Freibeträge, Aktivrente, KI-Kennzeichnung & Co.

Änderungen und Neues 2026 

Erhöhung des Mindestlohns, digitaler Führerschein, Wehrpflicht und vieles mehr. Mit dem neuen Jahr 2026 erwarten uns mehrere Änderungen und Neuerungen. Welche genau das sind, erfahrt ihr hier. 

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2025 Small empty calendar on office table, Foto: Annamorphosis - stock.adobe.com

Steuererleichterung ab 1. Januar

Fast alle von uns werden mehr Geld in der Tasche haben: Der Steuerfreibetrag steigt ab dem 01. Januar 2026 auf 12.348 Euro – das können wir steuerfrei verdienen. Tun müssen wir dafür nichts. Der Freibetrag wird automatisch bei der Lohn- und Einkommensteuerberechnung berücksichtigt

Pendlerpauschale steigt einheitlich auf 38 Cent

Mit der Pendlerpauschale können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Fahrtkosten von der Wohnung zur Arbeit steuerlich absetzen – egal, ob sie mit dem Fahrrad, der Bahn oder dem Auto fahren. Aktuell liegt sie für die ersten 20 Kilometer Wegstrecke bei 30 Cent pro Kilometer. Ab dem 21. Kilometer kann man 38 Cent ansetzen. Künftig gelten schon ab dem ersten Kilometer 38 Cent.

Online-Termine bei niedersächsischen Finanzämtern

Klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist aber ein ganz neuer Service der Finanzämter bei uns in Niedersachen: Bürgerinnen und Bürger können jetzt Termine online buchen. Reserviert werden können sowohl persönliche Gesprächstermine als auch Telefonberatungen. Die ersten Termine stehen ab dem 2. Januar 2026 zur Verfügung.

Höhere Freibeträge fürs Ehrenamt

Gut für alle, die sich aktiv für das Gemeinwohl einsetzen: Die Ehrenamtspauschale steigt ab Januar 2026 von 840 auf 960 Euro, die Übungsleiterpauschale von 3.000 auf 3.300 Euro pro Jahr. Damit ihr davon profitiert, müsst ihr die Pauschalen in der Steuererklärung nutzen bzw. korrekt abrechnen.

Neues Wehrdienstgesetz

Am 1. Januar 2026 tritt das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz in Kraft. Das Gesetz sieht eine verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Geburtsjahr 2008 vor. Ein erster Kontakt wird über Fragebögen hergestellt, die etwa von Mitte Januar an - dann sind die ersten Kandidaten erst einige Tage lang volljährig - verschickt werden. Männer müssen, Frauen können diese ausfüllen. Abgefragt werden Angaben zur Person, der Gesundheit sowie die Bereitschaft zum Wehrdienst.

  • Weitere Informationen dazu findet ihr hier.

Die neue Aktivrente

Am 1. Januar 2026 soll die Aktivrente das Weiterarbeiten über das reguläre Rentenalter hinaus attraktiver machen. Wer nach Erreichen des Rentenalters weiterarbeitet, soll ab kommendem Jahr bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei verdienen können. Dabei gilt: Um weiterhin einen Versicherungsschutz zu haben, müssen trotz Steuerfreiheit weiterhin Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden und die ausgeübte Tätigkeit muss sozialversicherungspflichtig sein.

Digitaler Führerschein

Ende 2026 soll es möglich sein, dass ihr euren Führerschein und die Fahrzeugpapiere in Deutschland auch digital nachweisen könnt. Die neue i-Kfz-App soll das digitale Abrufen eurer Dokumente ermöglichen, sodass ihr euren physischen Kartenführerschein bei Bedarf sogar zu Hause lassen könnt. Wichtig ist aber: Der digitale Führerschein soll euren Kartenführerschein nicht ersetzen, sondern nur als Ergänzung dienen.

Um den Fahrzeugschein in der App zu hinterlegen, muss die Online-Funktion eures Personalausweises aktiviert sein. Mithilfe dieser könnt ihr euch in der App identifizieren und den Fahrzeugschein hinzufügen.

Höhere CO₂-Steuer

2026 soll sich der CO₂-Preis durch die Versteigerung von Emissions-Zertifikaten bilden – vorerst in einem Rahmen zwischen 55 bis 65 Euro je Tonne, ab dem Jahr 2028 auf dem freien Markt. Dadurch wird der Sprit immer teurer. Der ADAC rechnet damit, dass die CO₂-Abgabe maximal um knapp 3 Cent je Liter Benzin und um etwas mehr als 3 Cent pro Liter Diesel steigen könnte.

