Kriminalität

Waffensammler mit rechtsextremem Hintergrund? - Prozess startet

Pistolen, Maschinengewehre - und dann sogar noch eine Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust: Zwei Waffensammler haben sich mit aller Gewalt gerüstet. Jetzt stehen sie vor Gericht. Gibt es rechtsextreme Motive?


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust, automatische Maschinenpistolen und ein möglicher rechtsextremer Hintergrund: Am Landgericht Hannover müssen sich ab Mittwoch zwei Männer verantworten, die mindestens 50 funktionsfähige Waffen gehortet haben sollen. Man gehe davon aus, dass die Waffen angeschafft wurden, "um gut gerüstet zu sein für einen möglichen Ernstfall", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Die Waffen sollen über das Darknet, einen verborgenen Teil des Internets, beschafft worden sein.

Bei den beiden Angeklagten handelt es sich um einen 53-Jährigen und dessen 30-jährigen Sohn. Bei dem Sohn vermutet die Generalstaatsanwaltschaft ein rechtsextremes Motiv: Chatverläufe, Bilder und Videos mit rechtsextremen oder antisemitischen Inhalten sowie aufgerufene Internetseiten zu den meisten Terroranschlägen und Amokläufen der vergangenen Jahre ließen diesen Rückschluss zu, sagte der Sprecher. Konkrete Anschlagspläne hätten dem Mann aber nicht nachgewiesen werden können.

Pistolen, Maschinengewehre und jede Menge Bargeld

Das Waffenlager war im März aufgeflogen, nachdem der Vater versucht hatte, eine Pistole im Internet zu bestellen. Bei einer Razzia in der gemeinsamen Wohnung stellte die Polizei unter anderem 16 Langwaffen, 17 Pistolen, drei Maschinengewehre und die Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust sicher. Obendrein fand sie knapp 100 000 Euro Bargeld. Den beiden Männern wird ein gemeinschaftlich begangener Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen (Az.: 70 KLs 22/19).

(dpa)