Wassersport

Reichlich nasses Vergnügen - Wassersport in Niedersachsen

Der Nordwesten punktet mit einem breiten Wassersportangebot. Action-Liebhaber kommen zwischen Nordseeküste und Harz ebenso auf ihre Kosten wie Genießer.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Yoga auf einem Stand Up Paddelbrett am Steinhuder Meer - oder in die Tiefen eines Stausees abtauchen: Trendsportarten boomen in Niedersachsen. Das Angebot wächst von Monat zu Monat. Ein Überblick über die derzeit angesagten Sportarten:

Stand Up Paddling

Eine auf den ersten Blick unspektakuläre Sportart erobert die Gewässer Niedersachsens - das Stehpaddeln, auch Stand Up Paddling (SUP) genannt. "Das ist die stärkste Wachstumssportart", sagt der Geschäftsführer des Steinhuder Meer Tourismus, Willi Rehbock. Auf dem größten See Niedersachsens können Stehpaddler wahlweise solo oder auch gemeinsam auf dem XXL-Board umherfahren. Buchbar sind Angebote wie SUP-Yoga oder Kurse für Herrchen, Frauchen und Hund. Am Dümmer liefern sich Mannschaften auch gerne mal SUP-Polo-Duelle. Der Lüneburger Anbieter Nature Guides setzt sich für Barrierefreiheit ein; das Unternehmen hat ein Board entwickelt, das mit möglichst allen Rollstuhltypen genutzt werden kann.

Stehpaddeln gilt als Ganzkörpertraining: "Ab dem Sprunggelenk ist man dabei, sich auszubalancieren", erklärt die Steinhuder Trainerin Stefanie Pohler, die die Mensch-Hund-Kurse anbietet. "Ich rate jedem, erstmal einen Kurs zu besuchen, um effizient zu paddeln", sagt sie. "Wenn man in den Armen Muskelkater hat, hat man was falsch gemacht."

"Das Steinhuder Meer ist ein traditionelles Wassersport-Revier", sagt Rehbock. Die Angebote reichen vom Segeln und Surfen bis hin zum Kiten. Seit fünf Jahren sind auf dem See Kanus unterwegs. Konflikte zwischen den einzelnen Nutzergruppen oder Probleme mit mangelndem Respekt vor Naturschutzflächen gibt es laut Rehbock kaum.

Kanufahren

Für Alexander Bleifuß von der Tourismusmarketing Niedersachsen (TMN) gehören Sportarten wie Kanufahren zu den zeitlosen Klassikern. Die Anbieter bemühten sich heute jedoch vielerorts um die Kombination mit anderen Angeboten, etwa dem Einlegen eines Grillstopps oder Umweltschutzaktionen. "Clean Up", also "Räum auf" - heißt es etwa Ende August für Kanuten auf der Leine und dem Mittellandkanal. "2018 haben sie einiges aus der Leine herausgefischt."

In Ostfriesland hat sich das Angebot «Paddel und Pedal» etabliert. Kanuten steigen beispielsweise am Großen Meer im Kreis Aurich ins Kanu und nehmen Kurs auf Emden. Die Tour ist jedoch nichts für Ungeübte, denn bis zu Otto Waalkes' Heimatstadt sind Kanuten vier bis fünf Stunden unterwegs. In Emden satteln die Ausflügler für den Rückweg auf den Drahtesel um. "Das wird sehr gut angenommen", sagt Christian Albers von der Großes-Meer-Touristik. Ausflügler fahren auf dem Niedermoorsee neben Tretboot gerne auf den kippstabilen Hydro-Bikes. "Man verteilt die Kraft ein bisschen anders als auf dem Tretboot." Der größte Binnensee Ostfrieslands gilt als gutes Revier für Surfer und Segler.

Blobbing

Alexander Bleifuß sieht zwei Tendenzen im Wassersport: Entschleunigung und Action. Neben etablierten Kicks beim Wakeboarden, Wasserski oder Kiten finden sich neue Angebote wie das "Blobbing" im Wangerland (Kreis Friesland). Hier springen Mutige auf ein riesiges Luftkissen, das sie empor und schließlich ins Wasser schleudert.

Tauchen

Wer lieber unter Wasser unterwegs ist, findet neben diversen Baggerseen besondere Tauchorte - etwa den Kreidesee in Hemmoor (Kreis Cuxhaven). Wo einst Kalk für das inzwischen zum Museum umfunktionierte, benachbarte Zementwerk abgebaut wurde, können jetzt Sportler zwischen Industrierelikten und Objekten wie Autos und Flugzeugen tauchen. Tieftaucher kommen dort mit entsprechender Genehmigung ebenfalls auf ihre Kosten. Volkmar Braun vom Tauchsport Landesverband Niedersachsen stellt dem Kreidesee wegen seiner "sehr guten Sichtverhältnisse von 15 bis 20 Metern" ein gutes Zeugnis aus.

Ein Terrain für erfahrene Taucher ist die Okertalsperre im Harz (Kreis Goslar). Dort sehen Taucher die Ruinen der einst gefluteten Ortschaft Schulenberg. Anspruchsvoll sei das Revier auch wegen seiner Tiefe und Kälte. Bei zehn Metern Tiefe liege die Temperatur konstant bei vier Grad Celsius.

Wildwasserfahren

Unterhalb der Okertalsperre liegt ein zwei Kilometer langes Abenteuerparadies für versierte Wildwasserfahrer. "Die Wildwasserstrecke ist ein Nebenprodukt des Talsperrenmanagements", sagt Marie Kleine von den Harzwasserwerken. Wenn Wasser im Schwallbetrieb in ein Unterwasserbecken abgelassen wird, entwickelt sich eine starke Strömung. Interessant auch das Speicherbecken Geeste bei Lingen (Kreis Emsland). Es liefert Kühlwasser für ein Kernkraftwerk - und bietet Tauchern in der Beckenmitte ein ebenes, zehn Meter tiefes Tauchgebiet. Wer lieber auf dem Wasser aktiv ist, kann dort Surfen, Paddeln oder Segeln. Oder einfach am Badestrand chillen.

(dpa)