Durch den höheren CO2-Preis wird auch das Heizen mit Öl und Gas teurer – trotz der abgeschafften Gasspeicherumlage. Laut ADAC steigen die Preise von etwa 1,19 Cent pro Kilowattstunde bei Gas und 17,52 Cent pro Liter Heizöl dieses Jahr auf bis zu 1,55 Cent pro kw/h bei Gas und bis zu 20,70 Cent pro Liter bei Heizöl

Ziel der CO₂-Steuer ist es, den Ausstoß von Treibhausgasen weiter zu reduzieren und Deutschland bei der Erreichung seiner Klimaziele zu unterstützen. Die Einnahmen aus der CO₂-Abgabe fließen in den Klima- und Transformationsfonds. Damit finanziert der Bund klimafreundliche Technologien und Entlastungsmaßnahmen für Haushalte. Zum Beispiel die Förderung beim Heizungstausch oder den Ausbau erneuerbarer Energien und der Elektromobilität.

  • Mehr Infos rund um die Erhöhung der CO₂-Steuer findet ihr auf der Seite des ADAC.

Energiepreise sinken

2026 sinken in den meisten Regionen die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze. Grund dafür ist ein Bundeszuschuss in Höhe von 6,5 Milliarden Euro, der die Netzentgelte und damit die Stromkosten für private Haushalte und Unternehmen dämpft. Für Haushalte mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr beträgt die Entlastung rechnerisch gesehen rund 100 Euro. Zusätzlich wird die Stromsteuer ab 2026 gesenkt. Damit sollen mehr als 600.000 produzierende Unternehmen sowie die Land- und Forstwirtschaft entlastet werden.

Darüber hinaus wird die Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Mit sinkenden Gaspreisen sollen private Haushalte und Unternehmen entlastet werden.

Erhöhung des Mindestlohns & Änderung der Minijob-Regelung

Zum 1. Januar 2026 wird der gesetzliche Mindestlohn um 98 Cent auf 13,90 Euro erhöht. Dieser Betrag gilt branchenübergreifend für ganz Deutschland. Ein Jahr später soll der Mindestlohn erneut steigen; dann auf 14,60 Euro.

Durch die Mindestlohnerhöhung wird 2026 auch die Verdienstgrenze von Minijobs auf 603 Euro monatlich bzw. 7.236 Euro jährlich angehoben. Bisher lag die monatliche Verdienstgrenze pro Monat bei 556 Euro.

Erhöhung des Kindergelds

Das Kindergeld wird ab Januar 2026 für jedes Kind um 4 Euro erhöht und beträgt dann 259 Euro pro Monat. Somit bekommen Familien pro Kind jährlich 48 Euro mehr ausgezahlt. Die Familienkasse passt die Beträge automatisch an und zahlt sie ab Januar in der neuen Höhe aus.

Deutschlandticket wird teurer

Ab Januar steigt der monatliche Preis des Deutschlandtickets um 5 Euro von 58 Euro auf 63 Euro im Monat an. Darauf haben sich die Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister der Länder am 18. September 2025 auf einer Sonderkonferenz verständigt. Monatliche Kündigungen des Deutschlandtickets sind weiterhin möglich.

Das Land Niedersachsen übernimmt beim Deutschlandticket als Jobticket für Azubis und Freiwilligendienstleistende 20 Prozent des Preises. Dementsprechend müssen noch 50,40 Euro im Monat finanziert werden. Zusätzlich beteiligen sich Arbeit- bzw. Dienstgeber mit mind. 25 Prozent des Preises.

EU gegen Greenwashing

Bis zum 27. März 2026 muss Deutschland eine EU-Richtlinie umgesetzt haben, damit wir Verbraucher besser beurteilen können, ob ein Produkt wirklich nachhaltig ist. Hintergrund: Einige Hersteller behaupten zwar, das sie besonderen Wert auf Umweltschutz legen, aber ab Ende März müssen solche Aussagen auch bewiesen werden.

Wer es genauer wissen möchte: Hier gibt's eine Übersicht der IHK

KI-Kennzeichnungspflicht

Ab dem 2. August 2026 wird das EU Gesetz zur künstlichen Intelligenz ("AI Act"), das bereits 2024 verabschiedet wurde, weiter verschärft: Inhalte wie Texte, Bilder oder Videos, die mit künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden, müssen ab August 2026 deutlich gekennzeichnet werden, z.B. durch Wasserzeichen auf Videos.

