9. September 2017 STARS for FREE 2017
9. September 2017
Schadensbehebung

Strandbuddeln im XXL-Format - Inselurlauber bleiben gelassen

Buddeln am Strand ist für Kinder an einigen Stellen auf den ostfriesischen Inseln gerade schwierig: Statt bunter Spielzeugbagger sind dort schwere Baufahrzeuge im Einsatz. Die Schäden der Winterstürme müssen dringend behoben werden.


Bagger Strand.jpg
 (Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

Baumaschinen brummen im 24-Stunden-Betrieb, die Vibrationen sind bis in die Zelte spürbar. Der Strand vor dem Zeltplatz der ostfriesischen Insel Spiekeroog hat sich zeitweise in eine Mondlandschaft verwandelt. Dort ist jetzt der Zutritt verboten. Für die Erhöhung des Strandes und die Verstärkung der Dünen werden 80 000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. Die Urlauber tragen es mit Fassung: "Watt mutt dat mutt. Hauptsache, der Zeltplatz und die Insel sind gesichert", lauten die Kommentare.

Sturmfluten nagen an der Insel

Schuld an der größten Baustelle Spiekeroogs sind auch die vergangenen Winter. Sturmfluten nagen immer wieder an der Westseite der Insel und trugen zuletzt einen 400 Meter langen Uferstreifen ab. Auch große Stücke der Schutzdünen wurden zerstört. Erst vor drei Jahren wurden sie verstärkt, doch das hat den ständigen Zugriff der Wellen nicht stoppen können.

"Dünenbreite und Strandhöhe reichen nicht aus, um im nächsten Winterhalbjahr bei Sturmfluten einen Durchbruch zu verhindern", sagt Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Seit Ende Mai werden daher die Schutzdünen verbreitert und der Strand erhöht. Da nicht genug Sand zur Verfügung steht, kommt ein Baggerschiff zum Einsatz. Es saugt vor der Insel Sand auf und entleert seine Tanks über eine Pipeline, die das Baumaterial aus dem Meer zur Baustelle an Land spült.

Buddeln non-stop

In der heißen Bauphase rumpeln die Planierraupen sogar rund um die Uhr über die Dünen direkt hinter dem Zeltplatz. "Es gibt ja keine andere Wahl", sagt Carsten Hindenburg aus der Schweiz. Er hätte es aber lieber gesehen, wenn die Bauarbeiten nachts ausgesetzt hätten und stattdessen die Bauphase insgesamt länger geplant worden wäre.

Die Küstenschützer haben jedoch nur wenig Zeit, um im Sommer die Schäden des Winters zu reparieren. Von der Planungsphase, der Bewilligung der Gelder sowie der Auftragsvergabe vergeht einige Zeit. Und spätestens zu den Herbstürmen müssen die Strände und Dünen wieder sicher sein.

"Das ist die größte Strandaufspülung als Küstenschutzmaßnahme auf den ostfriesischen Inseln in den vergangenen Jahren", sagt Thorenz. Die Gesamtkosten von sechs Millionen Euro tragen Bund und Länder.