technisch so modifizieren, sodass eine zentrale Steuerung vieler unterschiedlicher Elemente möglich ist.

Wohnen wird komfortabler und einfacher

Für das moderne Haus der Zukunft scheint ein technisches System unverzichtbar: das Smart Home. Dabei handelt es sich um die Vernetzung aller Geräte, sodass diese weitestgehend intelligent agieren und sich an den individuellen Bedürfnissen ihrer Bewohner orientieren. Zum Einsatz kommen dafür:

  • sogenannte Aktoren, also Schalter, die zum Beispiel die Garage öffnen oder den Fernseher einschalten
  • und Sensoren, also etwa Bewegungsmelder und Temperaturmesser.

Sensoren und Aktoren stehen in Kontakt miteinander, tauschen Daten aus leiten diese meist zu einem zentralen Knotenpunkt weiter, an dem alle Informationen zusammenlaufen. Für die Bewohner bedeutet diese Kommunikation der Technik einen höheren Wohnkomfort, der je nach Budget sehr exklusiv ausfallen kann.

Smart Home vernetzt das Zuhause

Smart Home lässt sich mittels zweier unterschiedlicher Systeme umsetzen. Einerseits kann zur Kabelvariante gegriffen werden, andererseits sind aber auch Funksysteme verfügbar.

  • Die kabelgebundene Variante nutzt in der Wand verlaufende Kabel zur Übertragung von Daten. Dies hat den Vorteil, dass die Verbindung nicht so störanfällig wie bei einer Funkverbindung ist. Da das Signal zuverlässig über das Kabel transportiert wird, spielt der Abstand außerdem keine Rolle. Zudem bietet ein Kabelsystem eine gewisse Unabhängigkeit, da es über ein offenes Bussystem verfügt und unterschiedlichste Aktoren und Sensoren nutzen kann. Nutzer sind also nicht auf einen Standard oder Hersteller fixiert, sondern können mit verschiedensten Erweiterungen experimentieren. Diese Systeme haben allerdings auch ihren Preis, denn sowohl die Verkabelung als auch die Geräte sind kostspielig. Zudem sind Kabelsysteme nicht ganz so flexibel einsetzbar wie Funksysteme.
  • Ein Funksystem bietet hingegen einen sehr flexiblen Einsatz und kann problemlos und kostengünstig nachgerüstet werden. Dafür ist die Reichweite jedoch begrenzt und soll ein Signal durch dicke Wände hindurch übertragen werden, so kann es zu Problemen kommen. Anders als bei Kabelsystemen gibt es außerdem nur eine begrenzte Anzahl an Standards und beim Nachrüsten muss darauf geachtet werden, dass die einzelnen Komponenten zueinander passen. Dadurch entsteht eine gewisse Abhängigkeit.

Vorbereitet auf die alternde Gesellschaft – Barrierefreiheit schaffen

Ein anderer Bereich, der durch das Smart Home immer stärker in den Fokus rückt, ist die Barrierefreiheit. Die Rede ist dabei vom sogenannten „Ambient Assisted Living“ oder auch AAL. Dieses Sondergebiet hat sich auf Lösungen spezialisiert, die Senioren dabei helfen sollen, so lange wie möglich allein und selbstbestimmt zu wohnen. Dies kann sich in verschiedensten Maßnahmen und Anpassungen im Haushalt zeigen. So könnte beispielsweise das Licht blinken, wenn es an der Tür klingelt oder ein akustisches Signal erinnert den Bewohner daran, seine Medikamente einzunehmen. Teilweise ist in einigen Systemen auch eine Sprachassistenz vorhanden, sodass mit dem Smart Home kommuniziert werden kann – auch wenn Tablet, Smartphone und Co. gerade nicht erreichbar sind. Sinnvoll ist dies beispielsweise bei einem Notfall wie etwa einem Sturz, sodass der Krankenwagen direkt über Zuruf alarmiert werden kann. Maßnahmen für ein erhöhtes Maß an Sicherheit und Bequemlichkeit im Alltag lassen sich unter anderem wie folgt umsetzen:

  • Wer beim Sehen eingeschränkt ist, wird mit Schaltern unterstützt, die über abtastbare Symbole verfügen.
  • Mithilfe einer Jalousiesteuerung kann das kräftezehrende Hochziehen vollkommen automatisch stattfinden.
  • Stolperfallen lassen sich im Haushalt vermeiden, indem Kabel mithilfe von Sockelleistenkanälen verdeckt werden.
  • Um sowohl zu viel Hitze als auch zu viel Kälte zu vermeiden, bietet sich eine Temperaturregelung an. Sie schützt das Haus einerseits vor Schimmel, erhält andererseits aber auch ein gesundes Wohlfühlklima in den Räumen.

