Die Wissenschaft hat festgestellt ...

Hip-Hop-Käse schmeckt am besten

Das kam in einem Schweizer Experiment raus. Ein Schweizer Käsehersteller hat zusammen mit Studenten der Hochschule der Künste Bern acht Monate lang Käselaibe mit unterschiedlicher Musik beschallt. Die Ergebnisse sind erstaunlich!


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(Foto: Hochschule der Künste Bern)

So kam es zum Musik-Käse-Experiment

Studiengangsleiter Michael Harenberg und seine Studenten waren auf der Suche nach einem neuen Forschungsobjekt. Deshalb haben sie bei den Gemeinden im Kanton Bern nachgefragt, ob ihnen Projekte am Herzen liegen, die sie gemeinsam umsetzen können. Und so kamen Forscher und Käsehersteller Beat Wampfler zusammen.

Er hat dem Studiengangsleiter Michael Harenberg erzählt, dass die Stoffwechselprozesse innerhalb des Reifeprozesses von Käse sehr komplex seien: Sobald sich Temperatur, Licht, Bewegung oder Luftfeuchtigkeit nur geringfügig ändern, reagieren seine Käselaibe unmittelbar darauf und verändern ihren Geschmack. Damit war die Idee geboren, Käse und Musik zusammenzubringen.

So lief das Experiment ab

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(Foto: Hochschule der Künste Bern)

Bei diesem künstlerisch-kulinarischen Versuch haben die Forscher acht Laibe Emmentaler der Sorte "Muttenglück" über acht Monate rund um die Uhr beim Reifeprozess beschallt. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Milch vom selben Bauern stammt und am gleichen Produktionstag im gleichen Kessel verarbeitet wurde. Dann hat das Forscher Team festgelegt, welche Sounds sie dem Käse vorspielen. Zur Wahl standen zum Beispiel verschiedene Geräusche, aber auch Elektro-, Klassik- oder Hip-Hop-Musik.

Neben unterschiedlich tiefen und hohen Tönen (Sinus tief (25 hz), Sinus mittel (200 hz) und Sinus hoch (1000 hz)) wurden diese Songs den Käsen vorgespielt:

Hip Hop-Käse schmeckt am besten
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Ein Käselaib wurde als Referenzkäse nicht beschallt, um einen Vergleich zu haben. Die Käse wurden während der Beschallung separat voneinander in schallisolierten Holzkisten gelagert. Die Musik wurde den Käsen nicht über Lautsprecher vorgespielt, sondern von außen über sogenannte Transducer Exciter. Diese Geräte haben die Schallwellen der Musik direkt über Dioden in das Holz der Kisten geleitet, das wiederum die Schallwellen an den Käse abgegeben hat.

Und das ist das Ergebnis!

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(Foto: Hochschule der Künste Bern)

Jetzt sind die acht Monate rum. Alle acht Käselaibe und der Referenzkäse wurden aromastofflich untersucht und miteinander verglichen. Und es waren durchaus Unterschiede erkennbar. Zusätzlich hat eine Jury den Käse verkostet: Kulinarisch am besten abgeschnitten haben die Käselaibe, die mit Hip-Hop und mit einem Tiefton (25 Hz) beschallt wurden. Beide hat die Jury als leicht süßlich beschrieben.

Die Hochschule der Künste Bern weist darauf hin, dass ein größer angelegter Versuch durchgeführt werden müsste, um einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Soundart und Käsegeschmack nachzuweisen.

(Quelle: Hochschule der Künste Bern)