LKA

Sicherheitspanne beim LKA: Akten mit wichtigen Daten gestohlen

Aus dem Auto eines niedersächsischen LKA-Beamten wird eine Tasche gestohlen. Darin sind neben Geld und persönlichen Dingen auch Akten mit sensiblen Informationen. Sie lassen vermutlich Schlüsse auf die V-Leute zu, mit denen der Polizist zusammengearbeitet hat.


LKA.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Bei einem Einbruch in das Auto eines Beamten des Landeskriminalamtes Niedersachsen sind Akten mit sensiblen Daten über Vertrauensleute der Polizei gestohlen worden. Die Anfang Mai gestohlenen Akten lassen vermutlich Schlüsse auf die Arbeit des Beamten und die Art seiner Informationsbeschaffung zu. Dies geht aus einem Bericht des Innenministeriums in Hannover an den zuständigen Landtagsausschuss hervor, der Antenne Niedersachsen und der Deutschen Presse-Agentur. Das Landeskriminalamt nahm zu dem Vorfall zunächst nicht Stellung.

Laut Bericht des Innenministeriums arbeitet der Beamte, aus dessen privatem Wagen die Aktentasche gestohlen wurde, im Dezernat für operative Informationsbeschaffung und führt dort V-Leute. "Die Unterlagen enthielten sensible Informationen und Daten aus dem Bereich der Informationsbeschaffung des LKA Niedersachsen", heißt es in dem Papier weiter.

Die Fahndung nach den Akten sei zunächst erfolglos verlaufen. Drei Tage nach der Tat habe ein Angler die Aktentasche in einem Teich südlich von Hannover gefunden. Während persönliche Gegenstände wie Bargeld und EC-Karte des Beamten fehlten, waren die "offensichtlich" nicht gelesenen Unterlagen in der Tasche. Bislang sei ein Sicherheitsschaden für die operativen Maßnahmen des LKA nicht feststellbar, heißt es in dem Bericht.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag forderten eine Unterrichtung durch Innenminister Boris Pistorius (SPD). Nach dem versehentlichen Auffliegen eines V-Mannes beim niedersächsischen Verfassungsschutz im vergangenen Jahr sei dies bereits der zweite bekanntgewordene Skandal innerhalb eines Jahres, bei dem Sicherheitsbehörden die Enttarnung von V-Leuten riskierten, sagte die Grünen-Abgeordnete Julia Willie Hamburg. Auch die FDP-Fraktion forderte eine lückenlose Aufklärung.

(dpa)