Tipps vom Profi

So fotografiert ihr die Sonnenfinsternis

Eine Sonnenfinsternis ist für viele Hobby-Fotografen ein echtes Erlebnis. Aber manchmal kommen die Fotos nicht so raus, wie man es sich erhofft hat. Worauf ihr beim Fotografieren achten solltet...


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(Foto: Fotolia)

Am Freitag (20. März) erwartet uns eine Sonnenfinsternis über Deutschland verdunkeln. Bis zu 80 Prozent der Sonne werden durch den Mond verdeckt sein. Eine seltene Gelegenheit für Fotografen, ihre Kameras auf die Sonne zu richten.

Die schlechte Nachricht vorweg: schöne Fotos mit dem Smartphone zu machen, könnt ihr leider vergessen. Dafür braucht es schon halbwegs professionelles Equipment. Allerdings könnt ihr die Sonnenfinsternis in Niedersachsens Planetarien beobachten.

Um Schäden für Augen und Ausrüstung zu verhindern, solltet ihr einen geeigneten Sonnenfilter haben, rät Christian Gritzner, Ingenieur beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die Tipps: so fotografiert ihr die Sonnenfinsternis

Echten Sonnenfilter statt einfacher Folien benutzen
Wichtig ist es, den Filter vor das Objektiv zu setzen. Von Folien für den Kamerasucher oder das Okkular von Ferngläsern und Teleskopen rät der Forscher dringend ab. "Das ist ganz gebündeltes intensives Sonnenlicht", warnt er. Im schlimmsten Fall drohen Schäden am Kamerasensor oder den eigenen Augen. Die Filter gibt es in vielen Ausführungen im Fachhandel, sie lassen sich aber auch leicht selbst basteln - passgenau für jeden Kameratyp. Im Handel gibt es dafür aluminisierte Filterfolie. Sie ist ab etwa 25 Euro zu haben.

Auf die Kamera kommt's an
Nicht mit jeder Kamera gelingen gute Bilder der Sonnenfinsternis. "Das Smartphone kann getrost in der Tasche bleiben", heißt es beim Photoindustrie-Verband. Dem Telefon mangelt es nämlich am nötigen Zoom. Eine Superzoom-, System- oder Spiegelreflexkamera sollte es schon sein. Sonst erscheint die Sonne nur als kleiner Punkt auf dem Foto. Bei der Brennweite empfehlen die Experten mindestens 400 Millimeter (Kleinbildformat). Steht kein Objektiv mit solch großer Brennweite zur Verfügung, helfen sogenannte Telekonverter weiter. Sie werden zwischen Objektiv und Kamera geschraubt und liefern mehr Brennweite. Kostet allerdings je nach Kamera ein paar Euro (ab 25 Euro). Damit die Aufnahmen nicht verwackeln, bieten sich ein Stativ und ein Fernauslöser an.

Einzel- oder Serienbild
Ob man die verdunkelte Sonne nun in Einzelbildern oder als Serie aufnimmt, bleibt dem Fotografen überlassen. Wer die gesamte Finsternis in ihrem Verlauf dokumentieren will, nimmt am besten in Intervallen von fünf bis zehn Minuten ein Bild auf. Dabei wird die Kamera entweder für jede Aufnahme neu auf die Sonne ausgerichtet, oder an einer Position gelassen, um auch die Wanderbewegung abzubilden. Bei Variante zwei können die Einzelaufnahmen mit kostenlosen Programmen wie AviSTack2 später am Computer zu einer Aufnahme kombiniert werden. Mit kürzeren Bildintervallen sind auch Timelapse-Filme des kosmischen Ereignisses möglich.

Achtung bei der Belichtung
Falls die Kamera es unterstützt, sollte über die Belichtungssteuerung ein geringer ISO-Wert gewählt werden. An die richtige Verschlusszeit tastet man sich dann heran.

Eine Warnung zum Schluss: alte Hausmittelchen wie Filmschnipsel und mit Ruß geschwärzte Glasplatten sind kein geeigneter Sonnenfilter. "Sie lassen die schädliche Wärmestrahlung fast ungehindert passieren", warnt Frank Sohl vom DLR. "Solche antiquierten Systeme dürfen unter gar keinen Umständen verwendet werden." Als Augenschutz rät er zu speziellen Sonnenfinsternisbrillen aus dem Fachhandel. Schließlich will ja auch der passionierteste Hobbyfotograf die Sonnenfinsternis nicht nur gefiltert durch das Objektiv sehen.