Lüneburg

Streit um Zirkus-Schimpansen Robby geht weiter

Robby ist ein Schimpanse, er lebt ohne Artgenossen in einem Zirkus. Der zuständige Landkreis ordnet die Unterbringung in einer auf die Resozialisierung von Affen spezialisierten Einrichtung an, Robbys Besitzer wehrt sich dagegen. Wieder müssen nun Richter entscheiden.


Robby.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Der juristische Streit um die Unterbringung des bundesweit wohl letzten Menschenaffen in einem Zirkus geht weiter. Am Donnerstag (10.00 Uhr) beschäftigt sich das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg mit dem Fall. Noch im Verlauf des Tages sei voraussichtlich mit einer Entscheidung zu rechnen, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

Der 11. Senat soll entscheiden, ob das rund 47 Jahre alte Schimpansenmännchen Robby in eine auf die Resozialisierung von Menschenaffen spezialisierte Einrichtung abgegeben werden muss. Der Zirkusbetreiber hat gegen die vom Kreis Celle bereits im Herbst 2015 angeordnete Abgabe des Affen Klage eingereicht. Robby wurde in einem Zoo geboren und früh von seinen Artgenossen getrennt. Das Tier solle nach über 40 Jahren im Zirkus wegen seiner Verhaltensstörungen an eine spezialisierte Einrichtung abgeben werden, hatte das Verwaltungsgericht Lüneburg im April vergangenen Jahres entschieden.

Der Affe habe nach den Angaben des tiermedizinischen Sachverständigen eine schwerwiegende Verhaltensstörung, begründeten die Richter damals ihre Entscheidung. Zwar sei er in guter körperlicher Verfassung, doch fehle ihm der Umgang mit anderen Affen. Eine entsprechende Umgewöhnung von Robby in einer darauf spezialisierten Einrichtung könne auch nach all den Jahren noch gelingen, hatte der Experte erklärt.

(dpa)