Wusstet ihr... ?

10 Fakten über... das Saterland

Hättet ihr gewusst, wie viel Kilo Süßigkeiten an Karneval im Saterland pro Person zusammen kommen? Oder welchen europaweiten Rekord das Saterland hält? Hier erfahrt ihr zehn spannende Fakten über das Saterland, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.


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Fakt 1: Die Hymne "Seelter Läid"

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 (Foto: PHILETDOM - stock.adobe.com)

So heißt die eigens gedichtete Hymne der Saterländer. Es ist eine wahre Liebeserklärung an das Saterland und seine eigene Sprache: das Saterfriesisch. Deshalb ist sie natürlich auch auf saterfriesisch geschrieben. In der Hymne wird von der Brüderlichkeit unter den Saterfriesen gesprochen sowie dem Glück in der idyllischen Landschaft des Saterlandes aufgewachsen zu sein.


Fakt 2: Heiliger Torf

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 (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Idee für ein außergewöhnliches Geschenk bietet das Saterland. Der saterfriesische Künstler Karl-Heinz Brinkmann schnitzt Weihnachtskrippen und Figuren aus Weißtorf der umliegenden Moore des Saterlandes. In den letzten Jahren schnitze er bis zu 50 Krippen aus dem über 2.000 Jahre alten Torf. Eine seiner Krippen wurde auch bei der Aktion "Kölner Krippenweg" in Köln ausgestellt. Die Idee der Torf-Krippen stammte ursprünglich von Brinkmanns Bruder, der nach einem Weihnachtsgeschenk der besonderen Art suchte. Auf Anfrage kann man so eine originelle Krippe erwerben.


Fakt 3: Pro Kopf 1 Kilo Bonbons - jährlich

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Die Saterfriesen wissen wie man Karneval anständig feiert - mit einer ganzen Menge Süßigkeiten. 14.000 Kilo Bonbons prasseln jährlich auf die Straßen des Saterlandes nieder. Bei einer Einwohnerzahl von circa 13.500 ist das rund 1 Kilo Bonbons, das jeder Saterfriese im Durchschnitt allein an Karneval bekommt. Da lohnt es sich einen Beutel mitzunehmen. Der größte Karnevalsumzug des Saterlandes mit mehr als 100 Festwagen und Fußgruppen findet in dem Ortsteil Ramsloh statt.


Fakt 4: "Wust un Oaiere foar uus Wusteball"

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 (Foto: bnorbert3 - stock.adobe.com)

Wenn einer von euch jetzt kein Saterfriesisch sprechen sollte, ist hier nochmal die Übersetzung: "Wurst und Eier für unseren Wusteball". Der "Wusteball" ist eine alte traditionelle Fastnachtsitte im Saterland. Hierfür ziehen junge Burschen der Gemeinde am Rosenmontag in weißer Verkleidung mit Holzmasken und Peitschen knallend durch das Saterland. Den Erzählungen nach, gab es ein Vierergespann bestehend aus dem Wustebernd, Ääske-Judas, Eierülk und Baaner Marie. Sie klopften an die umliegenden Häuser und forderten die Bewohner auf, ihnen Wurst und Eier aus der Speisekammer zu geben. Am Abend wurden dann die Leute eingeladen, die Essen gespendet hatten und dann wurde auf dem "Wusteball" ausgelassen getanzt.


Fakt 5: Schmeißt die "Kättensniede" an

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 (Foto: picture alliance/dpa)

Hier im Saterland fand 2018 die erste Nordwestdeutsche Meisterschaft im Kettensägenschnitzen statt. Neun in der Szene bekannten Künstler traten gegeneinander an und lieferten sich einen Kampf um die schönste und eindrucksvollste Figur aus massiven Holz - unter Zeitdruck. Der Gewinner wurde am Ende von den Zuschauern ausgewählt, die bei dem Spektakel mit dabei waren. Am Ende der Veranstaltung konnten die Zuschauer sogar die Skulpturen gewinnen und mit nach Hause nehmen. Die nächste Meisterschaft findet am 7.09.19 in Bad Mergentheim statt.



Fakt 6: Nur mit dem Fluss erreichbar

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Ein ganzer Fluss nur für die Gemeinde Saterland. Denn bis auf die ersten 200 Meter schlängelt sich die Sagter Ems nur durch das Saterland. Vom Süden bis hoch in den Norden des Saterlandes bahnt sich die Sagter Ems ihren Weg. Damit besitzen die Saterfriesen quasi ihren eigenen Fluss, der bis ins 19. Jahrhundert auch der einzige Zugangsort zum Saterland war. Denn das konnte damals nur mit Handelsschiffen und Booten erreicht werden. Letzten Endes mündet die Sagter Ems in der Ems.


Fakt 7: Hier werden Rekorde aufgestellt

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Das Saterland genießt besondere Aufmerksamkeit in dem "Guinness Buch der Rekorde". Seit 1991 vertritt die Gemeinde den Titel der "Kleinsten Sprachinsel Europas". Dadurch, dass das Saterland von vielen Mooren umgeben ist, wurde es in der Vergangenheit nur über den Seeweg mit Schiffen erreicht. Die Saterfriesen blieben somit lange Zeit unter sich und behielten ihre Sprache bei, ohne von Außen beeinflusst zu werden.


Fakt 8: Die Letzte ihrer Art

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Wusstet ihr, dass auf saterfriesischem Boden die letzte Kapelle des Ritterordens der Johanniter steht? Sämtliche anderen Klöster und dazugehörigen Kapellen wurden schon zur Zeit der Reformation zerstört und hörten auf zu existieren. Die "Johanniterkommende Bokelesch" besteht schon seit über 700 Jahren und ist damit das letzte baugeschichtliche Zeugnis einer einst so großen Klosterlandschaft. An keinem anderen Ort des mittelalterlichen Deutschen Reiches gab es so viele Klöster und Kapellen wie hier in Ostfriesland.


Fakt 9: Anerkannte Minderheitensprache

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Zwischen Leer, Cloppenburg und Oldenburg existiert die noch einzige lebendige Sprachvarietät der ostfriesischen Sprache: das Saterfriesisch. Seit 1999 ist die saterfriesische Sprache als Minderheitensprache anerkannt und wird dementsprechend auch gefördert. Vereinzelt wird Saterfriesisch auch wieder in Kindergärten und Grundschulen als Kurse angeboten und von den Kindern gelernt. Die Zahl von aktiven saterfriesischen Sprechern wird auf 1.000 bis 2.000 Leute geschätzt.


Fakt 10: Bahnreise in die Vergangenheit

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Das Saterland lässt sich auch bequem mit einer historischen Eisenbahn aus den 60er-Jahren durchzuckeln. Obwohl die Museumseisenbahn Ammerland schon über 40 Jahre alt ist, fährt sie erst seit 1995 ihre Strecke vom Saterland aus weiter nach Cloppenburg. In den Sommermonaten könnt ihr mit der Bahn an zwei Samstagen im Monat durch das Saterland fahren.



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