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Seehund-Zählflüge

Seehundzähler spüren Tiere aus der Luft auf

Es sind nur kleine graue Bündel auf den Sandbänken zu erkennen, wenn die Seehundzähler in Sportflugzeugen aus 100 Metern Höhe die Tiere registrieren - Grund: An der Nordseeküste beginnt wieder die jährliche Inventur der Seehunde.


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(Foto: Carmen Jaspersen/dpa)

Vom ostfriesischen Emden bis nach Husum in Nordfriesland starten kleine Propellermaschinen zu den ersten Zählflügen. Dabei sitzen erfahrene Beobachter neben den Piloten und erfassen die Tiere, die bei Niedrigwasser auf den Sandbänken liegen.

Die Zählungen sind Teil eines internationalen Abkommens zum Schutz der Tiere in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. Die Ergebnisse werden im Spätherbst vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven veröffentlicht. 2016 lag die Zahl der Seehunde in den drei Küstenstaaten bei 24.310 Tieren.

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(Foto: Carsten Rehder/dpa)

Fragen & Antworten

Werden immer die gleichen Stellen angeflogen?

Die Liegeplätze der Seehunde bei Niedrigwasser verändern sich mit der Dynamik des Wattenmeeres. Bei den Zählflügen werden die Plätze kartiert, um Störungen besonders während der Aufzucht der Jungtiere zu verringern.

Wie hoch und welche Strecken fliegen die Piloten?

Die Zählgebiete sind für jede Maschine festgelegt, die tatsächlichen Flugstrecken sind aber abhängig von der Anzahl der Sandbänke, die mit Seehunden besetzt sind. Die Flugzeit beträgt bis zu vier Stunden. Die Flughöhe liegt bei 100 Metern, ist aber sehr unterschiedlich: In der Nähe von Seehundbänken soll es keine Störungen geben.

Wie genau ist das Zählen aus der Luft?

Die Flugzeuge sind mit mindestens einem, häufig mit zwei Zählern besetzt. Sie können auch größere Seehund-Gruppen im Vorbeiflug erfassen. Zusätzlich werden Fotos auch von Liegeplätzen aufgenommen und später ausgewertet. Die Zählungen haben sich seit mehr als 40 Jahren bewährt und sind sehr verlässlich.

Können nicht Drohnen diese Aufgaben übernehmen?

Das Watt verändert sich ständig, Sandbänke des Vorjahres können nach Stürmen nicht mehr attraktiv für Seehunde sein. Daher werden nur erfahrene und mit dem Watt vertraute Zähler eingesetzt. Hinzu kommt ein kurzes Zeitfenster und eine lange Flugdauer. Künftig sind jedoch auch andere Zählverfahren und Hilfsmittel denkbar.