08. Juli 2020 –

Waldbrände

Waldbrandzentrale: Deutlich mehr Einsatztage als in Vorjahren

In der Waldbrandüberwachungszentrale der Landesforsten sollen die Experten eine Feuerkatastrophe wie 1975 verhindern, damals starben in der Heide sieben Menschen. Den Beobachtern in Lüneburg helfen Kameras und spezielle Computerprogramme.

Foto: picture alliance/dpa

Wegen des zunächst trockenen Wetters hat die Waldbrandzentrale in Lüneburg in diesem Jahr deutlich mehr Einsatztage als in den beiden Vorjahren gehabt. Seit Mitte März ist die Zentrale an Tagen mit mindestens Waldbrandstufe 3 besetzt, wie ein Sprecher der niedersächsischen Landesforsten mit Blick auf den Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch sagte.

Bis Ende Juni diesen Jahres bereits 139 Meldungen gehabt

«Da der Hochsommer erst noch kommt, dürften uns in diesem Jahr besonders viele Einsätze bevorstehen», meinte Sprecher Knut Sierk von den Landesforsten, denen die Waldbrandgefahrenstelle untersteht. «Mehrere Hundert Brände haben wir so schon in einer frühen Phase erkennen können. Allein in diesem Jahr hatten wir bis Ende Juni 139 Meldungen», sagte er. «Im Vorjahr waren es bis Ende Juni 132, im Jahr 2018 hatten wir 224 Meldungen.» Vom Start 2011 bis 2017 seien es im Jahresdurchschnitt 129 Meldungen bei 50 Einsatztagen gewesen. Meist seien es keine Waldbrände, die entdeckt würden, sondern andere Feuer.

Waldbrandfrüherkennungssystem soll eine Katastrophe wie die vom August 1975 verhindern

In Lüneburg laufen die Daten der 20 Überwachungskameras zusammen. Diese machen drei Bilder hintereinander und vergleichen dann die Grauwerte. Bei Veränderungen schlägt das System automatisch Alarm, die Experten beurteilen dann die Bilder. Das Automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) soll eine Katastrophe wie die vom August 1975 verhindern. Damals starben in der Lüneburger Heide bei einer gewaltigen Feuersbrunst sieben Menschen. 8000 Hektar Wald verbrannten, 5000 Hektar Moor und Heide wurden zerstört.

Derzeit sei die Gefahr von Waldbränden aber gering, sagte Sierk. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeige für große Bereiche Niedersachsens die niedrigste Warnstufe 1 an. Besonders hoch ist die Gefahr sonst meist in den lichten Kiefernwäldern im Wendland.

(dpa)

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