Statistik

Zahl der Einbrüche sinkt weiter - aber wenig verurteilte Täter

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Niedersachsen sinkt weiter. In rund einem Fünftel der Fälle ermittelt die Polizei auch einen Tatverdächtigen. Nur ein kleinerer Teil von ihnen landet allerdings in Haft. Warum eigentlich?


Einbrueche_1500.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der Einbrüche ist in Niedersachsen im vergangenen Jahr erneut spürbar gesunken. Der rückläufige Trend der vergangenen Jahre hat sich auch 2018 mit einer mehr als zehnprozentigen Reduzierung der Zahlen fortgesetzt. Dies steht in der polizeilichen Kriminalstatistik, die Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag in Hannover vorstellt. Während die Zahl der Einbrüche 2016 noch bei etwa 16 400 lag, wurden 2017 noch 13 600 gemeldet. Zum Vergleich: 1993 lag die Zahl der Wohnungseinbrüche laut Behördenangaben noch bei 32 000.

Obwohl die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen in der letzten Statistik für 2017 bei 23,6 Prozent lag, landete tatsächlich aber nur ein kleinerer Teil der Verdächtigten hinter Gittern. Wie aus Zahlen des Justizministeriums hervorgeht, kamen 2017 wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls in Niedersachsen 404 Angeklagte vor Gericht. 334 davon wurden verurteilt, 23 freigesprochen und gegen 47 Angeklagte wurden die Verfahren eingestellt. Gegen wie viele mutmaßliche Einbrecher die Staatsanwaltschaften Ermittlungen einleiteten, die dann nicht zu einem Gerichtsverfahren führten, konnte das Ministerium nicht sagen.

Mit der sehr geringen Verurteilungsquote bei mutmaßlichen Wohnungseinbrechern hatte sich 2016 bereits das Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in einer Studie beschäftigt. Untersucht wurden damals 3668 von der Polizei im Jahr 2010 in Berlin, Bremerhaven, Hannover, München und Stuttgart registrierte Einbrüche. Bei über zwei Dritteln aller Fälle, die von der Polizei mit der Ermittlung eines Tatverdächtigen als aufgeklärt verbucht wurden, hielt die Staatsanwaltschaft die Beweislage für zu dünn, ergab die KFN-Untersuchung. Kam es doch zu einer Anklage, so wurden rund drei Viertel der Tatverdächtigen verurteilt. Zur Überführung von Tätern erwiesen sich vor allem Fingerabdrücke und DNA-Spuren sowie Videoaufzeichnungen von Überwachungskameras als erfolgreich.

(dpa)