Wusstet ihr ...?

10 Fakten über ... Bad Pyrmont

Bad Pyrmont ist eine Kurstadt im Landkreis Hameln-Pyrmont. Mit knapp 19.000 Einwohnern gilt die Stadt außerdem als selbstständige Gemeinde. Hier erfahrt ihr zehn spannende Fakten über Bad Pyrmont, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.


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Fakt 1: Spuk in der verlassenen Klinik

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Foto: Facebook / Paul Röntgen

Bis 1996 konnten Kurgäste in der Klinik am Bomberg in Bad Pyrmont ihre Wehwehchen behandeln lassen. Spezialisiert auf Innere Medizin und psychische Erkrankungen, empfing die Klinik zahlreiche Patienten, bis sie 1996 überstürzt geschlossen wurde. Gerüchten zufolge, wurde das Krankenhaus innerhalb von nur vier Stunden komplett geräumt. Aus diesem Grund besteht die gesamte Einrichtung in den Zimmern nach wie vor, anfangs waren sogar noch die Krankenakten der Patienten vorhanden. Die Gründe für die Räumung sind auch heute noch unklar: es wird behauptet, dass die Klinik insolvent war und das Gericht eine sofortige Räumung angeordnet hatte. Es gibt allerdings auch Stimmen, die behaupten, die Leitung des Krankenhauses war in dubiose Machenschaften verwickelt. Heute ist die Bombergklinik ein beliebtesallerdings verbotenes Ziel von Geisterjägern und Freunden von paranormalen Phänomenen.


Fakt 2: Nationalspieler als Fußballtrainer

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 (Foto: picture alliance / Henning Kaise)

2006 sang Xavier Naidoo noch in seinem WM-Song: "Wer ist dieser David, er ist unbekannt". Spätestens nach der Fußballweltmeisterschaft sollte allerdings jeder den Namen David Odonkor schon mal gehört haben und auch heute noch ist er bekannt - vor allem in Bad Pyrmont. Denn Odonkor ist hier Trainer der "Spielvereinigung von 1920 Bad Pyrmont e.V.". Im Jahr 2016 wechselte der ehemalige Nationalspieler aus Hamm in die Kurstadt an der nordrhein-westfälischen Grenze. Die SpVgg Bad Pyrmont spielt in der Landesliga Hannover.


Fakt 3: Ein brüllender Kurort

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Bad Pyrmont ist eine Kurstadt mit Heilquellen, Erholungsorten und zahlreichen Wellnessangeboten. Wer allerdings denkt, dass es deshalb ruhig in der Stadt zugeht, der irrt sich gewaltig. Denn mindestens einmal am Tag wird es so richtig laut. Das liegt dann an Medan und Mowgli, zwei Brüllaffen aus dem Tierpark Bad Pyrmont. Denn die machen ihrem Namen alle Ehre! Legen die zwei erst einmal los, hört man ihr Gebrüll in ganz Bad Pyrmont, teilweise sogar bis über die Stadtgrenzen hinaus.


Fakt 4: Einzigartiges Naturphänomen

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 (Foto: Martina Berg - stock.adobe.com)

Die Dunsthöhle liegt auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs. Im 18. Jahrhundert wurden immer wieder Steinbrucharbeiter ohnmächtig, wenn sie eine bestimmte Tiefe erreichten, außerdem wurden häufig tote Vögel in der Grube gefunden. 1712 erforschte der Pyrmonter Brunnenarzt Dr. Johann Philipp das Phänomen und stellte fest, dass es sich bei dem "Dunst", den die Arbeiter feststellten, um Schwefel handelte. 1720 wurde erstmals ein Gebäude über die Höhle gebaut, in dem Kurgäste "ein trockenes Schweißbad" nehmen konnten. Bis heute ist die Höhle am Helvetiushügel ein weltweit einzigartiges Naturphänomen.


