VW

US-Kontrolleur bei Volkswagen stellt nächsten Zwischenbericht vor

Seit mehr als zwei Jahren überwacht der amerikanische "Aufpasser" Larry Thompson, ob sich VW an verschärfte Regeln nach dem Abgasskandal hält. 2018 sah er noch einige Defizite - jetzt legt der prominente US-Jurist seine jüngsten Einschätzungen vor.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Kommt Volkswagen bei der Aufarbeitung von "Dieselgate" und der Umsetzung schärferer Verhaltensregeln inzwischen besser voran? Der von der US-Regierung eingesetzte externe Prüfer Larry Thompson berichtet am Mittwoch über den aktuellen Stand seiner Untersuchungen. Zusammen mit VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner legt der frühere Justiz-Staatssekretär sein zweites "Audit"-Papier zu den Themen Integrität und Regelbefolgung ("Compliance") vor.

Vor einem Jahr hatte Thompson noch Verbesserungsbedarf in einigen Bereichen gesehen - etwa, weil Volkswagen in Dokumenten Schwärzungen vorgenommen habe und zu zurückhaltend bei der Übermittlung bestimmter Informationen gewesen sei. Managerin Werner hatte damals ihrerseits eingeräumt: "Wir haben noch ganz schön viel Arbeit vor uns."

Thompsons Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass sich kriminelles Verhalten beim weltgrößten Autobauer nach dessen Schuldeingeständnis in den USA nicht wiederholt. Anfang 2017 hatte sich VW mit dem Justizministerium in Washington auf einen Milliardenvergleich verständigt. Anschließend war Thompson nach Wolfsburg geschickt worden, um zu überprüfen, ob interne Verhaltensregeln verbessert werden und ein Whistleblower-System bei Verstößen gewährleistet ist.

2015 stürzte VW in schwerste Krise seiner Geschichte

VW hatte im September 2015 zugegeben, in den Vereinigten Staaten die Abgasreinigung von Autos mit Dieselmotor manipuliert und so Kunden und Behörden betrogen zu haben. Weltweit waren Millionen Fahrzeuge betroffen. Der Konzern stürzte in die schwerste Krise seiner Geschichte mit Milliardenkosten und schwindendem Kundenvertrauen.

Mehr dezentrale Entscheidungen, die Beachtung anonymer Hinweise auf Fehlverhalten und eine generell bessere Firmenkultur sind seither zentrale Themen für VW - auch Behörden in den USA, wo der Skandal aufgedeckt wurde, schauen dem größten deutschen Unternehmen auf die Finger. Vorstandschef Herbert Diess will Strukturen, die "einwandfreies, regelkonformes Verhalten sicherstellen". Thompson hatte zwischenzeitlich moniert, dass es aus seiner Sicht nicht genug personelle Konsequenzen gab. VW sicherte daraufhin zu, sich von Mitarbeitern zu trennen, die in die Abgasaffäre verwickelt waren.

Der als "Monitor" eingesetzte Thompson soll in Kürze Unterstützung vom früheren FBI-Mitarbeiter John Hanson als "Auditor" erhalten. Die US-Umweltbehörde EPA habe Hanson benannt, um die Umweltstandards im Konzern zu untersuchen, erklärte ein VW-Sprecher. Grund sind Vorgaben für öffentliche Aufträge: "Wir dürfen weiter Geschäfte mit der Regierung machen, müssen aber im Gegenzug einen Auditor akzeptieren."

(dpa)