29. November 2021 –

Küstenschutz

Erneuerung des Westdeiches auf Norderney liegt im Zeitplan

Die Erneuerung des Norderneyer Westdeiches ist ein millionenschweres Projekt. Nun ist ein erster Abschnitt des Neubaus geschafft - zuvor musste das massive Deckwerk des alten Deiches abgerissen werden. Dabei stießen die Küstenschützer auch auf Relikte der Vergangenheit.

Ein Bagger legt am Norderneyer Westdeich Betonelemente frei. Die Erneuerung des Bauwerkes, eine der aktuell größten Küstenschutzmaßnahmen in Niedersachsen, liegt im Zeitplan
Ein Bagger legt am Norderneyer Westdeich Betonelemente frei. Die Erneuerung des Bauwerkes, eine der aktuell größten Küstenschutzmaßnahmen in Niedersachsen, liegt im Zeitplan, Foto: picture alliance/dpa

Die Erneuerung des Westdeiches auf Norderney, eine der aktuell größten Küstenschutzmaßnahmen in Niedersachsen, liegt im Zeitplan. "Die Arbeiten am Westdeich sind plangemäß im Oktober abgeschlossen worden", sagte Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der 800 Meter lange Deichabschnitt zwischen dem Inselhafen und dem Westbad war in die Jahre gekommen und wird derzeit in zwei Schritten zu einem modernen Schutzbauwerk umgebaut. Die Ertüchtigung der ersten 400 Meter ist nun zum Beginn der neuen Sturmflutsaison geschafft. Gestartet waren die Arbeiten nach Ostern.

Das gesamte Deckwerk habe wegen seines hohen Alters von mehr als 100 Jahren und technischen Defiziten neu gebaut werden müssen, da die Westseite der Insel gerade auch bei Sturmfluten sehr exponiert liege, erklärte Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle in Norden (Landkreis Aurich). "Um den Deichfuß vor Ausspülungen zu schützen und auch unter starker Wellen- und Strömungsbeanspruchung stabil zu gestalten, haben wir ein massives, modernes Schrägdeckwerk zum Schutz der unmittelbar angrenzenden Stadt gebaut." Insgesamt misst der neue Deich nun eine Breite von 27 Metern.

Der Westdeich war zwischen 1979 und 1983 als Sturmflutschutz auf einem ehemaligen Flugfeld gebaut worden. Die sogenannte Fußsicherung, also die seeseitige Sicherung des Deiches, ist noch deutlich älter und stammt aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Beim Abriss der massiven Betonbohlen stießen die Küstenschützer auch auf Unerwartetes: "Wir haben auch Betonbauwerke des ehemaligen Militärflugplatzes gefunden, die in den Plänen nicht verzeichnet waren", berichtete Thorenz. Solche Ein-Mann-Bunker hätten jedoch ohne Probleme mit technischem Gerät beseitigt werden können.

Für den Neubau wurde jede Menge Material auf die Insel geschafft. Darunter etwa 2000 Tonnen Asphalt für einen zehn Meter breiten, neuen Deichweg, der künftig auch als Promenade dienen soll, sowie 9000 Tonnen Wasserbausteine aus norwegischem Granit, die künftig den Deich vor Wellenschlag schützen sollen. Der Schutt aus dem Abbruch der Betonplatten des alten Deckwerks wurde vor Ort gebrochen, recycelt und als Unterbau für den neuen Deichweg verwendet.

Die Kosten für das Küstenschutzbauwerk beziffert der NLWKN auf insgesamt rund 4,8 Millionen Euro. Im kommenden Jahr sollen die noch fehlenden 400 Meter, also der zweite Deichabschnitt, erneuert werden. "Wenn nicht außergewöhnliche Schäden durch Sturmfluten dazu kommen, gehen wir davon aus, dass die Maßnahme im nächsten Jahr umgesetzt wird", sagte Thorenz. Möglichst früh nach der Sturmflutsaison sollen dann wieder die Bagger rollen.

(dpa)

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