Fakt 5: Mord in den Wäldern

In den Wäldern von Bad Pyrmont erinnert ein Gedenkstein an ein tragisches Ereignis, das sich dort 1893 abgespielt hat: Die Bad Pyrmonterin Amalia Prasse traf dort ihren ehemaligen Partner August Paatz, um sich mit diesem auszusprechen. Die beiden hatten ein gemeinsames Kind, um das sich Paatz allerdings keineswegs kümmerte und sich weigerte, Unterhalt zu bezahlen. Statt den Streit zu begraben, eskalierte dieser: Paatz erschlug Amalia, ihre Leiche wurde erst neun Tage später gefunden. Der Mörder wurde zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt.1957 wurde der Gedenkstein für Amalia Prasse errichtet. Die Tischlermeister selbst hatten sich damals an der Suche nach der Vermissten beteiligt.


Fakt 6: Berliner Siegessäule aus Pyrmont

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 (Foto: picture alliance / Christophe Ga)

Dass die Siegessäule in Berlin steht, das wissen viele. Dass ihr Architekt aus Bad Pyrmont stammt, dagegen eher wenige. Friedrich Drake wurde 1805 in Bad Pyrmont geboren, unter Leitung des bedeutenden deutschen Bildhauers Christian Daniel Rauch machte er sich schließlich selbst einen Namen als Künstler. Drake entwarf die Victoria, welche auf der Siegessäule steht und über Berlin schaut. Mann kann also behaupten, ein Stück Bad Pyrmont thront da über der Hauptstadt.


Fakt 7: Verbindungen in die Niederlande

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Prinzessin Beatrix (Foto: picture alliance / dpa)

Bad Pyrmont pflegt einige Städtepartnerschaften. Neben dem italienischen Anzio und dem ehemals ostdeutschen Bad Freienwalde (Oder) gehört außerdem die niederländische Stadt Heemstede dazu. Diese Partnerschaft hat einen ganz besonderen Hintergrund: sie wurde durch enge geschichtliche Hintergründe zwischen einem Pyrmonter Fürstenhaus und dem niederländischen Königshaus mitbegründet. So ist beispielsweise Emma Wilhelmina Theresia zu Waldeck und Pyrmont die Urgroßmutter von Prinzessin Beatrix, die bis 2013 Königin der Niederlande gewesen ist.


Fakt 8: Tal der sprudelnden Quellen

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 (Foto: Martina Berg - stock.adobe.com)

In Bad Pyrmont wird Wasser groß geschrieben! Nicht nur stammt von hier das Mineralwasser "Bad Pyrmonter", insgesamt gibt es sieben Quellen in der Stadt, die für Bäder und Trinkkuren geeignet sind. In der Wandelhalle am Brunnenplatz kann man beim "Quellentasting" sechs der sieben Heilquellen probieren. Bad Pyrmont wird nicht umsonst das "Tal der sprudelnden Quellen" genannt.


Fakt 9: Glücksspiel - legal in Bad Pyrmont

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 (Foto: Thaut Images - stock.adobe.com)

Bad Pyrmont war im 18. Jahrhundert äußerst beliebt: nicht nur das Fußvolk kam gerne in die Stadt, auch der Adel verirrte sich häufig hier her. Warum? 1724 wurde der erste Vertrag geschlossen, der das Glücksspiel in der Stadt legalisierte. Insbesondere Billard und "rouge et noir" waren beliebt und wurden im Kaffeehaus und später im Ballhaus gespielt. Die Erlaubnis, in der Stadt Glücksspiel betreiben zu dürfen, hielt sich bis zur Aufhebung aller Spielbanken im neuen Deutschen Reich im Jahr 1872 durch den Reichskanzler Otto von Bismarck.


Fakt 10: Viele Namen

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 (Foto: Martina Berg - stock.adobe.com)

Der Name Bad Pyrmont steht heutzutage sinnbildlich für heilendes Wasser, Quellen und Kurorte. Was viele nicht wissen: die Stadt hieß nicht schon immer so. Insgesamt hatte Bad Pyrmont so einige Namen, bevor es zu dem wurde, was heute auf Ortsschildern oder Mineralwasserflaschen geschrieben steht. Von "Piringisa" über "Birngise" bis zu "Perremont" waren einige Namen im Umlauf, bevor "Bad Pyrmont" endgültig als Stadtname festgelegt wurde. Der Name bedeutet übrigens, dass die Stadt an einem alten Quellenberg liegt.


Ihr wollt noch mehr kuriose Fakten? Die gibt's hier...

Hier findet ihr alle Städte der 10 Fakten-Reihe alphabetisch geordnet:

Bad Pyrmont

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