Wusstet ihr... ?

10 Fakten über... Brake

Hättet ihr gewusst, dass Brake Standort der ersten deutschen Marineflotte war? Oder welcher ungewöhnliche Gegenstand den Kirchturm der Stadt ziert? Hier erfahrt ihr zehn spannende Fakten über Brake, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.


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Foto: Stadt Brake

Fakt 1: Ein Anker auf dem Kirchturm?

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Foto: Norbert Ostendorf

Die katholische St. Marien-Kirche in Brake sticht durch ihr ganz besonderes Aussehen hervor. Nicht nur ist das komplette Gebäude der Form eines Schiffes nachempfunden, auch der Kirchturm passt zum maritimen Look des Gotteshauses: Den Turm ziert ein über sechs Tonnen schwerer Anker.


Fakt 2: Der "Mordstein von Golzwarden"

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Foto: Stadt Brake

Dieses Mahnmal im Braker Ortsteil Golzwarden erinnert an einen Mord, der im Jahr 1637 stattgefunden hat. Die Geschichte: Drei Brüder lebten auf einem Hof und beschäftigten eine Haushälterin, die ein Kind zur Welt brachte. Das Kind wurde kurz nach seiner Geburt getötet und da alle Indizien auf die Mutter deuteten, landete sie im Gefängnis. Die drei Brüder beschlossen daraufhin, sie zu befreien, jedoch nur, um sie in der selben Nacht zu ermorden. Sie dachten, dass sie durch diesen Mord ihre Mittat am Kindesmord vertuschen könnten. Erst 14 Jahre später wurde das Verbrechen aufgeklärt und dieses Mahnmal errichtet, um an die Gräueltat zu erinnern. Den Nachkommen der Täter war dies vermutlich so peinlich, dass sie den Stein in einem Graben versenkten, wo er später wiedergefunden wurde.


Fakt 3: Erste deutsche Marineflotte

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 (Foto: Rolf - stock.adobe.com)

Eine besondere Persönlichkeit der Stadtgeschichte war Karl Rudolf Bromme (1804-1860). "Admiral Brommy" gründete im Jahr 1848 die erste gesamtdeutsche Marineflotte in Brake. Der Braker Seehafen wurde so zum ersten Marine-Standort Deutschlands und blieb dies auch bis 1852. Der Rufname "Admiral Brommy" kommt daher, dass er in seiner Zeit auf US-amerikanischen Segelschiffen seinen deutschen Nachnamen der englischen Aussprache entsprechend anpasste. 1860 starb er an den Folgen seiner Gicht und wurde auf dem Friedhof in Brake-Hammelwarden beerdigt.


Fakt 4: Braker Liedgut "op platt"

Der plattdeutsche Liedermacher Helmut Debus stammt zwar ursprünglich aus Hessen, wuchs aber in Brake auf. Da bei ihm zu Hause vor allem Hochdeutsch gesprochen wurde, lernte er die "neue" Sprache erst auf der Straße beim Spielen. In Brake begann er in den 1960er Jahren Musik zu machen, unter anderem als Schlagzeuger von "The Madmen", der ersten Beatband aus Brake.
Seine erste Solo-Platte erschien 1976 und trägt den Namen "Wo ik herkam". Eine Performance des gleichnamigen Songs vom Album seht ihr hier:


Fakt 5: Weltberühmte Barockorgeln

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Arp Schnitger, einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit, erblickte 1648 in Brake-Schmalenfleth das Licht der Welt. Seine Orgeln waren, wie für die Zeit üblich, im Barock-Stil gehalten, sodass er als "Vollender der norddeutschen Barockorgel" gilt. Laut der in Brake ansässigen Arp-Schnitger-Gesellschaft hat Schnitger etwa 170 Orgeln neu erbaut oder umgebaut, wovon heute nur noch 30 Instrumente erhalten sind. Diese befinden sich überall auf der Welt, ob in Deutschland, den Niederlanden, Portugal oder Brasilien.



Fakt 6: Der Braker Telegraph

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Foto: Stadt Brake

Das heutige Wahrzeichen der Stadt ist der "Braker Telegraph". Im Jahr 1846 erbaut, erfüllte er damals eine für die Seefahrt unverzichtbare Aufgabe. Mittels unterschiedlicher Vorrichtungen an der Turmspitze des Gebäudes wurden eintreffende Schiffe gemeldet. Der Telegraph übermittelte Informationen wie: Welche Waren sind auf dem Schiff geladen, wieviele Mann werden zum Entladen gebraucht oder steht das Schiff gar unter Quarantäne? Diese Infos sollten möglichst noch vor Anlegen des Schiffs vorhanden sein, konnten jedoch vor Einführung der optischen Telegraphie nur über wesentliche langsamere Botenschiffe überbracht werden.


Fakt 7: Die Insel von gegenüber

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Die Insel "Harriersand" befindet sich auf der gegenüberliegenden Weserseite von Brake und ist mit elf Kilometern die längste Flussinsel Deutschlands. Die Insel ist das Naherholungsgebiet der Stadt und bietet lange Sandstrände direkt an der Weser mit Blick auf Brake. Bis ins Jahr 1974 gehörte Harriersand zum Stadtgebiet Brakes, seit einer Gebietsreform zählt sie zur Gemeinde Schwanewede im Landkreis Osterholz. Im Herzen der Braker jedoch gehört sie immer noch zur Stadt dazu.


Fakt 8: Bedeutende Weltkriegsliteratur

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Foto: Schifffahrtsmuseum Brake

Der Schriftsteller und Maler Georg von der Vring (1889 - 1968) ist eine weitere Persönlichkeit der Stadt. Größere Bekanntheit erlangte er durch seinen Roman "Soldat Suhren" von 1927. Der Roman gilt als erster, der die Schrecken des Ersten Weltkriegs hinterfragt und kritisch aufgearbeitet hat. Im Jahr 1960 wurde der Schriftsteller zum ersten und - bis heute - einzigen Ehrenbürger der Stadt ernannt.


Fakt 9: Rekordverdächtiger Hafen

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Der Seehafen Brake ist ausgestattet mit den höchsten Siloanlagen für Futtermittel und Getreide in ganz Deutschland. Erst im Jahr 2012 wurde für die Silos eine Summe von 24 Millionen Euro investiert. In dem Großspeicher ist Platz für knapp 50.000 Tonnen an Futtermittel.


Fakt 10: Norddeutsche Medienpersönlichkeit

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 (Foto: picture-alliance/ dpa)

Eine der bekanntesten Medienpersönlichkeiten des Nordens kommt aus Brake. Lutz Ackermann, Journalist und Moderator erblickte 1945 hier das Licht der Welt. Eines der Highlights seiner Karriere war sicherlich die Moderation der längsten Live-Sendung der Welt: 1985 stand er beim 18-stündigen "Live Aid"-Konzert für die deutsche Übertragung vor der Kamera.



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