Flüchtlinge

Weil: "Massenfriedhof Mittelmeer wird Tag für Tag größer"

Hunderte Flüchtlinge sind in den vergangenen Jahren im Mittelmeer ertrunken. Niedersachsens Ministerpräsident Weil sieht eine Lösung in einer neuen Seenotrettungsmission der EU.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wirbt für eine neue Seenotrettungsmission der EU im Mittelmeer. "Europa sollte am besten keine 24 Stunden mehr zusehen", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Der Massenfriedhof Mittelmeer wird Tag für Tag größer." An einer geregelten Aufnahme von aus Seenot geretteten Flüchtlingen führe kein Weg vorbei. "Das sollte für Europa ein ethisches Minimum sein."

Immer wieder kommt es zu katastrophalen Bootsunglücken mit Menschen, die aus Afrika in Richtung Europa flüchten. Vor wenigen Tagen kamen vor Libyen wieder Dutzende Migranten ums Leben. "Ich würde mir wünschen, dass das EU-Seenotrettungsprojekt "Sophia" fortgesetzt wird", sagte Weil. "Wenn das schon nicht der Fall ist, müssen die privaten Organisationen zumindest sicher sein können, dass die Menschen, die sie retten, verteilt werden."

Das Engagement privater Retter wie Carola Rackete nannte Weil hoch achtbar. Private Seenotretter sind derzeit aber kaum noch unterwegs, weil Italien und Malta ihnen in der Regel die Einfahrt in ihre Häfen verbieten. Die beiden Länder bestehen zunächst auf eine Einigung der EU-Länder zur Verteilung geretteter Migranten. Deutschland und Frankreich waren zuletzt jedoch mit dem Versuch gescheitert, eine gemeinsame Lösung mit anderen EU-Staaten auf den Weg zu bringen.

(dpa)