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Experiment: Kochen in der Spülmaschine!

Herd, Backofen, Mikrowelle, Dampfgarer, Küchenmaschine - es gibt jede Menge Geräte, mit denen man kochen kann. Auch in der Spülmaschine soll das hervorragend funktionieren und sogar noch energiesparend sein. Wie das Ganze so funktioniert...


Während ihr dreckige Teller wascht, könnt ihr gleichzeitig - ohne weiteren Enegieaufwand - euer Essen zubereiten. Das ist die Grundidee, die hinter dem Kochen in der Spülmaschine steckt. Man kann nahezu jedes Essen schonend zubereiten - bei niedrigen Temperatur wird das Essen langsam und schonend durchgegart.

Das Spülmaschinen-Verfahren ist übrigens an das "Sous Vide"-Verfahren ("unter Vakuum") angelehnt. Hier werden Gerichte auch bei Niedrig-Temperaturen in einem Wasserbad gegart.

Weitere Vorteile liegen auf der Hand

Durch die niedrigen Temperaturen gehen keine Nährstoffe oder Vitamine verloren. Nichts brennt an und es bilden sich keine Essensgerüche während des Kochens. Und das Beste: Fleisch bleibt zart und saftig statt trocken und zäh zu werden. Soweit zumindest die Theorie.

Kochen im Geschirrspüler: der Test

Wir wollten es natürlich selbst einmal ausprobieren. Unseren Test seht ihr im Video:

Goldene Regeln zum Kochen im Geschirrspüler

  • luftdicht verschließen - es darf kein Wasser und keine Seife ans Essen kommen!
  • spülmaschinengeeignete Verpackungen - eure Verpackungen sollten Temperaturen von 65/70 Grad aushalten. Empfohlen wird, Vakuumbeutel oder Einmachgläser zu nutzen, ihr könnt aber auch Alufolie, Bratschläuche nehmen. Bei Tupperware solltet ihr unbedingt drauf achten, dass sie für Spülmaschinen geeignet und luftdicht verschließbar ist.
  • obere Schiene nutzen - ihr solltet eure Mahlzeit immer nach oben (bei Geschirrspülern mit drei Schienen in die Mitte) packen, damit sie bestmöglich gegart werden können. Ihr kocht nämlich mit Dampf, nicht mit Wasser.
  • es braucht Geduld - damit das Essen wirklich durch ist, dauert es. Je nach Programm können es auch schnell mal zwei Stunden werden.
  • es braucht etwas Übung - einen bestimmten Garpunkt zu erreichen, ist nicht ganz einfach. Es gibt allerdings Gerichte, die besser für Einsteiger geeignet sind. So zum Beispiel Fisch oder auch Hackbällchen.

Viele Lebensmittel könnt ihr in den Spülmaschine zubereiten. Sie sollten vorher schon kleingeschnitten sein, damit sie gar werden. Am besten eignet sich Fisch oder Krabben. Aber auch Fleisch klappt super. Gemüse wird zwar gar, bleibt aber immer recht bissfest, da die Pflanzenfasern sehr stabil sind.

Eine Wissenschaft für sich

Die Italienerin Lisa Casali hat eine Leidenschaft für Kochen und Umweltschutz. Das vereint sie in ihrem Testversuch - rund ein Jahr hat sie in der Spülmaschine gekocht und sogar ein Buch drüber geschrieben. Das haben wir uns einfach mal gekauft (nur gebraucht oder als E-Book erhältlich), um uns für unser eigenes Experiment aufzuladen und uns ein paar Tipps und Tricks zu holen.

Auf ihrem Blog "Ecocucina" - heißt übersetzt soviel wie "umweltfreundliche Küche" - schreibt sie auch über ihre Erfahrungen (auf englisch) und zählt 10 Vorteile vom Kochen in der Spülmaschine auf.

Wie welches Essen gegart wird

Lisa hat eine super Übersicht gegeben, wie sich welche Lebensmittel verhalten. Die wichtigsten stellen wir euch hier kurz vor.

  • Fleisch
    ...eignet sich bestens. In kleine Stücke schneiden, würzen und in die Spülmaschine. Aber bitte ohne Knochen.
  • Fisch
    ...ist ideal und kann als Ganzes gegart werden. Einfach würzen und in die Spülmaschine oder marinieren, indem ihr ihn mit Wein und Kräutern in ein Glas füllt. Hier könnt ihr sogar das Express-Programm anwenden.
  • Gemüse
    ...gart nicht komplett durch. Behält dadurch aber den Biss und Nährstoffe. Besonders geeignet sind Spargel, Mangold, Spinat, Paprika und Frühlingszwiebeln.
  • Obst
    ...sollte auch kleingeschnitten werden. Im Intensivprogramm reichen auch grobe Stücke.
  • Getreide und Hülsenfrüchte
    ...sind nicht geeignet, da sie mindestens 85 Grad brauchen, die in der Spülmaschine nicht erreicht werden. Reis oder Bohnen sind laut Lisa nichts für die Spülmaschine. Andere Tester haben aber auch mit Bohnen oder Erbsen Erfolge zu vermelden.

Um sich ein Bild vom Ergenis zu machen, am besten mal einfach ausprobieren.

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