"Traurige Energien": Straßenbaubehörde kassiert Kritik nach "Elfen-Einsatz"

Den Einsatz einer "Elfenbeauftragten" gegen die vielen Unfälle auf der A2 fand man im niedersächsischen Verkehrsministerium gar nicht gut.


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 (Foto: picture alliance / Julian Strate)

Spiritualität sei kein geeignetes Mittel, um den Straßenverkehr sicherer zu machen, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Fall werde aus Sicht des Ministeriums in keiner Weise dem Thema Verkehrssicherheit auf Autobahnen gerecht – im Gegenteil: Er sei geeignet, die bereits ergriffenen und zukünftigen Maßnahmen für die Sicherheit auf Niedersachsens Straßen zu konterkarieren. Der Verantwortliche müsse sich zu dem Vorfall erklären, so etwas dürfe sich nicht wiederholen.

Das war passiert

Immer wieder schwere Unfälle, Tote und Verletzte und endlose Staus: Im Kampf gegen die Vielzahl von Unfällen auf der der stark befahrenen Ostwest-Autobahn A2 hat die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun sogar eine selbst ernannte Elfenbeauftragte eingesetzt. Melanie Rüter, die nach eigenem Bekunden Kontakt zu Naturgeistern, Elementar- und Erdwesen aufnimmt, sei im Juni auf eine Kontrollfahrt auf der A2 mitgenommen worden, nachdem sie sich bereits zu Jahresbeginn an die Behörde gewandt hatte, bestätigte die Sprecherin der Straßenbauverwaltung am Montag.

"Haben sehr traurige Energien gespürt"

Unterstützt von der Tierkommunikatorin Marion Lindhof habe sie mit Behördenmitarbeitern fünf neuralgische Punkte an der A2 zwischen Lehrte und Braunschweig angesteuert, hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet. Demnach hätten die beiden Frauen auf der Autobahn sofort "sehr traurige Energien" gespürt - und nach eigenen Worten auch tiefere Ursachen für die vielen Unfälle. "In einigen Fällen waren es aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten." Außerdem hätten Wildschweine Unfälle verursacht, weil ihnen ihr Revier genommen worden sei: "Halbstarke, die auf Krawall gebürstet sind."


In Island ist die Elfen-Lobby mächtig

Der Glaube an Naturwesen ist in Island weit verbreitet. Und so verwundert es nicht, wenn dieser Fakt auch in Behörden berücksichtigt wird. Straßen werden an "Elfenkirchen" vorbeigeplant und die "unsichtbare Welt" mit Respekt behandelt. Mehr dazu...


Neue Unfälle trotz "energetischer Versiegelung"

Nach Überzeugung der Frauen könnten die Unfallzahlen durch ihren Einsatz zurückgehen. "Einige Strecken der Autobahn sind nun energetisch versiegelt", sagten die beiden, die am Montag für Nachfragen zunächst nicht erreichbar waren, der Zeitung. Dennoch krachte es auch am Montag wieder auf der A2. Zwischen Peine-Ost und Peine fuhr an einem Stauende zunächst ein Kleintransporter auf einen stehenden Sattelzug auf. Der 56-jährige Fahrer wurde eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt, weil ein nachfolgender weiterer Transporter in die Unfallstelle krachte. Im Rückstau fuhren drei Pkw ineinander, wobei es drei Leichtverletzte gab. Die Autobahn Richtung Hannover wurde stundenlang gesperrt, es gab lange Staus.

Die Straßenbaubehörde verteidigte sich gegen Kritik an dem Einsatz der Elfenbeauftragten, wie es sie etwa auch in Island gibt. Die Mitnahme der Frau bei einer Kontrollfahrt habe nicht zu höheren Kosten geführt.

(dpa)