Prozess in Hildesheim

Revisionsprozess um Gewalttod von Frau aus Lauenau startet

Eine 42-Jährige Mutter wird im Sommer 2015 zu Hause im beschaulichen Lauenau erschlagen aufgefunden. Verurteilt für die Tat wird später ihr Ehemann. Doch er beteuert stets seine Unschuld und legt Revision ein. Jetzt wird in Hildesheim neu verhandelt.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Ein 47-Jähriger aus Lauenau im Kreis Schaumburg, der seine Ehefrau erschlagen haben soll, muss sich ab Mittwoch erneut vor Gericht verantworten. Der Revisionsprozess soll am Landgericht Hildesheim am Morgen (9.00 Uhr) mit dem Verlesen der Anklage beginnen. Der Angeklagte und sein Verteidiger bekommen die Gelegenheit, sich zu äußern. Zeugen sind an dem Tag nicht geladen.

Im Januar 2017 hatte das Landgericht Bückeburg den Handwerksmeister wegen Totschlags der 42-Jährigen schon zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Auf die Revision des Angeklagten hin hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung nach Hildesheim. Ein Beweisantrag der Verteidigung sei mit einer nicht ausreichenden Begründung abgelehnt worden.

Das Bückeburger Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann am 27. Mai 2015 im Affekt seine Ehefrau mit einer Holzlatte niedergeschlagen hatte. Anschließend erstickte er sie demnach mit einer Tüte, um mit seiner Geliebten ein neues Leben beginnen zu können. Der Angeklagte, der seit September 2015 im Gefängnis sitzt, beteuert seine Unschuld. Neben vielen Indizien führte die Kammer die belastende Aussage der Geliebten an, die nach eigener Aussage Zeugin der Tat geworden war.

Auch wenn der Angeklagte in dem neuen Prozess nun wegen Mordes statt Totschlags verurteilt werden sollte, droht ihm keine längere Haft.

(dpa)