Bärlauchsaison

Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlose unterscheiden

Es ist Bärlauchsaison in Niedersachsen! Von März bis Juni lockt uns der Bärlauch und verführt uns auf Wiesen und in Wäldern mit seinem knoblauchähnlichen Geruch. Aber Vorsicht! Bärlauch hat mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose zwei giftige Doppelgänger! So könnt ihr sie unterscheiden.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Wenn der Bärlauch bei uns in Niedersachsen wächst, verteilt sich ein zarter Knoblauchduft in Wäldern und auf Wiesen. Bärlauch findet ihr vor allem in lichten Laubwäldern, an Flussufern oder auf schattigen Wiesen. Für den Eigenbedarf ist es erlaubt, Bärlauch zu sammeln.

Aber Vorsicht! Bärlauch zwei für uns giftige Doppelgänger: Maiglöckchen und Herbstzeitlose.

So unterscheidet ihr Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlose

  • Haltet die Blätter gegen das Licht. Bei Bärlauch liegen die Blattnerven weiter auseinander, bei Maiglöckchen liegen sie sehr nah beieinander
  • Die Blätter von Bärlauch sind schmaler als die Maiglöckchenblätter. Außerdem umgibt Maiglöckchenblätter ein braunes Hüllblatt.
  • Maiglöckchen haben eine glänzende Blattunterseite, Bärlauch hingegen nicht.
  • Die Blätter der Herbstzeitlose sind lanzenförmig und fester als die Bärlauchblätter.
  • Bei Bärlauch hat jedes Blatt einen eigenen Stiel. Bei der Herbstzeitlose wachsen drei bis vier Blätter aus einer Rosette direkt aus dem Boden - ohne Stiel.
  • Bei der Herbstzeitlose befindet sich in der Mitte der Blätter oft eine kleine grüne Frucht.
  • Aufgepasst: Bärlauch riecht, im Gegensatz zu Maiglöckchen oder Herbstzeitlose, nach Knoblauch. Wenn ihr die grünen Blätter zwischen den Fingern reibt, sollten sie bei Bärlauch nach Knoblauch riechen. Dieser Trick funktioniert allerdings nur bei den ersten Blättern. Denn danach riecht alles, was ihr zwischen euren Fingern habt, nach Knoblauch - auch andere Pflanzen.
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 (Foto: Ruckszio - stock.adobe.com)

Vergiftungserscheinungen bei Maiglöcken und Herbstzeitlose

Maiglöckchen:
Vergiftungen mit Maiglöckchen können zu Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen führen und können sogar tödlich sein.

Herbstzeitlose:
Vergiftungen durch Herbszeitlose trten erst einige Stunden später auf. Typische Symptome sind Brennen im Mund, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Krämpfe und blutiger Durchfall. Auch bei der Herbstzeitlose können Vergiftungen zum Tod führen.


Vergiftung?

Hilfe bei akuten Vergiftungen oder dem Verdacht auf Vergiftung erhaltet ihr beim Giftnotruf.

Telefon: 0551 - 19240


Tipps zur Bärlauch-Ernte

  • Nehmt zur Ernte ein scharfes Messer mit und schneidet die Blätter vorsichtig am Stiel ab.
  • Nehmt pro Pflanze nur ein bis zwei Blätter mit, damit sie sich regenerieren kann.
  • Denkt daran: In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Bärlauch verboten!
  • Da die wilden Bärlauchbestände bei uns im Norden nicht endlos sind, solltet ihr nur so viel Bärlauch sammeln, wie ihr tatsächlich benötigt und verarbeiten möchtet.
  • Nach der Ernte ist es wichtig, denn Bärlauch zeitnah zu verarbeiten, da er sich im frischen Zustand nicht lange hält. Ihr könnt Bärlauch aber auch einfrieren.

Rezept: Bärlauch-Pesto (für 4 Portionen)

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 (Foto: ji_images - stock.adobe.com)

200 g Bärlauch
25 g Pinienkerne oder andere Kerne
25 g Parmesan
1 Teelöffel Salz
150-250 ml Olivenöl

So funktioniert's:

Bärlauch waschen, trocken tupfen und in Streifen schneiden. Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne leicht anrösten und Parmesan fein reiben. Pinienkerne in die Küchenmaschine geben und fein hacken oder mit dem Stabmixer mixen. Die restlichen Zustaten hinzugeben und zu einer sämigen Masse mixen. Wenn das Pesto zu tocken ist, noch etwas Öl dazugeben. Abschmecken, eventuell noch nachsalzen und genießen.

Das Pesto hält sich im Kühlschrank rund zwei Wochen.

(Rezept von kostbarenatur.de)