Die Pflicht gilt für Inhalte, die mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert oder manipuliert wurden. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen das klar erkennen können. Bei Verstößen drohen Anbietern und Betreibern hohe Geldstrafen. Das Ziel der Verschärfung: Das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer soll gestärkt werden.

  • Einen kurzen Überblick dazu findet ihr hier.

Elektroschrott: Rückgabe wird einfacher

Ab 1. Januar 2026 wird die Rückgabe von Elektroschrott, Akkus von E-Bikes oder E-Scootern sowie ausgedienten E-Zigaretten einfacher: Zum Beispiel können E-Zigaretten zukünftig unentgeltlich bei Verkaufsstellen zurückgeben werden. Die Rücknahme darf dabei nicht an den Kauf einer neuen E-Zigarette geknüpft werden. Außerdem ist der Handel dazu verpflichtet, Rückgabestellen für alte Smartphones, Taschenlampen oder Elektrorasierer einheitlich zu kennzeichnen, damit diese leichter zu finden sind.

  • Eine Übersicht, welche Geräte ihr wo abgeben könnt, findet ihr hier.

Widerruf von Online-Vertragsabschlüssen

Für den Onlinehandel ist er seit dem 19. Dezember 2025 verpflichtend, für alle Online-Verträge über Waren, Dienstleistungen und Finanzprodukte muss er ab dem 19. Juni 2026 eingeführt werden: der Widerrufsbutton, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher Verträge direkt und rechtssicher widerrufen können ohne lange nach Formularen oder Mail-Adressen suchen zu müssen.

Kennzeichnung auf Honig

Die EU-Honigrichtlinie wurde überarbeitet und verpflichtet Honiganbieter ab dem 14. Juni 2026 dazu, auf Etiketten die Ursprungsländer des Honigs nach Gewichtsanteilen in Prozent anzugeben. Damit ist die Angabe "Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern" nicht mehr zulässig.

Ziel der neuen Regelung ist es, dass wir als Verbraucher in Zukunft leichter nachvollziehen können, von wo der Honig stammt und wie seine Zusammensetzung ist.

Produkthaftung gilt künftig auch für Software

Das Produkthaftungsrecht regelt, wie Hersteller für Schäden haften, die Privatpersonen durch fehlerhafte Produkte entstehen. 2026 soll die Produkthaftung auf EU-Ebene auch für jegliche Art von Software gelten, also auch bei Cloud- und KI-Software. Hersteller sollen künftig auch für Updates und Upgrades haften. Außerdem sollen Privatpersonen Schadensersatzansprüche bei Produktfehlern künftig leichter geltend machen können. Insbesondere sollen sie einfacher Beweis führen können, wenn sie Ansprüche aus Produkthaftung geltend machen. In Zukunft können Gerichte zu Ermittlungszwecken interne Daten oder andere Beweismittel beim Hersteller anfordern.

Gastronomie: Mehrwertsteuer nur noch 7 Prozent

Die Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie wird ab 1. Januar dauerhaft von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt werden. Diese Regelung wurde 2025 im Koalitionsvertrag festgelegt und soll Gastronomiebetriebe finanziell entlasten. Das gilt auch für Lieferdienste. Die Restaurantbetriebe sind aber nicht verpflichtet, die Steuersenkung an die Gäste weiterzugeben.

Tag des Grundgesetzes

Der 23. Mai ist der Tag des Grundgesetzes und gilt 2026 erstmals als bundesweiter Ehrentag. Geplant sind u.a. ein Mitmachtag, der auf ehrenamtliches Engagement aufmerksam machen und die Bedeutung für die Demokratie hervorheben soll. In Niedersachsen sind alle Personen dazu eingeladen, sich mit Aktionen, Veranstaltungen sowie Online- und Offline-Materialien zu beteiligen. So sollen gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie demokratische Werte sichtbar gemacht werden. Aktionstage dazu finden vom 21. bis zum 24. Mai statt.

Endgültig Schluss mit Käfig-Eiern

Gefühlt gibt es ja schon längere keine Eier aus deutscher Käfighaltung mehr, aber erst mit dem neuen Jahr wird auch die letzte Legebatterie in Deutschland schließen müssen. Mit dem Jahre enden auch die letzten Ausnahmeregeln zu Legehennen.

Fußball WM 2026

2026 findet die Fußball WM vom 11. Juni bis 19. Juli statt. Insgesamt spielen mit 48 Teams so viele Mannschaften wie noch nie um den WM-Titel. Austragungsorte sind USA, Kanada und Mexico.

  • Erste Infos zum Spielplan gibt's hier.
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