Stichwort Corona-Krise: Was gilt für Unternehmen in Niedersachsen?

Seit Mitte Mai gelten sie – die so sehnlichst erwünschten Lockerungen der aufgrund der Corona-Pandemie geltenden Beschränkungen. Die Wirtschaft steht jedoch nach wie vor vor großen Herausforderungen und unterliegt besonderen Regelungen.

Seit Montag gelten sie – die so sehnlichst erwünschten Lockerungen der aufgrund der Corona-Pandemie geltenden Beschränkungen. Das heißt für viele: Endlich wieder Freunde oder vielmehr einen Freund treffen. Im Idealfall ist man mit einer ganzen Familie befreundet, denn das Treffen zweier Haushalte ist schließlich erlaubt. Und auch der Ort, an dem ihr euch treffen könnt, könnte gemütlich sein, denn Gastronomiebetriebe öffnen. Spielplätze, Tierparks und Kultureinrichtungen sind weitere Optionen, um sich außerhalb der eigenen Wohnung zu bewegen. Für euch, also die Bewohner Niedersachsens, geht es also bergauf. So scheint es zumindest.

Dass damit auch in puncto Wirtschaft die Kuh vom Eis ist, ist jedoch mitnichten der Fall. Stattdessen müssen sich ganze Branchen neu erfinden, auf Unterstützung bauen oder ihre Produktionszeiten anpassen – nicht etwa, weil Mitarbeiter erkrankt sind, sondern weil der Absatz eingebrochen ist, wie es im Falle von VW der Fall ist. Der Konzern hat eigentlich die Produktion des SUV Tiguan, des Touran und des Seat Tarraco in Wolfsburg wieder hochgefahren und nun doch vom 18. bis zum 31. Mai Kurzarbeit beantragt. In diesem Zeitraum sollen einzelne Schichten entfallen. Grund dafür ist der Einbruch des Neuwagenabsatzes. Der Gewinn sei von 4,1 Milliarden Euro auf 0,7 Milliarden Euro gefallen, heißt es.

So verändert sich die Wirtschaft in Niedersachen

Ein Blick in die Innenstädte genügt, um zu sehen, wie sehr Corona das Leben verändert hat. Was nicht zu übersehen ist, sind die Auflagen, an die sich Privatpersonen und Gewerbetreibende zu halten haben. Und das bedeutet: Abstand halten und Maske tragen. Oder doch nicht?

Beim Mund-Nase-Schutz dürfen Unternehmen ihre eigenen Regeln machen

Seit Ende April ist der Mund-Nase-Schutz-Pflicht – und zwar bereits für Kinder ab sieben Jahren. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Ausnahmen, die auch Unternehmen selbst verhängen dürfen. Asthmatiker sowie Menschen, die an einer Lungen- oder Herzkrankheit leiden, müssen keine Maske tragen, heißt es in den jüngsten Informationen des NDR. Und es gibt weitere Ausnahmen: Verkäufer und auch Busfahrer werden nicht seitens der Regierung verpflichtet, eine Maske zu tragen. Wohl aber kann ihre Arbeitgeber ihnen einen Mund-Nase-Schutz-Pflicht „auferlegen“. Wie individuell die Lösungen dann in Niedersachsen umgesetzt werden, zeigt das Beispiel von Erixx und Metronom. Diese Nahverkehrsanbieter wollen nur Fahrgäste mit Mund-Nase-Schutz befördern. Auch diejenigen, die in den Zügen arbeiten, tragen Masken.

Ein anderes Unternehmen, das in Burgwedel seinen Hauptsitz hat, die Drogeriemarktkette Rossmann, weißt daraufhin es bezüglich der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht zu regionalen Unterschieden kommen an, was auch bedeutet: Verkäufer könnten in den Filialen in Niedersachsen keinen Schutz tragen, im Süden hingegen ist das Bedecken von Mund und Nase mittlerweile Pflicht. Fernab von der Mund-Nase-Schutz-Diskussion, die in vielen Ländern anders behandelt wird, macht sich die Drogeriekette bei der Aktion „United We Stream“ stark für die Club- und Veranstaltungskultur und spendete pro Like für ein Video für einen entsprechenden Rettungsfonds.

Stichwort: Digitalisierung. Wer mittendrin ist, profitiert, andere erhalten Förderungen

Wenn ein Wirtschaftsbereich durch die Corona-Pandemie massiven Rückenwind bekommen hat, dann ist es die Digitalisierung, die aus zweierlei Gründen in den Fokus gerückt ist.

  1. Nachdem in den vergangen Wochen Kontakte tunlichst gemieden werden sollten, entstand ein wahrer Hype auf digitale Angebote – auf Sportanbieter mit Online-Kursen, auf kreative Pädagogen, die Bastelanleitungen online stellen, oder Lehrern, die ihren Kinder nicht nur Wissen vermitteln wollten, sondern dies mithilfe von Lernvideos und Co. auch noch recht pfiffig getan haben. Das Corona-Virus war an dieser Stelle der Schupps ins kalte Wasser, denn nun mussten digitale Möglichkeiten schnell umgesetzt werden.
  2. Auch Unternehmen sollten sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Der „Digitalbonus.Niedersachsen“ hat ihnen eben dieses Thema sogar recht schmackhaft gemacht, denn die Regierung hat das gleichnamige Programm um 15 Millionen Euro aufgestockt. Das Programm richtet sich an KMU, die eine Finanzspritze benötigen, um die Digitalisierung in ihrem Bereich anzustoßen. Bei Investitionen von 5.000 Euro könnte eine Fördersumme von 2.500 bis 10.000 Euro winken, der Fördersatz liegt zwischen 30 und 50 Prozent. Wer bereits die ersten digitalen Schritte gegangen ist und bereits vor der Corona-Krise auf digitale Tools wie etwa eine Buchhaltungssoftware gesetzt hat, kann diesen Weg nun weiter verfolgen und sowohl Abläufe digitalisieren als auch digitale Angebote schaffen, um das Unternehmen am Laufen zu halten.

Seitens der Politik gibt es eine klare Informationspolitik zu den Corona-Soforthilfen

Das Land Niedersachen setzt in puncto Corona-Soforthilfen auf eine transparente Information ihrer Unternehmen. Auf der Seite des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung finden Interessierte nämlich zunächst eine Infografik, die klarer nicht sein könnte.

Festgelegt sind dabei diese Werte:

  • Zielgruppe: Berechtigt, um Corona-Soforthilfe zu beantragen, sind Unternehmen unter 50 Mitarbeitern, Startups, Freiberufler und Soloselbstständige.
  • Zuschusshöhe: Die Zuschüsse staffeln sich nach der Anzahl der Mitarbeiter. Für Soloselbständige und Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern liegt die Soforthilfe bei bis zu 9.000 Euro. Unternehmen an der Obergrenze, also mit maximal 49 Mitarbeiten, könnten eine Soforthilfe in Höhe von 25.000 Euro sichern.
  • Antrag: Den passenden Antrag soll es unter soforthilfe.nbank.de geben. Ausgefüllt sollte dieser dann an antrag@soforthilfe.nbank geschickt werden.

Wer nicht in die Zielgruppe dieser Soforthilfe-Maßnahme fällt, kann als Betrieb Kurzarbeit beantragen, einen Landeskredit aufnehmen, von einer Landesbürgschaft profitieren oder auf Hilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau setzen.

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