Antenne Niedersachsen hilft Bitte helft uns zu helfen für HERZKIND e.V.
Antenne Niedersachsen hilft
Tipps und Tricks

Zecken-Alarm! Wie ihr euch schützen könnt

Zecken sind nicht nur äußerst unangenehm, sondern können auch gefährlich werden und Krankheiten übertragen. Aber fallen Zecken wirklich von Bäumen? Und soll man drehen oder ziehen, um sie zu entfernen? Antworten auf diese Fragen und eine Übersicht der gefährdeten Regionen bei uns im Land findet ihr hier.


oben.jpg
(Foto: dpa)

Besonders an schwülen Tagen sind mehr Parasiten unterwegs, bei den warmen Temperaturen fühlen sich Zecken besonders wohl. Das erhöht die Gefahr, sich mit Krankheiten wie Borreliose anzustecken. In Niedersachsen tragen etwa 20 bis 30 Prozent der Zecken diese Bakterien in sich. "Wichtig ist, schnell zum Arzt zu gehen", rät Masyar Monazahian vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt.

Impfen gegen Borreliose? Das geht leider nicht. In der Regel wird Borreliose erst im Nachhinein mit Antibiotika behandelt. Jedoch übertragen Zecken auch das im Volksmund weniger unbekannte Virus FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Er greift das Nervensystem an und kann auch zu einer Hirnhautentzündung führen. Gegen FSME könnt ihr euch vorbeugend impfen lassen.

Nicht nur die warmen Temperaturen, sondern auch unser Verhalten zieht die Zecken an: denn wir sind jetzt häufiger draußen. Wenn ihr euch lange und ungeschützt im Freien aufhaltet, achtet immer darauf, ob euch nicht doch eine Zecke gebissen hat.


Zeckenaktivität in Niedersachsen

Im Deutschlandvergleich sind wir Niedersachsen noch ganz gut dran. Denn Zeckenaktivität ist vorwiegend ein süddeutsches Problem. Dennoch gibt es Gebiete, in denen mehr Zecken unterwegs sind. Während die Küste zum Beispiel weitestgehend gut dasteht, muss man sich in der Mitte Niedersachsens stärker vorsehen.

In der Zeckenkarte des Robert-Koch-Institut könnt ihr nachschauen, wie die Zeckengefahr bei euch aussieht und die Gefahr für den Zecken-Virus FSME besonders hoch ist.

iFrame

Ihr plant euren Urlaub? Schaut euch hier mal die FSME-Belastung in Europa an, ob sich eine Impfung anbietet.


Irrglaube: Zecken fallen von Bäumen

Da die Parasiten nur frisch gemähten Rasen oder dichten Wald meiden, ist man auch im heimischen Garten nicht unbedingt vor Zecken sicher. "Es ist ein Irrglaube, dass Zecken von den Bäumen fallen", sagt Monazahian. Denn tatsächlich sitzen Zecken hauptsächlich an Grashalmen, in Büschen oder im Unterholz.

Wenn ihr draußen im Grünen ward, sucht euch anschließend ab und schüttelt eure Kleidung aus. Die Zecken bleiben unter Umständen selbst im Haus, wenn ihr die Kleidung sofort wascht. Zecken können schwimmen und überleben sogar einen 40-Grad-Waschgang.

unten.jpg
(Foto: dpa)

Die Biologin Dania Richter von der Technischen Universität Braunschweig warnt vor Panikmache, sagt aber gleichzeitig: "Vorsichtsmaßnahmen sollten zur Routine werden, ähnlich wie das Zähneputzen."

Fragen & Antworten rund um Zecken

  • Wie kann ich mich gegen Zeckenbisse schützen?
    Am weitesten verbreitet ist sicher das Zeckenschutzmittel, das einen für Zecken unangenehmen Geruch verströmt. Am besten das Mittel alle zwei Stunden auftragen, raten Experten. Ansonsten schwören viele auch auf Kokosöl, da Zecken dieses meiden.
  • Wie entferne ich eine Zecke richtig?
    Hände weg von alten Haumittelchen! Wenn ihr Öl, Klebstoff oder Tesa benutzt, kann die Zecke durch den Kampf ums Überleben Viren und Bakterien ins Blut abgeben. Nutzt dafür einfach eine Pinzette oder eine Zeckenkarte (in der Apotheke erhältlich). Bewegt die Zecke ein bisschen hin und her, um die Widerhaken am Stechapparat zu lockern. Dann könnt ihr sie herausziehen. Wenn ihr gerade unterwegs seid und keine Pinzette oder Karte dabei habt, könnt ihr sie vorsichtig mit euren Fingernägeln packen und senkrecht herausziehen. Aber Achtung: Nicht drehen und vor allem nicht zerquetschen! Inszwischen gibt es auch oft Zeckenlassos im Angebot, die die Zecken mithilfe einer kleinen Schlaufe entfernen.

