Fragen und Antworten

Stellenabbau bei Volkswagen

Volkswagen will in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen streichen. Wir haben Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer nach seiner Einschätzung zum Stellenabbau befragt.


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 (Foto: picture alliance/dpa)
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Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer (Foto: Universität Duisburg-Essen)

Ferdinand Dudenhöffer ist Verkehrswissenschaftler und Professor an der Universität Duisburg-Essen und leitet dort das Fachegebiet "Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft".

Frage 1

Volkswagen will in den nächsten fünf Jahren bis zu 7000 Stellen streichen. Hauptsächlich soll das dadurch passieren, dass auslaufende Stellen nicht neu besetzt werden. Wie ordnen Sie den Stellenabbau von Volkswagen ein?

Dudenhöffer: Bei VW ist es so wie bei allen Autobauern: Beim Umstieg in die Elektromobilität kommen sie mit weniger Mitarbeitern aus. Man muss Personal abbauen und da VW deutlich schneller in die Elektromobilität geht, als noch vor ein zwei Jahren angekündigt, muss das Utnernehmen schauen, wie es sich für das Elektromobilitätszeitalter in der Produktion neu aufstellt.

Frage 2

Geht VW den richtigen Schritt in Richtung Elektromobilität?

Dudenhöffer: VW macht absolut den richtigen Schritt. Das Thema Elektromobilität ist das ganz große Zukunftsthema. Wer das verschläft, ist morgen schon nicht mehr im Autogeschäft drin. Aber bei VW muss man auch dazu sagen, dass sich der Konzern stärker öffnen muss. Gerade gegenüber anderen Autobauern ist das der Fall, was zum Beispiel Kooperationen untereinander angehen könnte.

Frage 3

VW investiert derzeit viel Geld in moderne IT-Systeme, was dem Management die Möglichkeit bietet, über Stellenstreichungen Kosten zu sparen. Wie könnte sich die Personalsituaion mit dem Schritt in die Elektromobilität weiter verändern?

Dudenhöffer: In Zukunft werden vermutlich wieder Stellen geschaffen. Allein schon dadurch, dass mehr über das Elektroauto und die E-Mobilität geforscht werden muss. Diese Branche bringt neue Arbeitsplätze. Aber klar ist auch, dass das völlig andere Arbeitsplätze sein werden. Denn der 45-jährige Arbeiter, der heute am Band steht, können wir nicht zum Chefinformatiker ausbilden.