Ermittlung

Überfall sollte Schnellfeuergewehre finanzieren: waren es Islamisten?

Eine Gruppe von Verdächtigen ist im Visier der Ermittler, mehrere Männer werden festgenommen. Sie sollen einen Überfall geplant haben, um mit der Beute Schnellfeuergewehre zu kaufen. Nach einem Zeitungsbericht könnte es einen islamistischen Hintergrund geben.


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Symbolbild (Foto: picture alliance / Swen Pförtner)

Einen geplanten Überfall auf ein Juweliergeschäft hat die Polizei nach Angaben einer Sprecherin in Osterholz-Scharmbeck verhindert. Mit der Beute hätten vermutlich Waffenkäufe finanziert werden sollen, sagte sie am Samstag in Bremen zu dem Einsatz am Vortag. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" soll es sich bei einem Teil der Tatverdächtigen um radikale Islamisten handeln.

Insgesamt seien sechs Männer vorübergehend festgenommen worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Bremen am Mittag. "Die Ermittlungen richten sich aktuell nur gegen vier Beschuldigte", sagte Sprecher Frank Passade. "Gegen zwei von ihnen wird heute Antrag auf Haftbefehl gestellt", kündigte er am Samstagnachmittag an. Drei von ihnen wohnten in Bremen, einer komme aus Frankreich. "Es geht um Schnellfeuergewehre", so Passade.

Der aus Frankreich stammende Mann werde dem "dschihadistischen Spektrum" zugeordnet, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Sicherheitskreise am Samstagnachmittag. Zu den Tatverdächtigen gehörten zudem zwei Algerier, zwei Libanesen und ein deutscher Staatsbürger. Die Staatsanwaltschaft Bremen habe sich nicht zu einem möglichen islamistischen Hintergrund äußern wollen. "Wir sagen dazu nichts", habe es geheißen. Die Anklagebehörde war am Abend für Rückfragen nicht zu erreichen, die Polizei verwies auf die Anklagebehörde.

Bereits seit mehreren Wochen liefen in dem Zusammenhang Ermittlungen, hieß es von der Polizei am Mittag. Die im Fokus stehende Gruppe stehe im Verdacht des Waffenhandels, sagte die Sprecherin. Dabei gehe es um den Ankauf von Waffen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen würden. Der Erfolg der Ermittler sei einer intensiven Zusammenarbeit der Kriminalpolizei Bremen mit Dienststellen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg sowie dem Bundeskriminalamt (BKA) und französischen Sicherheitsbehörden zu verdanken.