    Solltet ihr die Zecke nicht selbstständig entfernen können, geht auf jeden Fall zum Arzt. Die FSME-Viren können schon mit dem ersten Biss ins Blut gelangen. Borreliose-Erreger werden erst nach 12 Stunden übertragen.
  • Was tun, wenn der Kopf stecken bleibt?
    Es kann gut sein, dass bei einer Zeckenentfernung Reste in der Haut bleiben. Aber hierbei handelt es sich lediglich um Teile des Stechsapparates, die nach einiger Zeit von selbst abgestoßen werden.
  • Hat mich eine infizierte Zecke gestochen?
    Das erkennt ihr daran, dass sich eine ringförmige Hautrötung um den Stich bildet. Allerdings tritt dieses Symptom nur bei einer Borreliose (Bakterien) auf.
  • Welche Körperstellen sind besonders gefährdet?
    Bei Untersuchungen stellte sich heraus, dass sich Zecken an beinahe allen Körperteile festsetzten, auch wenn sie warme, feuchte Regionen bevorzugen. Lediglich an Händen, Füßen, Ellenbogen uns dem Kopf von Erwachsenen waren weniger Bisse nachzuweisen. Eine Häufung war jedoch am Kopf von Kindern und in den Kniekehlen erkennbar. Auch an der Innenseite der Oberarme, im Schritt, am Hintern und unter den Achseln wurde eine erhöhte Häufigkeit festgestellt.
  • Gibt es Zecken in der Wohnung?
    Grundsätzlich nicht. Der Lebensraum einer Zecke ist ein völlig anderer. Zum Leben brauchen sie Laub, Grashalme und relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Aber ihr müsst natürlich aufpassen, dass durch eure Haustiere keine Zecken in eure Wohnung gelangen - dort können sie mehrere Tage überleben.

Wie schütze ich mein Haustier vor Zecken?

Ihr solltet eure Vierbeiner unmittelbar nach einem Spaziergang auf Zecken absuchen. Da Tiere sehr viel in der Natur sind, sind die natürlich auch anfälliger für Zecken.

Zusätzlich zum Absuchen gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten, eure Haustiere vor Zecken zu schützen:

  1. Borreliose-Impfung
    Anders als bei Menschen können/dürfen eure Vierbeiner gegen Borreliose geimpft werden.
  2. Kontakt-Antiparasitika
    Durch die chemischen Substanzen soll die Übertragung der Erreger verhindert werden. Die Zecken werden getötet, sobald sie versuchen, Blut abzusaugen.

Zeckenschutzmittel gibt es wie Sand am Meer. Jedoch nach Untersuchungen von Stiftung Warentest bleiben viele hinter den Erwartungen zurück. Ein Fazit der Tests: Was wirklich wirkt, enthält "Chemie". Natürlichen Mittel wirkten entweder nicht oder hatten einen so starken Geruch, der sogar die Tierbesitzer störte.

Die früher weit verbreiteten Zeckenhalsbänder werden inzwischen nicht mehr so häufig eingesetzt, da viele Tiere mit allergischen Reaktionen durch das dauerhafte Tragen reagierte.

Wie entferne ich Zecken bei meinem Haustier?

  • Macht euch Platz in dem Fell eures Tieres, damit ihr ihm nicht weh tut.
  • Für die Zeckenentfernung benutzt ihr am besten eine Zeckenkarte und setzt sie so nah wie möglich an der Haut an - zieht sie anschließend heraus. Wenn ihr keine Zeckenkarte zur Hand habt, tut's natürlich auch die Pinzette oder der Fingernagel. Pinzetten sollten am besten vorne eine Art Kralle aufweisen, damit ihr unter den vollgesaugten Körper der Zecke kommt. Mit geraden Pinzetten ist die Gefahr hoch, dass ihr die Zecke zerdrückt, statt sie zu entfernen.

Mehr zum Thema Zecken

Wir haben jetzt schon mal die wichtigsten Punkte über Zecken abgehakt. Aber es gibt noch viel mehr über die Parasiten zu wissen. Schaut einfach mal hier im Netz vorbei, um euch noch weiter zu informieren.

  • www.zecken.de
    Im Infoportal über Zecken findet ihr alles über Verbreitung, Krankheitserreger, Vorsorge, Tipps für Mensch und Tier bis hin zu kuriosen Fakten.
  • www.zeckenwetter.de
    Wie der Name vermuten lässt, findet ihr hier immer Infos zur aktuellen Zeckenlage.
  • www.nlga.niedersachsen.de/zecken
    Das Portal vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt.