11. Oktober 2021 –

Heidewasser für die Hansestadt

Verwaltungsgericht erlaubt Wasserentnahme zugunsten Hamburgs

Die Belieferung der Stadt Hamburg mit Wasser aus der Heide ist nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Lüneburg rechtens. Am Montag (11.10.) wiesen die Richter sechs Klagen ab, die eine Erlaubnis des Landkreises Harburg betrafen, wonach der Stadtstaat für einen Zeitraum von 30 Jahren Grundwasser aus der Lüneburger Heide entnehmen kann.

Thomas Pump, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Lüneburg, spricht vor Prozessbeginn in der zum Gerichtssaal umfunktionierten Ritterakademie. Das Verwaltungsgericht Lüneburg wies sechs Klagen zur Belieferung von Wasser aus der Heide nach Hamburg ab.
Thomas Pump, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Lüneburg, spricht vor Prozessbeginn in der zum Gerichtssaal umfunktionierten Ritterakademie. Das Verwaltungsgericht Lüneburg wies sechs Klagen zur Belieferung von Wasser aus der Heide nach Hamburg ab., Foto: picture alliance/dpa

Die Belieferung der Stadt Hamburg mit Wasser aus der Heide ist nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Lüneburg rechtens. Am Montag wiesen die Richter sechs Klagen ab, die eine Erlaubnis des Landkreises Harburg betrafen, wonach der Stadtstaat für einen Zeitraum von 30 Jahren Grundwasser aus der Lüneburger Heide entnehmen kann. Etwa 12 bis 13 Prozent des Hamburger Bedarfs werden aus der Heide gedeckt. (AZ.: 6 A 171/19, 6 A 174/19, 6 A 226/19 bis 6 A 229/19)

Bei den Klagen ging es um die ökologischen Folgen und die Frage, ob die Hansestadt zu viel oder sogar zu wenig Grundwasser bekommt. Die Hamburger Wasserwerke wenden sich in dem Verfahren gegen die 2019 für 30 Jahre erteilte sogenannte gehobene Erlaubnis im Landkreis Harburg und möchten eine Bewilligung erreichen, die schwieriger zu widerrufen ist.

Der neue Antrag beläuft sich auf eine maximale Jahresmenge von 18,4 Millionen Kubikmetern. Der Kreis Harburg genehmigte eine durchschnittliche jährliche Wasserentnahme von 16,1 Millionen Kubikmetern. Derzeit sind 32 Brunnen dafür aktiv, weitere fünf möchte Hamburg Wasser bei Schierhorn in der Nordheide in Betrieb nehmen.

Die Kammer kam unter anderem aufgrund der Gutachten zu dem Ergebnis, dass die erteilte Erlaubnis nicht zu beanstanden sei. Es könne mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden, dass bestehende Schutzgebiete wie die Lüneburger Heide und die im Entnahmegebiet liegenden Gewässer beeinträchtigt würden, hieß es.

Auch die Klage der Hamburger Wasserwerke wurde abgewiesen. Der Landkreis Harburg müsse in der Lage sein, die Einwilligung bei Rechtsänderungen oder bei unvorhersehbaren Entwicklungen wegen des Klimawandels wieder zurücknehmen zu können. Auch die Mengenbegrenzung sei nicht zu beanstanden, unter anderem auch deshalb, weil auch die Gutachter von Hamburg Wasser von einem regelmäßigen Bedarf von 16,1 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr ausgegangen seien und der Wasserbedarf nur bis 2025 steigen und danach an wieder sinken dürfte. Die Hamburger Wasserwerke können sich nun an das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht wenden.

(dpa)

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