Gorleben

Symbolische Abschlussbefahrung und Mauerabriss in Gorleben

Mehr als vier Jahrzehnte dauert der Streit um den Salzstock in Gorleben als Standort eines geplanten Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll. Dann begann die Suche neu, die Erkundungsarbeiten wurden eingestellt. Jetzt folgt ein weiterer Schritt.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

In Gorleben soll die Schutzmauer um den als Standort eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll geltenden Salzstock geöffnet und später weitgehend abgerissen werden. Außerdem soll es eine symbolische Abschlussbefahrung unter Tage geben. Am Montag werde die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ein Teilstück der Mauer an den Landkreis Lüchow-Dannenberg und die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg übergeben, kündigte BGE-Sprecherin Monika Hotopp an. Aus dem Bundesumweltministerium werde Staatssekretär Jochen Flasbarth teilnehmen.

Der Salzstock war jahrzehntelang erkundet worden. 2011 beschloss der Bundestag den Ausstieg aus der Atomenergie, auch andere mögliche Standorte sollten nun geprüft werden. Einrichtungen im Salzstock wurden entfernt. "Die Fahrt soll unterstreichen, was schon alles zurückgebaut wurde", sagte Hotopp. Von ursprünglich neun geplanten Erkundungsbereichen sei einer fast fertig erkundet worden. "Dieser wurde in den vergangenen Jahren in einen Dornröschenschlaf versetzt", erklärte sie. Das übrige Bergwerk werde offen gehalten.

Damit beginne die letzte Phase, das Erkundungsbergwerk Gorleben zu einem reinen Offenhaltungsbetrieb zurückzubauen, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums. Die Landesregierung werde sich weiterhin für eine faire und offene Suche ohne Vorfestlegungen einsetzen. "Der Abriss der Mauer in Gorleben ist ein ganz wichtiges Signal", sagte Minister Olaf Lies (SPD) in Hannover. "Die Entscheidung für Gorleben war falsch, der Weg dahin hätte so nie stattfinden dürfen." Er werde sehr darauf drängen, sich nicht auf Salz und Ton zu beschränken, sondern die Suche nach Kristallingestein als Grundlage bei der Standortwahl ernst zu nehmen.

(dpa)