(Quelle: das-intelligente-zuhause.de/ratgeber/barrierefreiheit)

Sicherheit und Energieersparnis dank Automatisierung

Um mehr Sicherheit in den eigenen Wänden zu schaffen, kann ebenfalls zum Smart Home gegriffen werden. Ein Alarmsystem lässt sich beispielsweise jederzeit von unterwegs kontrollieren und ermöglicht es sogar, dass das Bild der Überwachungskamera live zum abwesenden Hausbewohner übermittelt wird, sobald es an der Tür klingelt. Aber auch der Schutz vor Umwelteinflüssen wie etwa Regen lässt sich realisieren, indem Fenster automatisch bei aufkommenden Regen geschlossen werden.

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Ein weiterer Aspekt des intelligenten Wohnens ist die Energieersparnis. Ein großes Thema diesbezüglich ist das Smart Metering, dabei handelt es sich um intelligente Zähler, die den Energieverbrauch anzeigen. Abseits dessen ist es vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Geräte, das langfristig Energie und damit auch Kosten spart. In der Praxis sieht dies zum Beispiel wie folgt aus:

  • Bewegungsmelder sorgen dafür, dass das Licht nicht länger als notwendig an bleibt, die Temperatur kann bei Abwesenheit der Bewohner automatisch abgesenkt werden und nicht zuletzt liegt ein intelligentes Zuhause auch dadurch vorn, dass moderne und daher grundsätzlich energiesparende Geräte und Maschinen verbaut wurden.

Back to the Roots – Leben inmitten der Natur

Wird der Alltag zur Last, so zieht es viele Menschen hinaus in die Natur oder zu einer ursprünglicheren Lebensform. Der Verzicht auf den enormen Konsum, wie er heutzutage ausgelebt wird, baut unnötigen Stress ab und fokussiert die Gedanken auf die wirklich wichtigen Dinge, so die Grundüberlegung. Manch einer findet auf diesem Weg wieder zurück zu sich selbst, andere wollen vielleicht nur eine Krise überstehen und beispielsweise einen Burnout oder Depressionen bekämpfen. Mehr Zeit und Freiheit, die Nähe zur Natur und ein bescheideneres Leben und Wohnen sind es, die daher auch heute noch eine attraktive – wenn auch eher seltene – Lebensphilosophie darstellen.

Ausgefallene Wohnformen – Baumhaus, auf Stelzen oder im Erdloch

Wer bewusst den Abstand zu großen Städten sucht oder mit der Natur im Einklang leben möchte, der kann dies auch beim Hausbau tun. Oft handelt es sich dabei um Wohnformen, in denen die Bewohner gleichzeitig Selbstversorger sind. Einige Wohnformen haben sich diesbezüglich etabliert oder sind zumindest aufgrund ihrer Außergewöhnlichkeit bekannt geworden. Ein bekannteres Beispiel sind die beiden Aussteiger Nadja und David, die gemeinsam mit ihren Kindern in eine selbstgebaute mongolische Jurte aus Filz gezogen sind, ihre Geschichte hat Zeit.de vor zwei Jahren erzählt. Auch das Leben im Baumhaus hat seinen ganz eigenen Charme in luftiger Höhe, diese Wohnform ist vor allem als Hotelübernachtung sehr beliebt und bekannt geworden. Wer nur das Mindeste zum Leben braucht, der zieht bisweilen sogar in ein Erdloch – gerade in wärmeren Ländern kann diese Wohnform durchaus eine spannende Erfahrung sein, wobei sie jedoch keinerlei Komfort bietet und aufgrund ihrer natürlichen Lage oftmals feucht und dunkel ist. Gerade als dauerhafte Lösung benötigen diese Wohnformen daher eine langfristige Planung, damit auch wirklich alles funktioniert und für alles Notwendige gesorgt ist.

Bescheidenes Wohnen und Minimalismus

Meist ist es die Zivilisationsflucht, die Menschen in die Natur und damit auch Einsamkeit treibt. Das hektische Stadtleben verursacht Stress und lässt keinen Raum mehr, um die Umwelt zu genießen oder die stärkere Nähe zum Ursprünglichen wird gesucht. Damit geht auch automatisch ein bescheideneres Wohnen einher, ein derzeit sehr bekannter Trend in diesem Bereich ist der Minimalismus. Er zielt darauf ab, dass Menschen sich von ihrem Besitz trennen und bewusst entscheiden, was sie benötigen und was doch nur ungenutzt herumsteht. Der Gedanke dahinter: Der enorme Hausrat, der sich in den heimischen Wänden anstaut, bringt jeden Tag aufs Neue Stress mit sich, denn er muss ständig organisiert, aufgeräumt oder geputzt werden. Wer sich hingegen davon trennt, kann Zeit und Kraft auf andere Dinge verwenden, hat weniger Hausarbeit und tut zudem auch noch etwas Gutes für die Umwelt.

Trotz Abgeschiedenheit kann ein hoher Lebensstandard herrschen

Trotzdem sind die oben erwähnten Wohnformen nicht immer zwangsläufig mit Verzicht gleichzusetzen. Gerade dann, wenn ein hohes Budget vorhanden ist und das neue Bauprojekt eher als Zweitwohnsitz dienen soll, lassen sich moderne Ausstattung und naturnahes Leben durchaus vereinen. In diesen Fällen zählt für die Bewohner weniger der ganzheitliche, nachhaltige Gedanke, sondern vielmehr das Gefühl der Entspannung inmitten der Natur oder der Blick in den Wald oder auf das Meer direkt nach dem Aufstehen.

