Änderung des Schulgesetzes

Vollverschleierung an niedersächsischen Schulen verboten

Diskussionen über die "richtige" Muslima und eine erschwerte Kommunikation durch die Vollverschleierung - das alles soll nun mit dem geplanten Verbot der Vollverschleierung vermieden werden.


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(Foto: Boris Roessler/dpa)

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) befürwortet das geplante Verbot der Vollverschleierung an niedersächsischen Schulen. "Die Schülerinnen sollen sehen können, wer neben ihnen sitzt", sagte der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu der Deutschen Presse-Agentur. Durch das Verbot könne man zudem "unnötige Diskussionen darüber vermeiden, wer die richtige Muslima ist".

Vollverschleierung bei muslimischen Grundschülerinnen

Die aktuelle Forderung der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes nach einem Kopftuch-Verbot in allen Schulen und Kindergärten finde er aber übertrieben. Dass Kopftücher inzwischen auch von einigen muslimischen Grundschülerinnen getragen würden, sei zwar ein "neues Phänomen", das ihm nicht gefalle, erklärt Sofuoglu. Statt auf Verbote zu setzen, wäre es jedoch besser, auf die Moschee-Gemeinden einzuwirken. Diese sollten die Eltern überzeugen.

Islamfeindliche Tendenzen

Der TGD-Vorsitzende sagte, unter Feministinnen seien vereinzelt "islamfeindliche Tendenzen" festzustellen. Alice Schwarzer lasse etwa sehr starke Ressentiments gegen den Islam erkennen.

Schulgesetz geändert

Niedersachsen will als Reaktion auf den Fall einer vollverschleierten Schülerin die Verhüllung des Gesichts an Schulen verbieten. Auf eine Änderung des Schulgesetzes hatten sich Politiker aller vier Landtagsfraktionen vergangene Woche geeinigt. Begründet wurde die Änderung damit, dass der Schleier die Kommunikation erschwere.