Wintereinbruch in Niedersachsen

Viele Unfälle - Blitzeis legt IC lahm

Das Winterwetter mit Eis und Schnee hat in Niedersachsen und Bremen zu starken Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr geführt. Es gab viele Unfällen, mancherorts konnten Züge nicht fahren. So warteten im ostfriesischen Norddeich Hunderte Bahnpassagiere stundenlang auf ihre Weiterfahrt, nachdem Blitzeis einen IC gestoppt hatte.


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(Fotos: dpa)

Die Fahrgäste habe die Nacht im beheizten Zug verbringen müssen oder wechselten in die nahe gelegene Halle einer Fährgesellschaft. Sie wurden von Helfern der Bahn und des Roten Kreuzes mit Getränken und Mahlzeiten versorgt. Spezielle Lokomotiven begannen gegen 5.00 Uhr damit, die Oberleitungen vom Eis zu befreien. "Wir gehen davon aus, dass wir bis zum späten Vormittag mit den Enteisungsfahrten fertig sind", sagte der Bahnsprecher.

IC-Passagiere gehen zu Fuß weiter

Ein anderer IC von Köln nach Emden, der etwa einen Kilometer vor dem Bahnhof Emden vermutlich wegen einer vereisten Weiche liegen geblieben war, wurde geräumt. «Die Passagiere sind die kurze Strecke bis nach Emden zu Fuß gegangen, sagte ein Bahnsprecher am Abend.

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(Fotos: dpa)

Spiegelglatte Straßen wurden vielen Autofahrern zum Verhängnis. In Niedersachsen und Bremen kam es am Sonntag binnen 24 Stunden zu mehr als 300 Unfällen. Allein die Polizeidirektion Oldenburg meldete am Montag in einer ersten Bilanz 183 Unfälle. Bei 16 davon wurden Menschen verletzt. "Es hätte noch schlimmer kommen können", sagte ein Sprecher. Weil der Wintereinbruch auf einen Sonntag fiel, waren deutlich weniger Menschen mit dem Auto unterwegs als an Werktagen. In Bremen meldete die Polizei für das gesamte Stadtgebiet 97 Unfälle.

Auch auf der Autobahn 1 zwischen dem Ahlhorner Dreieck und Holdorf war die Autobahnpolizei am Sonntag im Dauereinsatz. Hier rückten die Beamten zu 21 Unfällen aus, dabei wurden mindestens zwei Menschen leicht verletzt. Allein hier liegt der entstandene Gesamtschaden bei über 100 000 Euro.

Winter bleibt bis Mitte der Woche

Viele vor allem im Osten Niedersachsen müssen sich auf Dauerfrost mit Tagestemperaturen zwischen minus 1 und minus 6 Grad einstellen. Nachts können es örtlich bis zu minus 10 Grad werden. Im Harz sorgen die klirrenden Temperaturen für ein weißes Wintermärchen. Dort rechnen die Wetterexperten für die nächsten Tagen mit bis zu 40 Zentimetern Neuschnee. Auf der Rodelpiste am Torfhaus im Oberharz tummelten sich bereits am Sonntag die Schlittenfahrer.

Im Westen der Luftmassengrenze sieht das Bild des Winters anders aus. Hier kann es nachts leicht frieren, tagsüber bewegen sich die Temperaturen jedoch um den Gefrierpunkt. Das sorgt dafür, dass Regen auf kühle Straßen fallen kann und dann gefriert. Autofahrer müssen deshalb auch in den nächsten Tagen mit Eisglätte rechnen. Erst zur Mitte der Woche soll das Winterwetter aus Niedersachsen wieder verschwinden.