Autark als Selbstversorger leben

Wer als Selbstversorger lebt, ist nicht auf Lebensmittel, Dienstleistungen oder sonstige Dinge von außerhalb angewiesen, denn zumindest theoretisch kann für alles selbst aufgekommen werden. Notwendig ist dafür lediglich die entsprechende Menge an Land für den An- und Aufbau sowie genügend Ressourcen, um ein autarkes System ins Leben zu rufen. Manch einer entscheidet sich aus Kostengründen für das autarke Leben, andere wünschen sich hingegen eine gesunde und naturverbundene Lebensweise. Fakt ist aber, dass der Aufbau eines Hauses, welches vollkommen autark genutzt wird durchaus aufwendig ist und viel Geduld und Disziplin benötigt. Für überzeugte Selbstversorger zahlen sich diese Mühen jedoch aus und schaffen einen persönlichen, einzigartigen Rückzugsort inmitten der Natur.

Vom Strom über die Lebensmittel bis hin zu Seife

Ein autarkes Leben kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen und je nachdem, wie die Vorstellungen des Bewohners aussehen und was sich mit dem eigenen Knowhow realisieren lässt. Grundsätzlich ist oftmals jedoch ein großes Vorwissen erforderlich, um viele alltägliche Dinge in Eigenregie herzustellen – andere sind hingegen einfach zu realisieren, anbei einige Beispiele einer typisch autarken Lebensweise:

  • Garten anpflanzen und/oder Feld bestellen
  • Dünger selbst herstellen
  • Strom selbst produzieren
  • Gute Dämmung für den Winter gewährleisten
  • Hühnerstall bauen/ artgerechte Nutztierhaltung umsetzen
  • Handwerkliche Fähigkeiten erlernen, da Reparaturen zwangsläufig vorkommen werden
  • Möglichst viel wiederverwenden, einen gesunden Produktkreislauf etablieren

Der Fokus liegt überall auf Nachhaltigkeit

Gerade das natürliche und nachhaltige Leben scheint im ersten Moment in krassem Gegensatz zum enorm technisch orientierten Alltag vieler Menschen zu stehen. Beide Lebensmodelle sind jedoch durchaus miteinander vereinbar und können sich gegenseitig unterstützen und noch besser machen. Selbst der autarke Lebensstil eines Aussteigers greift an einigen Stellen auf moderne Technik zurück, etwa bei der Stromproduktion oder dem Abernten eines Feldes.

Sei es nun die Klimaerwärmung, die Ressourcenverknappung oder der demographische Wandel: Nachhaltigkeit liegt im Trend wie nie und wird auch beim Hausbau großgeschrieben. Nicht umsonst stellt das Schlagwort „Green Building“ derzeit einen wichtigen Impulsgeber in der Immobilienbranche dar. Dieses verfolgt den Leitgedanken der Nachhaltigkeit, indem es einerseits möglichst ressourceneffizient arbeitet, andererseits aber auch schädliche Auswirkungen auf die Natur so gut wie möglich vermeidet. Auf dem Immobilienmarkt erfreuen sich Green Buildings heutzutage großer Beliebtheit und sind auch in der Wirtschaft häufig vertreten. Ein bekanntes Beispiel sind die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main, die im Rahmen einer grünen Sarnierung pro Jahr 67 Prozent Heizenergie einsparen – ein enormes Sparvolumen, das für ganze 750 Einfamilienhäuser ausreichen würde. Generell steigen Gebäude durch den Einsatz von Nachhaltigkeitsmaßnahmen außerdem im Wert, sodass sich für Besitzer ein lukratives Geschäft anbietet, bei dem Vermieter beispielsweise durchschnittlich höhere Preise erzielen und Bauherren von dauerhaft geringeren Nebenkosten profitieren.

Moderne Technik kommt für unterschiedliche Zwecke zum Einsatz

Abseits des umweltfreundlichen Gedankens ist es vor allem moderne und mitunter sehr intelligente Technik, die in vielen Neubauten zum Einsatz kommt. In vielen Fällen stellt sie zwar nur ein komfortables Hilfsmittel dar, das zum Leben nicht zwangsläufig notwendig ist, jedoch erhöht sie den Wohnkomfort in der Regel ungemein und ist zudem in der Lage, effizient Energie und laufende Kosten einzusparen. Damit greift sie optimal das Konzept des nachhaltigen Wohnens auf und harmonisiert bestens mit Hausbauprojekten, die auf einen bewussten Umgang mit Energie und Natur aus sind. Am modernsten ist in dieser Hinsicht wohl das Smart Home, das sich ganz den Wohnwünschen der Bewohner anpasst und im Grunde (dank variabler Ergänzungen) jeden Bereich des Lebens bedient.