Blumen für Insekten

Wildblumen sollen Lebensraum für Insekten schaffen

Beton und kurz gemähter Rasen: Insekten finden vielerorts wenig Lebensraum. Das wollen nicht alle Menschen hinnehmen und wappnen sich mit Samen, damit blaue Kornblumen, knallroter Mohn oder sattgelber Hahnenfuß nicht noch seltener werden.


Wildblumen_1500.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Bienen, Schmetterlinge, aber auch Motten, Käfer und viele Pflanzen sind vom Aussterben bedroht. Der Artenrückgang hat weitreichende Folgen, denn viele Insekten sind als Blütenbestäuber und auch als Nahrungsquelle für Vögel wichtig. Um Tieren und Pflanzen wieder mehr Lebensraum zu geben, gibt es vielerorts Initiativen. Die Stadt Oldenburg zum Beispiel fragte Bürger im vergangenen Juli, wo Wildblumenwiesen und Blühstreifen für Insekten angelegt werden sollten. Rund 220 Menschen reichten mehr als 400 Anregungen ein, wie Stadtsprecher Reinhard Schenke sagte.

Im April will die Kommune mit der Gestaltung von zunächst sieben Wiesenflächen beginnen, im kommenden Jahr sollen fünf weitere Standorte dazukommen. Hinweistafeln sollen die Menschen über die dortigen Pflanzen und Insekten informieren. Die Kosten von rund 15 000 Euro für die ersten sieben Flächen sollen aus dem laufenden Haushalt finanziert werden.

Nach Ansicht zahlreicher Wissenschaftler weltweit hat der Mensch viele Bedrohungen zu verantworten. Monokulturen auf landwirtschaftlichen Flächen, hoher Pestizideinsatz und der Klimawandel machen Insekten und Pflanzen zu schaffen.

Blumenmischungen in Celle

Mit der Aktion "Celle blüht auf" will die "Cellesche Zeitung" für mehr Artenvielfalt sorgen. Neben Informationen rund ums Thema Natur haben Helfer im März Tausende Tütchen mit insektenfreundlichen Blühmischungen an Interessierte verteilt. Die Initiative wurde zum zweiten Mal organisiert - unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). "In Celle engagieren sich viele Menschen für mehr Insektenschutz. Die Projekte entfalten zum Beispiel durch ihre bunten Blüten und durch die so entstehende Aufmerksamkeit für das Thema Insektensterben eine breite Wirkung", sagte Lies der Zeitung. Finanziell beteiligt ist das Ministerium nach eigenen Angaben nicht an der Aktion.

Allerdings setzt sich die Behörde für die Schaffung und den Erhalt von Wildblumenflächen ein, wie Sprecherin Justina Lethen sagte. "Im Jahr 2019 werden 500 000 Euro Landesmittel für das Programm 'Niedersachsen blüht auf' zur Verfügung gestellt", sagte sie.

Projekt "Bene" in Lüneburg

Im Landkreis Lüneburg läuft seit März 2018 bis Ende 2022 das Projekt "Bene", das unter anderem aus Landesmitteln und EU-Geld finanziert wird. Ziel ist, die biologische Vielfalt im Biosphärenreservat in der Gemeinde Amt Neuhaus zu fördern. Interessierte können etwa einen blütenreichen Garten anlegen. Für Fachleute aus der Landwirtschaft gibt es einen runden Tisch - mit dem Ziel, Blühstreifen an Äckern und Grünflächen einzurichten.

Bremen sät Wildblumen

Die Hansestadt Bremen will sich ebenfalls für mehr Artenvielfalt einsetzen. "In Kooperation mit dem BUND hat der Umweltbetrieb Bremen etwa 20 Wildblumenflächen entwickelt", sagte die Sprecherin der Behörde, Kerstin Doty. "Dafür wurden gezielt Straßenbegleitgrünflächen überarbeitet und neu angesät." Um mehr Lebensraum für Insekten zu bieten, wurden zudem die Mähintervalle verändert. Alte Baumstümpfe und Baumstämme würden bewusst stehen gelassen - als Nistmöglichkeit für Vögel.

(dpa)